DISGROOVE: Gasoline

DISGROOVE: Gasoline

DISGROOVE scheinen ja gute Nerven zu haben, wenn sie bei den derzeitigen Spritpreisen ihr neues Album „Gasoline“ taufen. Der geneigte Vielfahrer könnte da allein schon aus Trotz die Nase rümpfen. Na gut, das ist vielleicht sehr weit hergeholt, aber eine Verbindung von der Tankstelle zur Audio-CD lässt sich doch herstellen: Gemessen am Preis-Leistungsverhältnis bekommt man bei den Schweizern deutlich mehr fürs Geld.

Genauer gesagt zehn Songs, die allesamt im Alternative-Rock angesiedelt sind – und das nicht aus dem Grund, weil es im Trend liegt, dieses Präfix in der Stilbezeichnung zu tragen, sondern einfach, da die Musik des Trios auf die üblichen Pop-Konventionen pfeift. Zugegeben, dadurch braucht „Gasoline“ den einen oder anderen Durchlauf mehr, bis die Songs ins Ohr gehen und selbst dann gibt es noch Momente wie beim Refrain von „Feeding The Birds“, wo einem das Dargebotene nicht so ganz gefallen will. Aber dafür trösten Tracks vom Schlag eines „Scars“ oder „Adorable / Horrible“ mit Leichtigkeit hinweg. Vor allem der zuletzt genannte ist als einer der wenigen schnelleren Vertreter richtig erfrischend und so etwas wie ein kleines Albumhighlight, getreu dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“. Von diesem und dem rockigen „What We Do“, wo der Gesang von Gitarrist Philippe ein bisschen wie die rockige Version von TIGER LOU klingt, mal abgesehen, ist das Material nämlich vergleichsweise schleppend ausgefallen. Das muss im Fall von DISGROOVE zwar nicht negativ sein, steht dem Hitpotenzial aber dann doch im Weg. So sind beispielsweise „Foreign Signs“ und der Titeltrack sicherlich gelungene Mid-Tempo-Rocker, können aber im Gesamtbild nur wenig hervorstechen. Bei einer Laufzeit von 40 Minuten wäre deshalb etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen.

Keine Explosionsgefahr

So hochexplosiv wie der Titel hoffen lässt, ist „Gasoline“ nicht geworden, denn dafür ist die Platte für Rock-Verhältnisse zu schwerfällig. Trotzdem gehören DISGROOVE mit ihrem dritten Album zweifellos zur oberen Hälfte im Alternative-Bereich und seien vor allem jenen ans Herz gelegt, denen das tägliche Radiogewäsch zu wenig Tiefgang bietet.

Veröffentlichungstermin: 22.08.2008

Spielzeit: 39:23 Min.

Line-Up:
Philippe: Gesang, Gitarre
Franky: Bass
Tobi: Schlagzeug

Produziert von DISGROOVE
Label: N-Gage Productions

Homepage: http://www.disgroove.com

DISGROOVE „Gasoline“ Tracklist

01. Gasoline
02. Scars
03. Dreamer
04. The Player
05. A Beautiful Mind
06. Rise
07. What We Do
08. Feeding The Birds
09. Foreign Signs
10. Adorable / Horrible

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.