DIVINE EMPIRE: Nostradamus

In Scheibenform zubereiteter Hass – und überraschend gut!

Okay, der ehemalige MALEVOLENT CREATION-Recke Jason Blachowitz ist die Art von Amerikaner, die meinetwegen gerne in ein texanisches Exil abwandern dürften und bei dem es mir herzlich egal wäre, wenn sie sich gegenseitig die Rinder auf den Hals hetzen würden. Die Aussagen von ihm dürften den wenigsten noch im Kopf rumspuken und das ist auch besser so. Denn ihr wisst ja, Menschen können sich ändern und der kann sogar gute Songs schreiben und hat eine verdammt amtliche Stimme.

Zuerst war ich sehr skeptisch, was Nostradamus angeht, doch die Zweifel verflogen, als ich die Scheibe dann zum zweiten Mal hörte (beim ersten Mal hören lief sie beim Putzen nebenher). Denn Langeweile hat auf Nostradamus keine Chance. Die CD ist in Scheibenform zubereiteter Hass, ausgeführt von kreativen Köpfen, die nicht nur auf den üblichen Blast-Beats rumreiten, sondern in erster Linie mit tollen Riffs und abwechslungsreichen Arrangements bestechen können. Daneben steht auch der neue Drummer Duane Timlin – einigen vielleicht bekannt durch sein Mitwirken bei ANAL CUNT und FOREST OF IMPALED – dem längst verflossenem Derek Roddy in nichts nach. Sein sauberes und präzises Drumming, das einige Details beinhaltet und in dem kleinem Hit Manifestation sogar mal so exotische Elemente wie Break Beats beeinhaltet zeugen davon, dass nicht nur der Drummer, sondern auch die ganze Band keine Lust hat auf alten Geschichten herumzureiten, sondern dass bei aller konservativen Ausrichtung auch ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl nach vorne deutet.

Ansonsten sind die Death Metal-Attacken von DIVINE EMPIRE mit einem erstaunlichem Hitpotential ausgestattet; so bleiben alle Songs im Ohr und man hat auch nach dem Hören immer was zum Mitsummen. Egal ob das thrashige Seasons of Extinction, das überaus kraftvolle They Rise, das melodische Aggravated Battery oder das überraschende The Pain Remains, bei dem statt Vocals Samples aus Filmen eingestreut wurden. Daneben bietet die megafette Produktion von Jeremy Staska genau den richtigen Sound für die wütende Musik, die gerade bei HATE ETERNAL-Fans großen Anklang finden dürfte. Wenn ihr auch von der Entwicklung des Death Metals in der letzten Zeit genervt seid, lasst euch versichern: Es gibt doch noch gute Scheiben. Und Nostradamus ist eine davon, selbst wenn sie etwas zu kurz ist, denn von diesen Songkalibern hätte ich mir einige mehr gewünscht.

VÖ: 26. Januar 2004

Spielzeit: 30:07 Min.

Line-Up:
Jason Blachowicz – Vocals, Bass

J.P. Soars – Gutiars

Duane Timlin – Drums

Produziert von Jeremy Staska
Label: Century Media

Homepage: http://www.metalasylum.com/divine

Tracklist:
1. Sacrifice in Vain

2. Ravaged

3. Tribulation

4. They Rise

5. Manifestation

6. Season of Extinction

7. The Pain Remains

8. Basher

9. Aggravated Battery

10. Cuidate del Traidor