EWIGHEIM: Heimwege

EWIGHEIM: Heimwege

Heimwege ist das zweite Album von EWIGHEIM, dem Duo bestehend aus Allen B. Konstanz (THE VISION BLEAK) und Yantit (EISREGEN), und wenn man den ersten richtigen Song auf diesem Album hört, könnte man meinen, es mit einem richtig guten Düster-Metal-Album zu tun zu haben. Das Rad der Käfer kommt ziemlich schleppend daher, mit schweren, beinahe schon doomigen Gitarren und einem düsteren Piano, und der tiefe Gesang von Konstanz, in der Strophe säuselnd und im Ohrwurm-Refrain voller Pathos, zeigt hier volle Wirkung. Ein toller Einstieg, abgerundet durch eine klagende Violine. Positiv fällt hier auch sofort die fette Produktion auf. Die Drums knallen ordentlich, und auch die E-Gitarren, die sich meist auf Powerchords konzentrieren, ertönen ziemlich wuchtig. Auch das sehr ruhige, fragile Mondtier, welches ohne E-Gitarren auskommt, bei dem dafür die Violine eine dominierende Stellung einnimmt, kann überzeugen.

Je weiter das Album aber voranschreitet, desto mehr fällt auf, dass sich bei unterschiedlicher Instrumentierung die verwendeten Melodien der einzelnen Kompositionen doch sehr ähneln und ziemlich austauschbar klingen. Leib im Laub etwa wartet mit fast schon blackmetallischen Schrammelgitarren auf, das ist aber auch das einzige Merkmal dieses Songs, anhand dessen man es vom restlichen Material abgrenzen kann. Bei Odem hingegen wird Konstanz nur vom Piano, das auf diesem Album überhaupt eine wichtige Rolle einnimmt, und Streichern begleitet. Dadurch sticht das Stück zwar ein wenig heraus, es plätschert jedoch vor sich hin.

Nicht nur sind die Akkordfolgen und Songstrukturen recht vorhersehbar, auch an der Tatsache, dass Konstanz immer noch kein wirklich guter Sänger ist, hat sich nichts geändert. Wie auch bei THE VISION BLEAK, so machen sich auch auf diesem Album der arg limitierte Stimmumfang wie auch die begrenzten Variationsmöglichkeiten negativ bemerkbar.

Zwei oder drei starke Songs machen noch kein gutes Album, das gilt für EWIGHEIM genauso wie auch schon für THE VISION BLEAK. Geboten wird größtenteils durchschnittlicher Düster-Metal, das kann auch der pseudo-intellektuelle, künstlerische Anspruch, mit dem man dieses Projekt umgibt, nicht verdecken, wirkt dieser doch nicht nur angesichts der musikalischen Defizite ziemlich aufgesetzt. Sich auf ein Projekt zu konzentrieren und dann ein durchweg starkes Album zu komponieren, anstatt mehrere durchwachsene Produkte auf den Markt zu schmeißen, könnte hilfreich sein.

Veröffentlichungstermin: 27.09.2004

Spielzeit: 41:36 Min.

Line-Up:
Allen B. Konstanz

Yantit
Label: Prophecy Productions

Hompage: http://www.ewigheim.de

Tracklist:
1. Vorspiel

2. Das Rad Der Käfer

3. Der Tanz Der Motten

4. Mondtier

5. Leib Im Laub

6. Humus Humanus

7. Der Prophet

8. Odem

9. Heimweg