ISOLE: Bliss Of Solitude

ISOLE: Bliss Of Solitude

Wenn es um epischen Doom geht, dann gibt es derzeit wohl kaum eine bessere Adresse als ISOLE. Nach zwei bereits exzellenten Alben veröffentlichten die Schweden ihr drittes Album nun über Napalm Records, und man kann nur hoffen, dass ihnen mit diesem Wechsel zu einem größeren Label endlich die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie verdient haben.

Dabei ist Bliss Of Solitude nicht nur labeltechnisch ein Neuanfang, sondern markiert auch musikalisch eine neue Ära, handelt es sich doch um das erste Album, auf dem kein einziger Song aus alten FORLORN-Demo-Zeiten wiederverwendet wurde. Das Album repräsentiert also besser denn je den aktuellen Entwicklungsstand der Band.

An der grundsätzlichen Marschrichtung hat sich natürlich auch anno 2008 nichts geändert. ISOLE waren schon immer eine Band, der man ihre Einflüsse – allen voran BATHORY, CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS – deutlich anhören konnte, die aber dennoch einen ganz eigenen Sound mit einem extrem hohen Wiedererkennungswert daraus schufen. Das ist auch auf Bliss Of Solitude nicht anders. Die Band fasziniert einmal mehr durch außergewöhnlich komplexe Kompositionen, gespickt mit eigenwilligen, aber für sie urtypischen, Harmoniefolgen und Melodiebögen, vor allem aber durch die sakralen Chöre, die eine Melancholie und Schönheit ausstrahlen, die ihresgleichen sucht. Hin und wieder, wie in From Clouded Sky, scheint auch das bereits seit den Frühwerken der Band bekannte Faible der Musiker für orientalische Klänge durch. Studiert haben ISOLE die Musik des Orients vermutlich nicht, sie binden diese vielmehr auf intuitive Weise in ihre Kompositionen ein.

Im Vergleich zu den bisherigen Alben zeichnet sich Bliss Of Solitude vor allem durch eine druckvollere Produktion aus, die jedoch zum Glück alles andere als glatt poliert ist. Zudem präsentieren sich ISOLE auf diesem Album um einiges finsterer und etwas introvertierter als in der Vergangenheit, wobei vermehrt ruhige Passagen in die Songs eingewoben wurden. Dass dabei freilich ein Über-Song wie Demon Green fehlt, ist kein echtes Manko. Bliss Of Solitude funktioniert als Ganzes, wühlt den Hörer auf und zieht einen runter. Der glasklare Gesang von Daniel Bryntse, transportiert soviel Traurigkeit, dass man schon ein Gefühls-Wrack sein muss, um sich der intensiven Wirkung dieser Musik zu entziehen. Es ist dies ein Album der Sorte, die man nicht alle Tage hören möchte, weil sie einen zu sehr mit nimmt.

Wer sich für düstere Klänge und hoch emotionale Musik begeistern kann, muss Bliss Of Solitude haben. Punkt.

Veröffentlichungstermin: 25.01.2008

Spielzeit: 57:38 Min.

Line-Up:
Daniel Bryntse – Gesang und Gitarren
Crister Ohlsson – Gitarren und Gesang
Henrik Lindenmo – Bass
Jonas – Schlagzeug
Label: Napalm Records

Homepage: http://www.forevermore.se

Email-Adresse der Band: isole@forevermore.se

Tracklist:
1. By Blood
2. From Clouded Sky
3. Imprisoned In Sorrow
4. Bliss Of Solitude
5. Aska
6. Dying
7. Shadowstone