JON OLIVA´S PAIN: Tage Mahal

Ich möchte die dreizehn Tracks auf „Tage Mahal“ einfach mal als erstklassige Mischung aus „Streets“ (1991) und „Gutter Ballet“ (1989) bezeichnen.

Worte wie „Langeweile“ und Bezeichnungen wie „kreativer Durchhänger“ scheinen in Jonathan Nicholas Olivas Wortschatz nicht zu existieren, denn nach etlichen Alben mit SAVATAGE (hier fungiert er seit 1983 als Sänger, Komponist, Bassist und/oder Pianist), dem TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA (in der Funktion des Komponisten, Bassisten, Sängers, Pianisten und Keyboarders), CIRCLE II CIRCLE (hier fungierte er lediglich als Komponist) und DOCTOR BUTCHER (als Songwriter, Sänger und Bassist) veröffentlicht der 44-jährige gebürtige New Yorker nun mit seiner neuen (Neben-)Band JON OLIVA’S PAIN das erste Album.

Der Titel “Tage Mahal” ist als Hommage an seinen verstorbenen Bruder Criss zu verstehen, der diesen Titel für ein Soloalbum (das aufgrund seines tödlichen Verkehrsunfalls im Oktober 1993 nie veröffentlicht werden konnte) verwenden wollte.

Jon schrieb und produzierte (dieses Mal ohne Paul O’Neill) zwar alle Songs im Alleingang, bezeichnet JOP aber nicht als Projekt, sondern als vollwerige Band, zu der Christopher Kinder (Drums), John Zahner (Keyboard), Kevin Rothney (Bass, Backing Vocals) und Matt Laporte (Guitar) gehören, die allesamt auch auf dem CIRCLE II CIRCLE-Debüt von Ex-SAVATAGE-Sänger Zachary Stevens zu hören waren. Ein Wiederhören gibt es auch mit Ex-SAVATAGE-Drummer Steve „Dr.Killdrums“ Wacholz, der bei immerhin zwei Songs („No Escape“, „Nowhere To Run“) auf die Pauke(n) haute.

Wer mit den letzten SAVATAGE-Alben wie ”Poets And Madmen” (2001) oder „The Wake of Magellan“ (1997) weniger anfangen kann/konnte und den Zeiten, in denen die Band Klassiker wie „Gutter Ballet“ und „Streets“ veröffentlichte, nachtrauert, dürfte von „Tage Mahal“ begeistert sein. Ich möchte die dreizehn Tracks auf „Tage Mahal“ einfach mal als erstklassige Mischung aus „Streets“ (1991) und „Gutter Ballet“ (1989) bezeichnen.

Mir fehlt zwar ein knallharter Uptempo-Kracher, aber nichtsdestotrotz sind “Outside The Door” und „Pain“ recht heftig ausgefallen, während “No Escape” ein eher schleppender Song geworden ist. Mitnichten schlechte oder durchschnittliche Songs, aber viel besser gefallen wir das harte, relativ straighte und mit mächtige Chorgesängen veredelte “Slipping Away”, “Guardian Of Forever” (heavy, mit ruhigeren Momenten, einigen klassischen Zitaten und überragender Gitarrenarbeit im Solobereich), „People Say – Gimme Some Hell“ (der Text besteht aus den Titeln alter Savatage-Songs und hat was von “Jesus Saves” – geil!), das flotte “All The Time” und das heav-tige „The Dark“ (erinnert mit seinen mit ruhigen Passagen und mächtige Chören genauso stark an die “Gutter Ballet”-Ära wie “Father, Son, Holy Ghost” oder „Fly Away”).

Viele Songs werden von den Oliva-typischen Piano-Parts getragen (nicht dominiert) und auch stimmlich zeigt sich der Chef wieder erstarkt.

Gibt es was zu kritisieren? Nö… überleg, überleg… Nö, dieses Mal nicht! Ein erstklassiges Album eines echten Ausnahme-Musikers.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2004

Spielzeit: 62:39 Min.

Line-Up:
Line-Up:

Jon Oliva (Vocals, Piano, Guitar)

Christopher Kinder (Drums)

John Zahner (Keyboard)

Kevin Rothney (Bass, Backing Vocals)

Matt Laporte (Guitar)

Guest:

Steve Doc Wacholz (Drums on track 7 & 10)

Produziert von Jon Oliva
Label: Steamhammer / SPV

Homepage: http://www.jonoliva.net

Tracklist:
The Dark

People Say – Gimme Some Hell

Guardian Of Forever

Slipping Away

Walk Alone

The Non Sensible Ravings Of The Lunatic Mind

No Escape

Father, Son, Holy Ghost

All The Time

Nowhere To Run

Pain

Outside The Door

Fly Away