FEAR MY THOUGHTS: Vitriol

Es gibt sie noch, die originellen und emotionalen Bands aus deutschen Landen!

Wenn sich Emotion, Leidenschaft und Aggression in der Musik vermischt, so dies gibt meiner Meinung nach, das was einem der Alltag tagtäglich verbirgt: Tiefe. Es fühlt sich so gut an, in ein Wechselbad der Gefühle geworfen zu werden um danach völlig durchnässt und erschöpft wieder an die Oberfläche zu gelangen. Das ist pures Leben.

So fühlte es sich an, als ich zum ersten Mal FEAR MY THOUGHTS im heimischen CD-Player hatte. Die Musiker aus dem Süden der Republik haben es einfach drauf, Songs zu schreiben, die tief gehen. Die Tiefe und Schwermütigkeit wärmt wie NEUROSIS, die noisigen Riffs und das Drumming klingen wie eine zugänglichere Version von CONVERGE und die Leads und melodischen Gitarrenriffs sind in allerbester schwedischer Manier gehalten. Wenn euch jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammenläuft so kann ich euch auch nicht mehr helfen.

Die Arrangements sind allesamt komplex, aber nachvollziehbar und fesseln den Hörer jedesmal ein bisschen mehr. Die geschickt eingesetzte Dynamik, das leise Zwischenspiel Ataraxia, das durchdacht in den besten Song dieser Mini, Nothing that Could Be Compared übergeht und die, leider sehr spärlich, eingesetzte Violine, die ebenfalls Erinnerung an NEUROSIS wach werden lässt und abwechslungsreicher Schrei- und Kreischgesang fügen sich hervorragend in die originelle Musik ein.

Abschließend gibt es noch den Song Fear My Thoughts zu hören, der wirklich aus der Reihe tanzt und zeigt, dass diese musikalisch und textlich ernste Band doch ein breites Grinsen in Gesicht haben kann. Dieses Stück ist eine gelungene True Metal-Parodie, mit einem richtig witzigem Text und True Metal-Vocals, die ausnahmsweise nicht zum Davonlaufen sind. Selbst, wenn es den Hörer etwas verwirren mag, dieser Song ist zum schreien!

Aber auch für die anderen Songs gilt das Prädikat besonders wertvoll und ich lege jedem Hörer, der an BETWEEN THE BURIED AN ME gefallen gefunden hat, diese CD wärmstens ans Herz. Klar, Vitriol ist weit weniger kompliziert, aber haut fast genauso rein. Leute, unterstützt diese junge Band und helft ihnen, damit sie nicht im Sumpf der Veröffentlichungen untergeht. Ich habe sie bereits in mein Herz geschlossen.

Spielzeit: 32:43 Min.

Line-Up:
Mathias Ockl – Vocals, Lyrics

Markus Ruf – Guitars

Patrick Hagmann – Guitars

Bartosz Wojciechowski – Bass

Alexander Kovats – Drums

Lisa Graf – Violin

Label: Let it Burn Records

Homepage: http://www.fearmythoughts.com

Email: ruf@fearmythoughts.com

Tracklist:
1. Aponia

2. 6 Billion Mirrors

3. A New Enlightment

4. Ataraxia

5. Nothing that CouldBe Compared

6. As I Bleed

7. Fear My Thoughts