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ELECTRIC WIZARD: Witchcult Today

ELECTRIC WIZARD: Witchcult Today

Heute schon eine schwarze Messe gefeiert? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit, jetzt da Witchcult Today im Begriff ist, die Welt zu erobern. Zumindest hätten sie die Welt vor 30 Jahren erobert. Und jetzt liefern ELECTRIC WIZARD mit Album Nummer sechs zumindest für die Herzen der Doomer dieser Welt, die es gerne dreckig und retro mögen, das Richtige ab. Das Quartett aus dem englischen Dorset kann auf jeden Fall eines: Riffzeremonien veranstalten, die sich gewaschen haben. Denn neben Satan ist eben die elektrische, verzerrte Gitarre immer noch das, was am meisten anzubeten ist, zumindest für diese vier Musiker.
Die sehr klischeehafte Verbindung dessen wirkt erfreulicherweise immer noch wie der feuchte Traum eines jeden 70er B-Movie Anhängers. Okkulte Töne treffen auf erdigen Doom und das Soundgewand klingt extrem nach dem BLACK SABBATH-Debüt. Kein Wunder, Witchcult Today wurde auch ausschließlich auf Equipment aus der Prä-70er-Ära aufgenommen. Nicht nur die Amps, auch der Gesang, das Drumming, das Riffing, die Leadgitarren, die Basslinien, all das war schon mal da, aber daran stören sich weder ELECTRIC WIZARD noch ihr Publikum, im Gegenteil. Schön, dass eine Band sich wieder dem Urdröhn widmet, dem Ursprung des Genres. Das einzige, was die vier Musiker den 70ern voraus haben ist, dass sie deutlich mehr dröhnen als es in der Schlaghosenzeit üblich war.

Diese Mischung garantiert eine verdammt mitreißende wie kurzweilige Stunde, Songs wie Witchcult Today und Torquemada ´71 sind feinster Doom mit großartigen Riffs, genügend Groove und dem Charme, den diese Musik braucht um nicht nach Totalausfall zu klingen. Das gelingt vor allem bei dem großartigen Dunwich, das ELECTRIC WIZARD mittels großartigster Hooklines in Vollendung zeigt. Sogar noch besser, aber auch viel experimenteller ist das Ende des Albums: Das Instrumental Black Magic Rituals & Perversions mit den kranken Backward Messages in der zweiten Hälfte ist der psychedelische Überhammer. Abschließende gibt es Saturnine zu hören, dass über elf Minuten lang mit nur zwei Riffs auskommt ist, wird zum coolsten Jamtrack, den es seid Ewigkeiten zu hören gab, die Basslinie ist großartig und die wild experimentierenden Gitarren lassen auf eine unaussprechliche Drogenhölle schließen.

Derart starkes Material macht auch die beiden schwächelnden Songs Satanic Rites of Drugula und The Chosen Few wieder wett. Die Produktion von Liam Warson und das Artwork könnten nicht authentischer sein, damit die Band verkörpert exakt das, was so toll war an den guten, alten 70ern. Zwar werden nicht alle Doom-Fans das Konzept hinter ELECTRIC WIZARD verstehen oder tolerieren, aber wer auf handgemachte, ehrliche Musik steht und wer BLACK SABBATH vergöttert kommt um dieses kleine, gemeine, bizarre und schrullige Album, sowie der mächtigen Liveauftritte des Quartetts nicht herum. Verneigt euch vor dem Riff!

Veröffentlichungstermin: 16. November 2007

Spielzeit: 58:49 Min.

Line-Up:
Justin Osborn – Guitar, Vocals
Liz Buckingham – Guitar
Rob Al-Issa – Bass
Shaun Rutter – Drums

Produziert von Liam Warson
Label: Rise Above Records

Homepage: http://www.myspace.com/electricwizardorsetdoom

Tracklist:
1. Witchcult Today
2. Dunwich
3. Satanic Rites of Drugula
4. Raptus
5. The Chosen Few
6. Torquemada ´71
7. Black Magic Rituals & Perversions
I. Frisson des Vampires
II. Zora
8. Saturnine