HIEROPHANT: Great Mother : Holy Monster

Nicht mehr ganz auf den Spuren ihrer Landsleute THE SECRET: HIEROPHANT ist ein bitteres, angeschwärztes Hard- und Crustcore-Album gelungen.

Bitteren Stoff aus Italien gibt es nicht nur von THE SECRET. Deren Kumpels HIEROPHANT klangen nicht von ungefähr wie die kleinen Brüder der SOUTHERN LORD-Truppe. HIEROPHANTs Debütalbum kam ein paar Monate nach Solve Et Coagula heraus und ist ebenfalls zwischen Crust, Hardcore und Black Metal angesiedelt, mittlerweile fehlen da aber die Black Metal-Elemente fast gänzlich, Great Mother : Holy Monster ist ein punkiges, angeschwärztes Hardcore-Album. Natürlich, in einem Land wie Italien ist die Laune derzeit schlecht, vielleicht sind Bands dieser Colheur lediglich ein fatalistischer, zynischer Zeitgeist. Great Mother : Holy Monster ist nun das Ergebnis von zwei Jahren knallharter Arbeit. HIEROPHANT waren quasi unermüdlich auf Tour, zerlegten Bühnen zusammen mit OATHBREAKER, TOMBS und DEAFHEAVEN, arbeiteten stark an sich, so dass sie nicht nur mit einem starken, bitterbösen Zweitwerk auftrumpfen, sondern auch einen neuen Deal an Land gezogen haben.

Die Liasion mit den Hardcore-Spezialisten BRIDGE NINE ist nun weniger beeindruckend als das Material auf Great Mother : Holy Monster. HIEROPHANT zeigen in lediglich acht Songs in etwas weniger als achtundzwanzig Minuten, wie man systematisch und doch ganz impulsiv ganze Landstriche verwüsten kann. Son Of The New Faith, Son Of The Tongue´s Prison, Son Of The Carcinoma, Son Of Egoistic Love und Son Of Public Castration stehen dabei für die crustigen Nummern mit D-Beat-Einlagen, krachenden Riffs, finsteren Dissonanzen und animalischem Gebrüll, während in längeren Stücken wie dem ultrabrutalen Son Of The Cathartic Cave alles langsam aber unaufhaltsam niedergewalzt wird. Das klingt teils stark nach MARTYRDÖD und TRAGEDY und wenn es schleppend wird, hört sich das doch nach THE SECRET in ihren langsamen Momenten an. Und HIEROPHANT stehen ihren Landsleuten in Sachen Heaviness und Nihilismus in nicht viel nach.

Dem entfesselten Hass, den THE SECRET parat haben, können HIEROPHANT dann doch nichts entgegen setzen. Great Mother : Holy Monster ist aber trotzdem deutlich wütender als die typische Crust-Band von nebenan, vielleicht liegt es an dem Temperament, das man den Italienern nachsagt. Fakt ist, dass HIEROPHANT auf ihrem zweiten Album nicht nur geilen Gitarren- und Basssound parat haben und unendlich dreckig klingen, sie haben ein kompaktes, brutales Album parat, das zur Revolution geradezu verleitet. Vielleicht sollte man das den zahlreichen jungen Arbeitslosen in Südeuropa vorspielen, vielleicht würden dann manche Paläste brennen. Great Mother : Holy Monster ist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung für die fünf Musiker aus Italien, die ihren Sound nun trotz aller Grobschlächtigkeit verfeinern und an ihrer Vision sehr schön feilen – und das macht dieses Album alles in allem absolut hörenswert.

Veröffentlichungstermin: 5. April 2013

Spielzeit: 27:41 Min.

Line-Up:
Lorenzo – Guitar
Karl – Throat
Giacomo – Bass
Steve – Guitar
Ben – Drums

Label: Bridge Nine Records

Homepage: http://hierophant.bandcamp.com
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/hierophantkvlt

Tracklist:
1. Son Of The New Faith
2. Son Of The Tongue´s Prison
3. Son Of The Four-Hands Way
4. Son Of The Carcinoma
5. Son Of Egoistic Love
6. Son Of Public Castration
7. Son Of The Cathartic Cave
8. Son Of The Black Mirror