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DIABLO SWING ORCHESTRA: The Butcher`s Ballroom

Bizarr, avantgardistisch und abwechslungsreich – ein spannendes Musikerlebnis made in Stockholm…

Dass es in Stockholm nicht nur Death Metal-Truppen gibt, liegt auf der Hand. DIABLO SWING ORCHESTRA sind ein weiterer Beweis dafür, dass in der schwedischen Hauptstadt wahrlich bizarre, musikalische Blüten zu finden und zu genießen sind. The Butcher`s Ballroom wird denn auch – getreu dem Bandnamen – swingend eröffnet und das Sextett groovt sich gekonnt durch jazzig angehauchte Parts, mexikanische Mariachi-Passagen, klassische Kollagen und opernhafte Oevres. Produktionstechnisch wurde diese Abwechslungsreise passend in Szene gesetzt, und die einzelnen Instrumente und Stimmen profitieren von einem authentischen, warmen Soundgewand.

Dieses ermöglicht es DIABLO SWING ORCHESTRA, sich kreativ und ohne Genregrenzen im Kopf ihren mal metallischer angehauchten, mal mehr den unverzerrten Tönen gewidmeten Songs zu widmen. Linear oder voraussehbar – zwei Worte, die auf keine Sekunde von The Butcher`s Ballroom zutreffen, soviel ist klar. Die Trackliste allein gibt genug Stoff für die Die besten Songtitel-Rubrik im Jahrespoll, und es fällt genau so schwer, einen Lieblingssong aus dem verrückten Ganzen herauszupicken. DIABLO SWING ORCHESTRA wollen als sensationelle Summe genossen werden, egal ob sie in Poetic Pitbull Revolution mit mexikanischen Elementen aufwarten, die auch in einem Quentin Tarantino-Film Platz fänden, oder ob sie in Gunpowder Chant lieber arabisch klingende Melodien mit Didgeridoos kombinieren.

Neben den nicht so alltäglichen Elementen nimmt der opernhafte Gesang von Sängerin Annlouice Loegdlund eine dominante Stellung ein. Inklusive sympathischen, schwedischen Akzent wagt sie sich in Sphären vor, die sonst TARJA TURUNEN zu ihren NIGHTWISH-Zeiten vorbehalten waren. Nicht nur in Wedding March For A Bullet sind die Parallelen zu NIGHTWISH offenkundig. Allerdings verkommen DIABLO SWING ORCHESTRA nicht zum Klon, denn dafür sind ihre Songs zu eigenständig, zu abwechslungsreich und vielschichtig. Mit Freude wird eine DEEP PURPLE-mäßige Hammondorgel in Rag Doll Physics eingesetzt, werden Qualms Of Conscience mit schönen klassischen Pianotönen interpretiert und auch die Querflöte à la JETHRO TULL muss in Zodiac Virtues oder Pink Noise Waltz nicht außen vor bleiben. In den letzten beiden genannten Tracks kommt auch cleaner Männergesang zum Zug, dieser scheint den Hörer auf einen abgespacten Trip entführen zu wollen. Im abschließenden Pink Noise Waltz kommt sogar eine Stimmung auf wie bei TONY NAIMAs Dismember-Werk…

Fazit: DIABLO SWING ORCHESTRA mögen nicht ganz so abgedreht sein wie TRANSCENDING BIZARRE? oder SIGH, aber wer NIGHTWISH-artigem Gesang nicht abgeneigt ist und sich auf einen grandios-abgedrehten Avantgarde Metal-Trip einlassen will, kommt an The Butcher`s Ballroom kaum vorbei. Vom Anfang bis zum Schluss ein spannendes Musikerlebnis!

Veröffentlichungstermin: 28.09.2007

Spielzeit: 51:23 Min.

Line-Up:
Daniel Håkansson: Gitarren, Vocals
Pontus Mantefors: Gitarren, Effekte
Annlouice Loegdlund: Vocals
Andy Johansson: Bass
Johannes Bergion: Cello
Andreas Halvardsson: Drums

Label: Candlelight Records / Soulfood

Homepage: http://www.diabloswing.com

Tracklist:
1. Balrog Boogie
2. Heroines
3. Poetic Pitbull Revolutions
4. Ragdoll Physics
5. D`Angelo
6. Velvet Embracer
7. Gunpowder Chant
8. Infralove
9. Wedding March for a Bullet
10. Qualms of Conscience
11. Zodiac Virtues
12. Porcelain Judas
13. Pink Noise Waltz

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