DOL AMMAD: Star Tales

DOL AMMAD: Star Tales

Es gibt Alben, da bleibt einem durch Austrocknung des sich einfach nicht mehr schließen lassenden Mundes die Spuke weg. DOL AMMAD sorgen mit ihrem Debütalbum Star Tales für ein solches. Das Ensemble rund um Thanasis Lightbridge klassifiziert seinen Stil als Electronic Art Metal. Also die Verschmelzung von Synthesizer-Klängen, die die primäre Antriebskraft der Songs darstellen, großartigem Chor-Arrangement und einer kraftvollen Metal-Produktion, die sich vor allem im bombastischen Drumming des Leih-Musikers Alex Holzwarth (RHAPSODY) niederschlägt.

Doch zu Beginn muss man sich erst der Frage stellen, ob es sich beim Kauf um keinen Irrtum handelte. Indiz dafür liefert das atypisch bunte, psychedelische Cover ab. Auch das einleitende Synthie-Intro lässt Zweifel aufkeimen, ob man es hier mit der auf vampster.com mit Lob bedachten Metall-Kunst zu tun hat. Doch nach spätestens vier Minuten ist man allen Zweifeln erhaben, indem sich der erste richtige Song zu einem furiosen Klanggemisch entwickelt, der dank seiner Intensität und Rasanz schon die Öffnung der Lippen zum bloßen Staunen einleitet. Dem abwechselnden Weaver´s Dance folgen die zwei ruhigeren, etwas langweiligen Teile von Boxed Daylight, wobei dem zweiten Teil ein wunderschön klingender Damenchor seinen Stempel aufdrückt und zum Leidwesen der umstehenden Familienmitglieder zum Mitsingen anregt, um somit den zum Schließen Gefahr laufenden Mund wieder zu öffnen.

Während sich der Mund in weiterer Folge an das innovative Klanggemisch zu gewöhnen scheint und mit treibenden, prall mit Samples gefüllten Songs umzugehen weiß, überrascht das Nationalhymnen-hafte Back To The Zone mit bloßem Gesang und Synthesizer-Unterstützung den immer verwirrteren Hörer erneut, nur um ihn dann wieder in ein Klangbad zu werfen, das mit allen möglichen Badesalzen versehen ist, um die Ohren mit epischem Metal und wunderbar ergänzenden Synthie-Klängen durchzuputzen.

Insgesamt überrascht das Album an fast jeder Ecke. Die wenig vorhersehbaren Elemente, die ins gesamte Album eingewebt wurden, treffen beinahe immer den richtigen Ton und bedürfen überraschenderweise keiner längeren Anlaufzeit. Darüber hinaus entwickeln gut die Hälfte der Star Tales-Tracks eine Dynamik, die den Hörer mitzureißen vermag, um sich im abartigen Gewirr der verschiedenen Stilarten zu verlieren. Doch auf eines will ich hier noch hinweisen: DOL AMMAD ist nicht jedermanns/frau Sache, weshalb ein erstes Probehören ratsam ist.

Veröffentlichungstermin: 30.11.2004

Spielzeit: 62:02 Min.

Line-Up:
Thanasis Lightbridge – Synthesizers

Jimmy Wicked – Guitar

Nick Terry – Bass

Alex Holzwarth – Drums

Chor: Kortessa Tsifodimou, Alexandra Voulgari, Zoe Tsokanou, Marieta Panagiotidou, Vicky Alexaki, Maria Stolaki, Panos Iampoultakis, Themis Mpasdekis, Alexandros Barmpas, Kyriakos Chouvardas, Petros Moraitis, Yiannis Tsalouhidis

Produziert von Argy Stream & Thanasis Lightbridge
Label: Black Lotus Records

Homepage: http://www.dolammad.com

Email: thanasis@dolammad.com

Tracklist:
1. Dreamport

2. Eclipse (Corona Of The Sun)

3. Weavers Dance

4. Boxed Daylight I

5. Boxed Daylight II

6. The Veil (Seven Face Danger)

7. Back To The Zone

8. Master Of All

9. Hill Of Hope

10. Kruug

11. Vortex 3003

12. Mission Butterfly

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.