EARTH FLIGHT: Blue Hour Confessions

Sphärisch-melancholischer Rock irgendwo zwischen KATATONIA und HYPNOS 69. Ja, das geht.

Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, endlich mal wieder zügig ein Review zu schreiben – und wollte dieses Vorhaben bei EARTH FLIGHT nun also in die Tat umsetzen. Ging aber nicht. Habe etliche Tage gebraucht, um fertig zu werden.
Das liegt aber nicht an Faulheit (zumindest nicht vordergründig), sondern daran, dass ich beim Hören von Blue Hour Confessions immer wieder tierisch Bock auf KATATONIA hatte.
Mittlerweile bin ich also auf dem Laufenden, was die KATATONIA-Diskografie anbelangt, kann mich zwar immer noch nicht so recht entscheiden, ob ich nun The Great Cold Distance oder Viva Emptiness einen imaginären Orden anheften soll, aber dafür ist ja später auch noch Zeit.

 Aber zurück zu EARTH FLIGHT: Bevor ich überhaupt von der Musik sprechen kann, müsste ich eigentlich das Cover lobpreisen – ganz ehrlich, ich habe selten ein Schöneres gesehen. Mal ganz abgesehen von QUEST FOR FIRE´s nicht ganz entzifferbaren, kribbelbunten Geschmeiß, welches ich recht gerne mag.
Und so habe ich auf ein entspanntes, CAUSA SUI-ähnliches Sommeralbum gewartet, wie es eben das Cover ausdrückt (hätte vielleicht mal das Infoblatt lesen sollen, das passiert aber meistens entweder garnicht oder nur oberflächlich). Und musste erstmal grinsen, als ich Sänger Tobis Organ vernahm, das sich in Brian-Molko-Sphären bewegt und während den ersten paar Songs noch ein wenig fehl am Platz vorkommt.
Aber man gewöhnt sich dran, arrangiert sich damit und findet es irgendwann sogar ganz passend. Und in der Zwischenzeit hört man Songs wie den Opener By The Light Of the Moon, wundert sich bei Noonday Demon über Jonas Renkses fehlende monotone Stimme, wird sogar an END OF GREEN zu Last Night On Earths-Zeiten erinnert und bekommt bei Other Side Of the Ring auch kurzzeitig EARTH FLIGHTs robuste Seite gezeigt.
Vielfältigkeit haben EARTH FLIGHT mit ihren Blue Hour Confessions bewiesen, so kommen nicht nur düstere Gestalten wie die schwedischen Trauerklöpse, sondern auch belgische Lichtgestalten wie HYPNOS 69 ihren Platz (beispielsweise in Elliott oder Tideland) und machen Blue Hour Confessions zu einem Album, das nicht allzu leicht durchschaubar ist und einige gegensätzliche Einflüsse durchhören lässt, die aber mehr interessant machen, als zu verwirren.

Den Orden hat übrigens Viva Emptiness bekommen, dank Omerta und Evidence. Nach langem Hadern.

Spielzeit: 45:00 Min.

Tobias Brunner – Gesang
Andreas Blendinger – Gitarre
Benjamin Müller – Bass
Dudu – Schlagzeug

Label: Recent Records
MySpace: http://www.myspace.com/earthflight

Tracklist:

1. By The Light Of The Moon
2. Noonday Demon
3. Restless
4. Deadheads
5. The Day That Was The Day
6. Carnivale
7. Tideland
8. Other Side Of The Rings
9. Elliot
10. The Organ