ELFMAN: Common Sky

Wer mag schon alkoholfreies Bier, wenn er echtes Schwabenbräu in sich reinkippen kann? Wer ist schon Fan der Stuttgarter Kickers, wo man doch auch den VfB Stuttgart unterstützen kann? Wer fährt schon Moped, wenn er auf ´ner Horex davondonnern kann?

So gemein es klingen mag, aber wer mag schon alkoholfreies Bier, wenn er echtes Schwabenbräu in sich reinkippen kann? Wer ist schon Fan der Stuttgarter Kickers, wo man doch auch zum VfB Stuttgart gehen kann? Wer fährt schon Moped, wenn er auf ´ner Horex davondonnern kann? Nun, ein paar Unentwegte gibt es wohl immer, diese werden denn auch ELFMAN was abgewinnen können, doch ansonsten ist das Original, das da KORN heißt, eindeutig zu bevorzugen. Die Österreicher versuchen, ähnlich psychopathischen Gesang mit nu-modischem Riffing und psychedelischen Ruhepolen zu koppeln, was zwar ganz gefällig klingt, doch zugleich drückt das Material von ELFMAN nicht annähernd so mächtig aus den Boxen wie die aktuelle Überscheibe der KÖRNer. Zu bieder die Grooves, zu gestelzt die harte, psychopathische Seite, als dass von „Common Sky“ allzu viel hängen bleibt. Da kann Oliver Varga noch so verblüffend nach Jonathan Davis klingen, der Schwindel fliegt spätestens beim nächsten Riff wieder auf, wenn die Chose einfach nur halb so gut groovt, wie sie es bei den Kaliforniern tut. Vielleicht sollte ich ELFMAN auch nicht zu sehr an KORN messen, doch fordern die Songs es einfach zu deutlich heraus, so dass sich die Jungs aus unserem Nachbarland das selbst in die Schuhe zu schieben haben. Einzig Hold Out weicht von den Fußspuren der Vorbilder ab, wird jedoch geradezu magnetisch in Richtung STAIND gezogen, so dass wiederum kein Raum für eigene Ideen bleibt. ELFMAN beweisen auf „Common Sky“, dass sie im Groben kapiert haben, wie das Erfolgsrezept von KORN funktioniert, und dass sie gerne ähnlich cool wären, doch heraus kommt lediglich eine zwar insgesamt ganz nette Scheibe, die jedoch ohne jedwede Originalität auskommen muss.

Veröffentlichungsdatum: 17.06.2002

Spielzeit: 52:31 Min.

Line-Up:
Oliver Varga – Gesang, Gitarre, Programming

Georg Kostron – Bass, Gesang, Programming

Thomas Kropej – Schlagzeug

Saint-Sferic – Turntables, FX

Produziert von Peter Böhm
Label: W.A.B./Napalm Records/SPV

Tracklist:
Why Don´t You Say

Drive

For You

Glory D.

By Myself

Hold out

Sail away

Inside

Ragged Ann

Entertainment

Common Sky

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