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DOL AMMAD: Ocean Dynamics

DOL AMMAD: Ocean Dynamics

Es ist schon eine schwierige Ausgangsbasis, wenn eine Band bereits mit ihrem Debütalbum etwas sehr Eigenständiges auf die Beine stellen konnte. Auf welche Art und Weise könnte sie den Hörer dann mit ihrem Zweitwerk noch überraschen? Dieser Herausforderung stellte sich DOL AMMAD-Mastermind Thanasis Lightbridge, der mit Ocean Dynamics seinen Electronic Art Metal um weitere Nuancen ausbauen konnte.

Die bestimmenden Elemente des Zweitwerks sind aber dieselben geblieben wie auf Star Tales. Die Melodie wird vom Synthesizer getragen, die Kraft entspringt dem gewohnt starken Drumming von Alex Holzwarth (RHAPSODY) und der ganz besondere Reiz sprudelt aus dem 14-köpfigen klassischen Chor. Auch der Soundtrack-Charakter blieb dem Album erhalten. Nur die großen Überraschungen bleiben Mangelware. Einige der Songs fügen sich zwar gut ins maritime Albumkonzept ein, vergessen dabei jedoch auch für sich zu überzeugen und plätschern Album-Titel gerecht sehr unspektakulär dahin. Ganz schlimm erwischt es da beispielsweise die erste Minute von Thalassa Dominion III, das man in dieser Form genauso auch im Fahrstuhl hören könnte. Wie schon gesagt, in der Beschreibung eines ruhig dahinwogenden Ozeans passt das schon ganz gut, aber ob dieses Stilelement in der Metal-Musik derart großen Anklang findet, sei dahingestellt.

Viel besser passt da schon der nachfolgende Song Thalassa Dominion IV, der die bislang härteste Ausrichtung DOL AMMADs zur Schau stellt. Hier wird das Meer zum Kochen gebracht. Der Sopran-Chor steigert sich in einen wahren Rausch, ähnlich der verlockenden Sirenen der Odysseus-Mythologie, das Drumming streut Blastbeat-Attacken ein und das Tempo des Songs switcht zwischen wilder Rasanz und schleppender Epik. Dass der Song als Ganzes nicht ganz rund ist und manche Elemente davon etwas abgehackt wirken, trübt sein Interesse förderndes Wesen nicht. Doch leider verläuft sich auch dieser Track gegen Ende hin in seichteres Fahrwasser.

Die zweite Hälfte des Albums geht dann wieder mehr in Richtung des Debütalbums, indem die zuvor angesprochenen Elemente gut durchgemischt aufgetischt werden. Eine kleine Ausnahme bildet dabei Aquatic Majesty, wo sich DC Cooper (SILENT FORCE) als Solist in den Vordergrund singt und durchaus den Beweis antritt, dass er ein kraftvolles Organ hat. Auch diese Solo-Gesang-Variante stünde dem Electronic Art Metal nicht schlecht zum Klangkörper.

An den Einzelleistungen der Musiker gibt es wenig auszusetzen. Die klassischen Metal-Instrumente wissen zwar wenig Akzente zu setzen, doch sind sie dafür auch nicht vorgesehen im DOL AMMADschen Klangspektrum. Viel mehr prägen da schon die Drums das Spiel und natürlich die elektronischen Elemente. Ja, und der Chor leistet einmal mehr ganze Arbeit. So gesehen hat Thanasis Lightbridge auch bei seinem zweiten Anlauf die Verschmelzung von Electro, Klassik und Metal gut hinbekommen. Der Kreis der Interessenten kann damit zwar nicht wirklich gesteigert werden, aber denjenigen, die auch schon an Star Tales Gefallen gefunden haben, werden auch von Ocean Dynamics nicht enttäuscht sein. Ein bisschen mehr an durchgehender Dramatik und Härte wäre allerdings noch das letzte I-Tüpfelchen. Vielleicht hälfe hier – nach den Sternen und dem Meer – ein Konzeptalbum zu einer irdischen Thematik.

Veröffentlichungstermin: 30.08.2006

Spielzeit: 59:19 Min.

Line-Up:
Thanasis Lightbridge – Synthesizers
Alex Holzwarth (RHAPSODY) – Drums & Percussion
Dim – Guitar
Nick Terry – Bass

Chor:
Mary Palaska – Soprano
Kortessa Tsifodimou – Soprano
Alexandra Voulgari – Soprano
Vicky Alexaki – Alto
Sofia Patsi – Alto
Maria Stolaki – Alto
Ntina Strani – Alto
Alexandros Barmpas – Tenor
Panos Iampoultakis – Tenor
Themis Mpasdekis – Tenor
Anestis Papageorgiou – Tenor
Kyriakos Chouvardas – Bass
Petros Moraitis – Bass
Yiannis Tsalouhidis – Bass

Gastmusiker:
DC Cooper (SILENT FORCE) – Vocals on Aquatic Majesty

Produziert von Argy Stream & Thanasis Lightbridge @ Theeta Studio Thessaloniki
Label: Electronicartmetal Records

Homepage: http://www.dolammad.com

Email-Adresse der Band: dolammad@gmail.com

Tracklist:
1. Thalassa Dominion I
2. Thalassa Dominion II
3. Thalassa Dominion III
4. Thalassa Dominion IV
5. Solarwinds
6. Descend
7. Lava
8. Aquatic Majesty
9. Liquid Desert
10. Heart of the Sea

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge