IT DIES TODAY: The Caitiff Choir

Das, was IT DIES TODAY hier darbieten, ist der Trend in seiner reinsten Form, hip, schleimig, austauschbar, nichtssagend. "The Caitiff Choir" klingt so ehrlich wie ein Stück Scheiße, das sich dir als Sahne vorstellt und sich dabei denkbar schlecht verkleidet hat.

Manchmal passen Dinge wie die Faust aufs Auge. Es geht einem scheiße und es kommt die Promo einer Band daher, die sogar noch beschissener ist, als man sich gerade fühlt. Das baut einen auf. Und man kann dann seinem gerechten Zorn freien Lauf lassen und sich auf Kosten der Band vielleicht ein bisschen besser fühlen.

IT DIES TODAY aus Buffalo brüsten sich damit, aus der Hardcore-Szene zu kommen, das Label offeriert einen explosiven Sound, der einen Haufen Mädchen in den Moshpit holt. Ob das jetzt für oder gegen die Band spricht, lass ich gleich mal so stehen. Ebenfalls jegliche Objektivität möchte ich gerne in die Ecke stellen. Vergiss Phrasen, wie handwerklich ganz gut, aber nichts Neues. IT DIES TODAY sind scheiße-schlecht, ultra-trendy, total nebensächlich, cheesy und einfach nur peinlich.

Die Mischung aus billigem, Radio-tauglichem Metalcore-Mosh und Emo ist zwar ab und zu auch mal heavy, aber zu keiner Zeit auch nur ansatzweise interessant. Midtempo-Thrash mit austauschbaren Riffs, monotones Geshoute, das aber immer noch besser ist als der modische Emo-Gesang, der den Songs die Krone aufsetzt. Welche 13-jährige Trendgöre sich von dem plakativen Geheule in den Moshpit locken lässt, weiß ich nicht, aber das Album mit dem bekackten Titel The Caitiff Choir bietet sicher so einige Profilierungsmöglichkeiten für schwarzhaarige, geschminkte Männchen, die zu IT DIES TODAY mit den neuesten Moves die neueste Modekollektion präsentieren können. Wenn Metalcore schon in der letzten Zeit etwas langweilig wurde, IT DIES TODAY sind definitiv der Gipfel der Unverschämtheit. Sie sind der Grund, warum es gerechtfertigt ist, dass dem Genre die Pistole auf die Stirn gesetzt wird und anständige Bands wie NEAERA, FEAR MY THOUGHTS oder HEAVEN SHALL BURN es vorziehen, als melodischer Death Metal bezeichnet zu werden. Hardcore und Death Metal lieben und IT DIES TODAY hassen ist keine Schizophrenie, liebe Freunde, denn das, was IT DIES TODAY hier darbieten, ist der Trend in seiner reinsten Form: hip, schleimig, austauschbar, nichtssagend. The Caitiff Choir klingt so ehrlich wie ein Stück Scheiße, das sich dir als Sahne vorstellt und sich dabei denkbar schlecht verkleidet hat.

Der einzige Trost, der einem beim Hören von IT DIES TODAY einfällt, ist die Gewissheit, dass die Band und die Fans sicher schneller als gedacht wieder von der Bildfläche verschwinden werden. Besser heute als morgen, wie ich finde. Denn das hier ist die pure Vergewaltigung des guten Geschmacks, das hier ist alles, für was Metal und Hardcore nicht stehen. Wollen wir also hoffen, dass der Bandname Programm ist und verbleiben wir mit freudiger Hoffnung auf den Tag, an dem sich die Jungspunde aus Buffalo dem nächsten großen Ding hingeben und unseren lieben Metal in Ruhe lassen.

Veröffentlichungstermin: 21. 11. 2005

Spielzeit: 41:33 Min.

Line-Up:
Nick Brooks – Vocals

Mike Hatalak – Guitars

Chris Capelli – Guitars

Nick Murisso – Drums

Steve Lemke – Bass

Label: Abacus Recordings/Trustkill

Homepage: http://www.itdiestoday.com

Tracklist:
01. My Promise

02. Severed Ties Yeild Severed Heads

03. The Radiance

04. The Depraivity Waltz

05. A Threnody for Modern Romance

06. Marigold

07. Freak Gasoline Fight Accident

08. The Caitiff Choir: Revelations

09. Our Disintergration

10. Naenia

11. The Caitiff Choir: Defeatism