FULL OF HELL: Weeping Choir

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Die wohl am meisten gefürchtete Krachtruppe der USA schlägt wieder zu.

Zwei Jahre nach „Trumpeting Ecstasy“ und zwei großartigen Collabos mit THE BODY zwischendurch (darunter das Album „Ascending A Mountain Of Heavy Light“ aus dem Jahr 2017) lassen FULL OF HELL auf ihrer neuen Scheibe die Menschheit erneut in einem Chaosstrudel versinken.

FULL OF HELL schauen gerne über den Tellerrand…

Wer diese Band schon länger kennt weiß, dass FULL OF HELL nicht alleine von ihrer kompromisslosen Brutalität leben, sondern im Gegensatz zu den meisten Genrekollegen es schaffen, aus dem eng geschürten Korsett auszubrechen und sich mit den abgelegten Scheukappen den musikalischen Einflüssen aller Art zu öffnen. Natürlich werden hier und da die Stimmen laut, dass es da draußen jeder Menge anderer Bands mit dem gleichen Ansatz gebe und gab – man denke dabei an die Jungs und Mädels von PIG DESTROYER, CLOUD RAT, VERMIN WOMB oder eben die späteren BRUTAL TRUTH. Ja, das mag alles stimmen und stimmt sogar, aber gerade FULL OF HELL sind diejenigen, die es schaffen, dieses nahezu unüberschaubares Konvolut aus Noise, Sludge, Grind, Death und Black Metal zu einem eigensinnigen, dissonanten und gleichzeitig genießbaren und stets nachvollziehabaren Werk wie eben „Weeping Choir“ zu formen. Klingt zwar elitär, aber so ist eben die Kunst: Man muss sich schon ein wenig damit auseinandersetzen – schließlich wurde dieses Prinzip bereits vor mehr als fünfzig Jahren von den Denkern wie Bourdieu und Adorno postuliert.

…und bleiben auch hier ihrer Linie treu

Kurz zusammengefasst, finden sich FULL OF HELL auf nahezu jedem Terrain zurecht, was sie auch eindrucksvoll auf der neuen Platte demonstrieren. Neben den klassischen, dissonanten (Neo)Grind Nummern wie „Burning Myrrh“, „Downward“ oder „Cellar Of Doors“ lassen sich Noise bzw. Industrial Stücke („Rainbow Coil“ und „Angels Gather Here“) und für die Bandverhältnisse ellenlange Blackened Sludge Nummer „Armory Of Obsidian Glass“ finden. Vor allem „Armory…“ kann als das absolute Highlight des Albums bezeichnet werden – nicht zuletzt wegen der Gesangsperfomance von keiner geringeren als Kristina Haytes alias LINGUA IGNOTA, die inzwischen zu einem Shooting Star des ans Avantgarde angelehnten Industrial avanciert ist.

„Weeping Choir“ lässt kaum Wünsche offen

Insgesamt lässt „Weeping Choir“, das im Übrigen als die Schwesterscheibe zu „Trumpeting Ecstasy“ konzipiert wurde, kaum Wünsche offen, wodurch die vier Jungs aus Maryland ihr Status einer der weltweit wichtigsten modernen Grindbands ein Stück weiter festigen können.

Veröffentlichung: 17.05.2019

Label: Relapse Records

Produziert von: Kurt Ballou

Bandwebsite: https://fullofhell.bandcamp.com/

Facebook: https://www.facebook.com/fullofhell/

Line-Up:

Dylan Walker – vocals
Spencer Hazard – guitars
Dave Bland – drums
Sam DiGristine – bass

FULL OF HELL „Weeping Choir“ Tracklist:

1. Burning Myrrh (Video auf YouTube)
2. Haunted Arches
3. Thundering Hammers
4. Rainbow Coil
5. Aria Of Jeweled Tears
6. Downward
7. Armory of Obsidian Glass
8. Silmaril
9. Angels Gather Here
10. Ygramul The Many
11. Cellar Of Doors

BKa
BKa
BKa ist seit 2013 bei vampster und liefert Reviews, gern auch zu derberen Sounds. Genres: Core, Doom, Sludge.