FEAR MY THOUGHTS: The Great Collapse

FEAR MY THOUGHTS: The Great Collapse

Intensiv, intensiver, FEAR MY THOUGHTS! So und nicht anders muss das neue Album der süddeutschen Metalcore/Deathcore-Combo FEAR MY THOUGHTS bezeichnet werden.

War der Vorgänger Vitriol schon recht stark ausgefallen, so legt das Quintett mit “The Great Collapse” nochmals einen drauf und die vorliegende Veröffentlichung zieht den Hörer nach jedem Hördurchlauf ein Stück mehr in ihren Bann.

Nach einem kurzen, ruhigen Intro („Velvet“) folgt mit dem Titeltrack zugleich mein Albumhighlight. Mit fetten BOLT THROWER-mäßigen Gitarrenriffs walzen FEAR MY THOUGHTS unerbärmlich nieder, was ihnen in den Weg kommt. Teils im Midtempo, dann wieder in Uptempo-Gefilden gehalten und mit mächtigen brutalen Vocals ausgestattet. Die grabestiefe Stimme von Mathias Ockl erinnert mich dabei immer wieder an Death Metal-Gott Martin van Drunen. Jedoch bringt Mathias genügend Abwechslung rein, indem er hysterische Schreiorgien über den Track legt. Zudem wurden zusätzlich schräge Keyboardeffekte integriert. Ein Vorzeige-Metalcore-Song!

Rhythmisch und melodisch startet das anschließende „Rituals“, um alsbald in einen foricerten Uptempo-Thrasher umzuschalten, der ordentlich groovige und treibende Abschnitte enthält. Ein paar alte IN FLAMES-Einflüsse sind bei „Sirens Singing“ (vor allem in der Gitarrenarbeit) auszumachen. Recht melodisch und ansprechend. In dieser Komposition benutzen FEAR MY THOUGHTS als weiteres Stilmittel zusätzlich cleane Vocals. Mit angezogener Handbremse und ein Paar elektronischen Spielereien groovt sich die Band durch den Track „Hollow Inside“. Für Auflockerung sorgt der Mittelpart, der mit einem Akustikbass, Synthieteppich und verzerrtem Sprechgesang vorgetragen wird. Beim letzten Abschnitt wage ich sogar zu behaupten dezente Stoner Rock-Klampfen zu erkennen. Danach darf sich der Hörer beim kurzen Zwischeninstrumental „The Architect“ erstmal entspannen und die erfahrene Energie verdauen. Jedoch schleudern FEAR MY THOUGHTS den Rezipienten dann wieder in ein Wechselbad der Gefühle und bekommt eine deftige Death/Thrash-Kante („Challenge“) auf die Lauscher geballert, wie immer mit hasserfüllten Vocals und einer guten Portion an Melodie. Wiederum setzte die Band auch hier einen andersartigen, ja schon fast jazzig anmutenden, Teil in die Mitte des Stückes. Interessant. „Mission Immortality“ und „Norm AD“ stehen den vorangegangenen Songs in nichts nach und zum Abschluss hören wir mit „Reign“ eine Nummer, die sowohl hart, melodisch, groovig und dreckig ist. Geprägt von zahlreichen variablen Riffs und dem extremen Gesang, der mehr in die Death Metal-Kerbe tendiert, als von manch anderer Metalcore-Kapelle. Zum Glück lassen FEAR MY THOUGHTS „The Great Collapse“ mit einem langen Piano-Outro ausklingen, so dass kein Käufer nach dieser aggressiven Ladung Metalcore dem nächst besten Nachbar eins in die Fresse zentrieren muss, sondern schnell vom Aggro-Trip wieder runter kommt.

Insgesamt gesehen ist „The Great Collapse“ sehr intensiv, brutal, aber wiederum melodisch, groovig, variabel und FEAR MY THOUGHTS dürften sich mit diesem Album international gesehen einen der oberen Tabellenplätze der Core-Liga sichern.

Veröffentlichungstermin: 26.04.2004

Spielzeit: 43:20 Min.

Line-Up:
Markus Ruf – guitars

Patrick Hagmann – guitars

Alexander Kovats – drums

Bartosz Wojciechowski – bass

Mathias Ockl – vocals

Produziert von V.O. Pulver/Frank Winkelmann
Label: Lifeforce Records

Hompage: http://www.fearmythoughts.com

Tracklist:
Velvet

The Great Collapse

Rituals

Sirens Singing

Hollow Inside

The Architect

Challenge

Mission Immortality

Norm AD

Reign

Psycho