IRONSWORD: Servants Of Steel

IRONSWORD: Servants Of Steel

IRONSWORD sind eine portugiesische Epic Metal-Band, die mit “Servants Of Steel” dieser Tage bereits ihr fünftes Album veröffentlicht. Das Album erscheint auf Alma Mater Records, dem Label von MOONSPELL-Frontmann Fernando Ribeiro, der damit einen ausgezeichneten Geschmack beweist. IRONSWORD interpretieren den Epic Metal eher rauhbeinig, mehr Barbar mit Steinkeule als Fechter im Rüschenhemd. Das macht sich zum einen im Gesang bemerkbar, welcher von Frontmann Tann wahlweise als dunkles Grollen oder prolliges Gröhlen intoniert wird. Ab und zu packt er auch mal eine melodische Gesangslinie aus, was dann am ehesten an den großen Mark Shelton von MANILLA ROAD erinnert. Da passt es natürlich wie der Arsch auf den portugisischen Epic Metal-Eimer, dass Brian “Hellroadie” Patrick sich bei zwei Songs die Ehre gibt.

Deftige Power Metal Kracher und epische stampfende Elefanten

Aber auch musikalisch hauen IRONSWORD bei Bedarf ordentlich auf die Zwölf. Nach dem epischen Intro samt Chören gibt es mit “Rogues In The House” und “Upon The Throne” erst mal zwei deftige, schnelle Power Metal-Kracher auf die Ohren, bevor mit “Tower Of The Elephant” der erste fette Stampfer (pun totally intended) folgt. “In The Coils Of Set” wurde letztes Jahr bereits als EP veröffentlicht und drückt wieder ordentlich aufs Gaspedal. Richtig episch wird es danach mit “Gods Of The North” und “Son Of Crom”. Besonders bei Letzterem gefällt mir der größtenteils melodische Gesang, der so sehr den Spirit von Mark Shelton atmet und mir deutlich mehr zugesagt als das etwas prollige Gröhlen an anderer Stelle. Irgendwie hat das Stück auch ein bisschen was von DOOMSWORD, was ja nun auch nicht die schlechteste Referenz ist.

“Servants Of Steel” mag nicht perfekt sein, als Ersatzdroge für MANILLA ROAD sind IRONSWORD aber großartig

Insgesamt erinnern IRONSWORD stilistisch vor allem an MANILLA ROAD, speziell in den episch, kauzigen Momenten. Aber auch eine klassische US Power Metal-Band wie OMEN findet sich im Sound der Portugiesen wieder. Thematisch widmet man sich der Welt von Conan aus der Feder von Robert E. Howard, was zum barbarischen, eher düsteren Sound der Band passt. “Servants Of Steel” ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Doch dieses Unperfekte, Raubeinige hat eine Menge Charme und als Ersatzdroge für MANILLA ROAD sind IRONSWORD sicherlich genau das richtige, bieten aber auf der anderen Seite deutlich mehr Durchschlagskraft. Klar, der “Gesang” von Tann ist ein Punkt, über den man streiten kann, macht mir die Musik aber nicht kaputt. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr von seinem melodischen Mark Shelton-Gesang gewünscht und etwas weniger angetrunkener Raubritter. Aber das sind Kleinigkeiten. Am Ende bleibt “Servants Of Steel” ein starkes Epic Metal-Werk, welches man als Genre-Fan auf jeden Fall auf dem Zettel haben muss.

Veröffentlichungsdatum: 24.01.2020

Spielzeit: 51:11

Line Up:
Tann – guitars, vocals
Jorge Martins – bass
João Monteiro – drums

Label: Alma Mater Records

Facebook: https://www.facebook.com/pg/IronswordOfficial

IRONSWORD „Servants of Steel“ Tracklist

01. Hyborian scrolls (Audio bei Bandcamp)
02. Rogues in the house
03. Upon the throne (Audio bei Bandcamp)
04. Tower of the elephant
05. In the coils of set (Audio bei Bandcamp)
06. Red nails
07. Gods of the north
08. Son of crom
09. Keepers of the crypt
10. Black colossus
11. Isle of the damned
12. Servants of steel

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.