HANGING GARDEN: At Every Door

HANGING GARDEN: At Every Door

Farbwahl und Gestaltung des Artworks fangen die anfängliche Atmosphäre von „At Every Door“ punktgenau ein. Die Trostlosigkeit im Vordergrund wird von einem flüchtigen Wärmeschimmer umschlossen. HANGING GARDEN sind beizeiten deprimierend, auf unerbittliche Weise ehrlich, doch sprechen sie im nächsten Moment wieder Worte der Zuversicht. Das Albumdebüt von Sänger Toni Toivonen ist viel mehr als eine reguläre Doom-Death-Platte: Die Finnen suchen aktiv nach unerforschtem Terrain, huldigen auf diese Weise beiläufig ihren visionären Vorbildern, entfalten also ihr neues Werk in einer musikalischen Landschaft, die mit einfachen Schlagworten nicht mehr zu beschreiben ist.

Enorm profitiert „At Every Door“ in dieser Hinsicht von seiner Produktion, welche mit trockenem Schlagzeug und teils nüchterner Gitarrenwand aufwartet und ihr Volumen vornehmlich durch die vielschichtigen Arrangements sowie unterlegten Keyboards gewinnt. „Ten Thousand Cranes“ erinnert an CULT OF LUNA, kehrt zwischen Laut-Leise-Dynamik aber die Death-Growls von Fronter Toivonen prominent nach außen. Diese sind zudem ein kraftvoller Kontrast zu den unverzerrten Gitarren, die in „Ash And Dust“ um das Rhythmusfundament gesponnen wurden.

HANGING GARDEN beweisen große Wandlungsfähigkeit

Solche Gegensätze sind ein signifikanter Bestandteil von „At Every Door“. So schwingt sich „Wormwood“ nach reduziertem Beginn zu einer Hymne Marke KATATONIA oder GHOST BRIGADE auf, welche vor allem gesanglich über dem dynamischen Konzept thront. „Hegira“ zieht wiederum in der zweiten Hälfte tempomäßig an, während der quasi-instrumentale Titeltrack auf die Magie des Moments setzt.

Diese Wandelbarkeit kulminiert schließlich in den beiden schweren Brocken „The Cure“, bei dem sich die Gitarren filigran und ISISgleich umgarnen, sowie „To End All Ages“. Letzterer türmt sich in seinen zehneinhalb Minuten kalt und unnahbar auf; eine mächtige Festung, die gegen alle Angriffe gefeit scheint. Nur die stillen Momente inmitten der pompösen Wände offenbaren ein zerbrechliches Wesen, dessen Kern jedoch gut behütet eingemauert scheint.

„At Every Door“ mausert sich vom angeschlagenen Elend zum unerschütterlichen Monolith

Die Trostlosigkeit des Anfangs ist einem harten, gefestigten Auftreten gewichen. Der Wandel HANGING GARDENs vom angeschlagenen Elend zum unerschütterlichen Monolith ist stringent und vielleicht die größte Errungenschaft, die einem Werk wie „At Every Door“ gelingen kann, obwohl – und das sollte als einziger großer Kritikpunkt nicht verschwiegen werden – das Gesamtwerk weniger Kopfarbeit erfordert und lang nicht so tief unter die Haut geht, als es etwa bei den monumentalen und teils kryptischen Werken von ISIS oder CULT OF LUNA der Fall ist.

Veröffentlichungstermin: 01.02.2013

Spielzeit: 53:56 Min.

Line-Up:
Toni Toivonen – Vocals
Mikko Kolari – Guitars
Jussi Hämäläinen – Guitars
Nino Hynninen – Keyboards
Jussi Kirves – Bass
Antti Ruokola – Drums

Label: Lifeforce

Homepage: http://www.hanging-garden.net/
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/HangingGardenOfficial/

HANGING GARDEN „At Every Door“ Tracklist

01. Ten Thousand Cranes
02. Ash And Dust
03. Hegira
04. Wormwood
05. At Every Door (Video bei YouTube)
06. The Cure
07. Evenfall
08. To End All Ages

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.