FOGH DEPOT: Fogh Depot

Sorgsam instrumentierter Dark Jazz, der den Größen des Genres noch nicht das Wasser reichen kann.

Dunkle Nächte gibt es überall auf der Welt. Sei es in Frankreich, in den Niederlanden, im Ruhrgebiet oder in Russland. Und vielleicht ist es in der Metropole Moskau besonders finster. Ansonsten würde eine Stadt keine Band wie FOGH DEPOT ausspeien. Im französischen Brest sitzen deren Kollegen DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES, aus Rotterdam in Holland stammen ihre Mentoren THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE. Und diese beiden Acts inspirieren, zusammen mit BOHREN UND DER CLUB OF GORE, das Schaffen des jungen Trios FOGH DEPOT. Gleichzeitig wählen die Moskauer einen vergleichsweise elektronischen Weg der an AMON TOBIN denken lässt und einige zusätzliche Einflüsse aus dem Trip Hop einbringt.

Instrumental, geheimnisvoll und düster ist die Musik in den acht Songs auf diesem Debütalbum. Es kann mitunter etwas dauern, bis die Kompositionen an Fahrt gewinnen. Dadurch ist Fogh Depot aber auch ein Album, dass einen wunderbaren Fluss hat, das sich immer wieder langsam auf- und abbaut, und dann mit großen Momenten punkten kann, wie Anticyclone, Mining (BTC) und Burning Beard beweisen. Das bedeutet aber auch, dass einige kurze Soundfetzen recht unvermittelt auftauchen können, wie in Sagittarius und Orphan Drug – hier klingen FOGH DEPOT so, als wollten sie mittels starker Gegensätze die unterschiedlichen Gegenden ihrer Metropole porträtieren. Ganz starken Momente haben FOGH DEPOT aber einmal in Nevalyashka mit seiner brillanten Klavierarbeit und außerdem in Tattoo, das mutig instrumentiert wie die Dark Jazz-Version eines ENNIO MORRICONE-Soundtracks aus den 1970ern klingt.

Überhaupt ist die Instrumentierung bei FOGH DEPOT ein sehr großes Thema. Das Trio bedient sich vieler Synthesizer und Keyboards, setzt gerne Saxophon, Klarinetten und sogar Flöten ein, hat stilvolles Schlagzeug und neben dem Kontrabass auch einige Gitarren im Einsatz. Diesen Fundus nutzen FOGH DEPOT gerne aus, erschaffen somit breit gefächertes Material. Moskau ist eine enorm schillernde und facettenreiche Stadt, vermutlich machen Musiker, die von dort stammen, ebenso facettenreiche Musik. Da FOGH DEPOT nicht permanent Gänsehaut wie in Nevalyashka entstehen lassen und in letzter Konsequenz doch etwas unentschlossen sind, können Sie den Großen aus dem Dark Jazz-Genre noch nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Fogh Depot ein spannendes und nicht selten mitreißendes Album, das über lange Zeiträume hinweg fesseln kann. Zumindest jetzt, da der Frühling noch nicht ganz angekommen ist und die Nächte noch recht lange dunkel sind.

Veröffentlichungstermin: 20. Februar 2015

Spielzeit: 39:20 Min.
Label: Denovali Records

Homepage: http://foghdepot.bandcamp.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/foghdepot

Tracklist:
1. Anticyclone
2. Mining (BTC)
3. Nevalyashka
4. Sagittarius
5. Orphan Drug
6. Tattoo
7. Dark Side Of The M0nk
8. Burning Beard