KATHAARSYS: Describing the Paradox Vol. I

KATHAARSYS – wenn DRAWN und AGALLOCH einander treffen und plötzlich auf Galizisch musizieren…
Galizien ist sozusagen die Black Metal-Ecke Spaniens – ja, natürlich endet der Jakobsweg im katholischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela, aber bezüglich der rauen See, der nebelverhangenen grünen Hügel und der kühlen Verlassenheit erbringt die nördliche Atlantikecke der iberischen Halbinsel sämtliche Landschaftsklischeepunkte für düstere Musik mit sich. Und genau diese melancholische Präsenz spürt man stets in KATHAARSYS` Musik mitschwingen…
Anders als das fulminante, überlange Verses in Vain aus dem Jahr 2007, beschränken sich KATHAARSYS dieses Mal auf lediglich 35 Minuten Spielzeit und bringen Describing the Paradox Vol. I als digitalen Release via Bandcamp heraus (der Stream ist gratis, der Download kostet sieben Euro; wer die physische CD in Zeiten der Mp3s will, meldet sich bei der Band (j.montans [at] mail [dot] com). 
Musikalisch geht das galizische Duo wieder einen Schritt weiter und vermengt Flamenco-inspirierte Gitarren, vereinzelte Black Metal-Vocals, hypnotische Riffs und jazzig-entspannte Melancholie zu einem wehmütigen, abwechslungsreichen und eigenständigen Sammelsurium. Waren früher die Parallelen zu PRIMORDIAL (unter anderem wegen Josés Gesang) noch offensichtlich, entfernen sich KATHAARSYS anno 2014 klar von erkennbaren Parallelen. Vielmehr zeigen KATHAARSYS sich völlig losgelöst und entrückt in ihrem eigenen Akustiversum. Als Orientierungsleitplanken mögen AGALLOCH und DRAWN gelten, vor allem wenn man den Titeltrack in Betracht zieht. Hier glänzt José auch mit kratzigen Black Metal-Vocals, die einen gewagten Kontrapunkt zur filigranen Saitenarbeit in anderen Passagen setzen.
In Inerte zeigen KATHAARSYS dann ein Lehrstück in Sachen höhepunktorientiertem Songwriting, steigern sich in ein manisches, Jazz-inspiriertes Chaos – und verstummen dann. Ein metallischer Cliffhanger, der sich wohl erst in Describing the Paradox Vol. II auflösen wird – und wenn man sich den ersten Teil als Orientierung nimmt, dann darf der zweite Teil in der Tat mit Spannung erwartet werden. Klare Kaufempfehlung für alle Anhänger dunkler Klänge, die keine Schubladen tragen und nicht in Scheuklappen denken…

Veröffentlichungstermin: 11.12.2014

Spielzeit: 35:01 Min.

Line-Up:

J. Montavon – Gitarre, Vocals, Effekte
M. Barcia – Bass, Piano

Produziert von KATHAARSYS
Label: Silent Tree Productions

Homepage: https://kathaarsys.bandcamp.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/pages/Kathaarsys/70840290415

Tracklist:

1. Overture  
2. Unscrutable Truth  
3. Describing The Paradox  
4. Inerte