IMMOLATION: Shadows in the Light

Die Gegenwart IMMOLATIONs zieht die besten Aspekte der Vergangenheit in Betracht – ein großartiges Death Metal-Album.

Harnessing Ruin war ein relativ enttäuschendes IMMOLATION-Album, ein gutes Death Metal-Album zwar, aber mit den anderen Werken der New Yorker Death Metaller nicht zu vergleichen. Die große Frage: War das ein einmaliger Ausfall oder bauen IMMOLATION jetzt langsam aber sicher ab? Die ersten Durchläufe von Shadows in the Light lassen da keine eindeutige Antwort zu, irgendwie wirkt das Album so, als wäre es eine Reise in die Vergangenheit der ersten Alben, hat aber auch neuere, tonnenschwere Momente.

Ein spannender Mix ist IMMOLATION auf ihrem siebten Album geglückt, weshalb nach fast 20 Jahren des Bestehens – soviel sei schon mal verraten – wieder ein Triumph ins Haus steht. Während die beiden ersten Songs einfach nur düsteren, vertrackten und bösen Death Metal bieten, zeigen die vier New Yorker in den folgenden Songs, dass sie nichts verlernt haben. World Agony, Tarnished und The Weight of Devotion sind mächtige Songs, Fans von Alben wie Close to a World Below werden vor Freude aus dem Häuschen sein. Doch auch Dawn of Possession wird gehuldigt – die Gegenwart des Quartetts zieht die besten Aspekte der Vergangenheit in Betracht.

Ins Ohr gehen die Songs auf Shadows in the Light nicht gerade schnell, anders als bei Unholy Cult entfaltet sich das Material erst nach vielen Durchgängen, glücklicherweise zünden einige Passagen schnell, so dass der Hörer bald das Potenzial der Scheibe erkennt – der Titeltrack ist hierfür das beste Bespiel. Rasanz und Heaviness wechseln sich stets ab, Langeweile kommt nie auf. Die Mischung von IMMOLATION harmoniert bestens, das Material ist musikalisch extrem hochwertig, kein Wunder also, dass die Musiker zu Höchstformen auflaufen – Bill Taylor und Bob Vigna liefern sich regelrechte Riffschlachten und brillieren auch mit wirklich guten Soli. Das Drumming von Steve Shalaty ist komplex und verspielt und tritt auch verdammt mächtig Arsch. Über die Performance von Ross Dolan müssen keine Worte verloren werden, er ist ein Death Metal-Sänger von Weltklasseformat.

Neben den großartigen Songs, den hohen Leistungen der Band und dem schicken Artwork sollte auch die Produktion erwähnt werden, die sehr old-schoolig klingt und daher sehr gewöhnungsbedürftig und rau ist, aber dennoch wunderbar funktioniert. Irritierend ist das Soundgewand, aber je öfter man die Platte gehört hat, desto besser passt dies zur infernalischen, bitterbösen Musik. Unterm Strich bleibt eine großartige Death Metal-Scheibe, die gleichermaßen wütend wie atmosphärisch ist und jeden IMMOLATION-Fan glücklich machen wird. Mit Close to a World Below kann Shadows in the Light zwar nicht ganz mithalten, aber das siebte Album der New Yorker ist dennoch ein Garant dafür, geplättet zu werden, wie von niemand anderem sonst.

Veröffentlichungstermin: 25. Mai 2007

Spielzeit: 40:30 Min.

Line-Up:
Ross Dolan – Vocals, Bass
Robert Vigna – Guitars
Bill Taylor – Guitars
Steve Shalaty – Drums

Label: Listenable Records

Homepage: http://www.immolation.info

Email: band@immolation.info

Tracklist:
1. Hate´s Plague
2. Passion Kill
3. World Agony
4. Tarnished
5. The Weight of Devotion
6. Breathing the Dark
7. Deliverer of Evil
8. Shadows in the Light
9. Lying with Demons
10. Whispering Death