FOZZY: Boombox

FOZZY stehen auch heute noch unweigerlich für Frontman Chris Jericho, selbst auf dem nunmehr neunten Album. Klar, wenn man einen Sänger hat, der sich bereits als Wrestling-Star auf anderen Bühnen einen großen Namen gemacht hat. Aber der Kanadier kann mit seiner Band auf reichlich eigene Erfolge verweisen, seine Siege im Ring braucht er nicht als Werbemittel. Bandkopf Rich Ward liefert seit über 20 Jahren mit den Kollegen die passenden Songs. Gerade das letzte Album „Judas“ von 2017 sowie der Titelsong als Single haben die Band ordentlich nach vorn gebracht. Nun also steht das neue Album an mit dem lauten Titel „Boombox“. Chris Jericho dazu: Das letzte Album brachte uns auf das nächste Level und brachte uns eine gute Position im Rockradio und als Live-Magnet ein. Daher wussten wir, dass wir das Album unseres Lebens nachlegen mussten“.

FOZZY wollen mit „Boombox“ das Album ihres Lebens nachlegen

So kommt „Sane“ auch gleich kämpferisch aus den Boxen, die perfekte Einlauf-Musik, um in den Ring zu steigen. Modern, hart, kraftvoll, mit catchy Melodie und einem Refrain zum Mithüpfen. Die breite Zielgruppe ist klar, passend wurde der Song auch als Single herausgezogen. Immer noch Schwindelerregend das Video dazu. Der Gedanke, der sofort aufkommt, bestätigt sich später immer wieder. Beim folgenden, poppigeren „I Still Burn“ vergisst man ihn kurz, aber „Purifier“ und einige andere erinnern wieder daran. Vieles hier klingt nach dem letzten OZZY-Album „Ordinary Man“. Wäre hier das gleiche Produktionsteam am Start, man wäre nicht überrascht. Aber da schließt sich ein Kreis, letztendlich startete die Band 1999 als FOZZY OSBOURNE, einer Coverband mit sicher reichlich OZZY-Songs. Ok, die poppigen Elemente schieben den Madman etwas weg. Aber auch die wohl unvermeidbare Ballade “Army Of One” hätte ihm gut gestanden. Schön zum Mitschunkeln, dezente NICKELBACK-Melodien, passend fürs Radio, Überraschungsfrei und gut.

„Boombox“ ist passend für Radio und Stadionshows, Überraschungsfrei und gut

Das gilt auch für den Rest. Mal wird wieder moderner gerockt, die Hüpfparts werden nicht vergessen, Alternative-Anleihen, catchy Melodien für Radio und Stadionshow. Da macht sich auch „My Great Wall“ gut, man sieht die Menge bildlich ausgelassen Tanzen und Hüpfen. Gar böse mit Crossover-Touch kommt „What Hell Is Like“, an die letzte OZZY denkt man wieder beim Rausschmeißer „The Vulture Club“. Perfekt in die Mitte platziert hat man die Coverversion von „Relax“, Megahit 1984 von FRANKIE GOES TO HOLYWOOD. Rockiger, aber nahe am Original ist dies der Song, der am meisten hängenbleibt. Einen echten eigenen Hit, der am Ende des Albums im Ohr festhängt, gibt es eher nicht.

„Boombox“ macht als Gesamtwerk Spaß und wird reichlich Freunde finden

„Boombox“ macht als Gesamtwerk Spaß und wird reichlich Freunde finden, durchaus auch die Charts knacken, vor allem in den USA. Für diese Zielgruppe ist hier alles zurechtgeschnitten, für den hart rockenden Mainstream-Fan ist alles dabei. Der Sound ist kraftvoll und lädt ein zum laut drehen. Die Vocals von Chris sind cool und bringen immer wieder diesen OZZY-Touch mit, Rich Ward liefert starke Gitarren und Leads, für die er sich viel mehr Raum nehmen sollte. Die Rhythmsection liefert standesgemäß, wobei hier statt der Besetzung im Lineup anscheinend Randy Drake und Ur-Drummer Frank Fontsere in die tiefen Saiten und Felle gehauen haben.

Wer modernen Hard Rock mit dezenten Metal-Momenten, Crossover, Alternative- und Post Grunge-Elementen mag, sprich knackige hart rockende Musik für die breite Masse im positiven Sinn, der wird mit der „Boombox“ Spaß haben. Und ja, auch wer die modernere Ausrichtung des letzten OZZY-Albums mochte. Einzig beim etwas lieblos aufgemachten Digipack hätte man sich mehr Mühe geben können.

Veröffentlicht am 06.05.2022

Spielzeit: 42:35 Min.

Lineup:
Chris Jericho – Vocals
Rich Ward – Gitarren, Vocals
Billy Grey – Gitarren
PJ Farley – Bass
Frank Fontsere – Schlagzeug

Label: Mascot Records

Homepage: https://fozzyrock.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/FozzyRock

Die Tracklist von “Boombox”:

1. Sane (Video bei YouTube)
2. I Still Burn (Video bei YouTube)
3. Purifier (Video bei YouTube)
4. Army Of One
5. Ugly On The Inside
6. Relax (frankie goes to hollywood)
7. Nowhere To Run (Video bei YouTube)
8. My Great Wall
9. What Hell Is Like
10. Omen
11. The Worst Is Yet To Come
12. The Vulture Club