IRONSWORD: Return of the warrior

IRONSWORD: Return of the warrior

Nun ist sie also doch noch eingetrudelt, die (nicht mehr ganz so) aktuelle Scheibe der Portugiesen IRONSWORD. Nachdem das Debüt Ironsword ja schon recht gut angenommen wurde in der Gemeinde der echten Metal-Heads, zücken die südländischen Helden wieder ihr Schwert zur Schlacht um den traditionellen Metal-Thron.

Wie schon auf dem Debüt interessieren sich IRONSWORD nicht mal ansatzweise für angesagte Klänge. Ihr Sound hängt in Eisen gemeißelt in den frühen 80ern. Als ganz großes Vorbild schallen einem immer noch die alten US-Metal-Götter OMEN entgegen. Songs wie Beginning of the end, Nemedian chronicles, Way of the barbarian machen keinen Hehl aus dieser Verehrung. Die Vocals von Tann kommen sehr rau und tief und sind der von OMENs J. D. Kimball nicht unähnlich. Beim Titeltrack Return of the warrior kommen neben dem langsamen OMEN-Anfang auch RUNNING WILD in den Sinn. Insbesondere wenn Tann zu höheren Gesangslinien greift bekommt man durchaus einen Touch von MANILLA ROAD in deren weniger epischen Momenten, dann erinnert der Gesang nämlich eher an Mark Shelton . Hier und da noch ein paar Anleihen an JUDAS PRIEST und eine kleine Prise IRON MAIDEN, und heraus kommen tatsächlich ein paar mehr als amtliche Heldennummern. IRONSWORD leben die 80er: die Texte, welche sich an den Werken von Robert E. Howard orientieren, lassen kein Sword-, Hero-, Battle-Klischee aus, die Mucke klingt wirklich true und weiß über weite Strecken zu überzeugen. Wo viele Treu-Metaller mit dem Plastikschwert wedeln, ziehen die Portugiesen mit erhobener Brust glaubhaft in die Schlacht.

Was dieser Scheibe etwas fehlt ist das, was die Platten der Vorbilder ausgezeichnet hat: nach einem Durchlauf hängen die Gesangsmelodien im Kopf, fräsen sich die Gitarrenriffs ins Hirn. Bei Return of the warrior bleibt leider nicht so viel hängen, das Händchen für ganz große Songs fehlt hier noch. Trotzdem macht die Platte `ne Menge Spaß. Auch wenn der typisch 80er hard-rockige gläserne Gitarrensound mit massivem Chorusgeschwabber auf Dauer etwas nervt, das Schlagzeug gelegentlich scheppert und der Sound auch sonst zeitgemäß das Level der 80er nicht übersteigt, schüttelt man unweigerlich die Birne und hebt die Faust in den Himmel.

Metal-Krieger, die auf Bands wie alte OMEN, MANILLA ROAD, RUNNING WILD, PARAGON und Co stehen, sollten unbedingt mal reinhören oder gleich zugreifen. Mir gefällt IRONSWORDs Barbarian Metal jedenfalls mit jedem Durchlauf besser.

Veröffentlichungstermin: 20.09.04

Spielzeit: 46:12 Min.

Line-Up:
Tann – Vocals, Guitars

Rick Thor – Bass

Maalm – Drums

Label: The Miskatonic Foundation
Email: tannironsword@hotmail.com

Tracklist:
1. Ironsword

2. Beginning Of The End

3. First Masters

4. Return Of The Warrior

5. Brothers Of The Blade

6. Nemedian Chronicles

7. Way Of The Barbarian

8. Dragons Of The Sea

9. The Wench

10. Warhymn

11. Death Or Glory

12. Let The Titans Collide

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.