DARK SARAH: Grim

DARK SARAH: Grim

Nachdem die Trilogie rund um die (band)namensgebende Sarah abgeschlossen ist, beginnt für DARK SARAH quasi ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte. Den Namen behielt die finnische Band bei, gleichwohl die Protagonistin auf dem neuen Album „Grim“ Luna heißt.

Auch sonst haben sich DARK SARAH etwas (weiter) entwickelt. Der Cinematic Metal der Band kommt nicht mehr ganz so bildgewaltig rüber, als dass die emotionalen Querverweise auf die Lyrics in der musikalischen und gesanglichen Umsetzung etwas loser wirken. Weiterhin wurde dem Symphonic Gothic Metal eine nicht unüberhörbare Prise Moderne à la AMARANTHE beigemengt („Illuminate“, „The Hex“).

„Grim“ fehlt es an musikalischem Tiefgang und Dramatik

Dennoch erweist sich „Grim“ als schlüssiges Album, das grundsätzlich im Fahrwasser des Symphonic Gothic Metals schwimmt. Hier unternehmen DARK SARAH wenig waghalsige Manöver und setzen auf die angenehme und hohe Stimme von Heidi Parviainen (Ex-AMBERIAN DAWN) sowie auf recht viel Melodie. Auf der anderen Seite fehlt es dem Album an musikalischem Tiefgang und – das macht die Sache mit der Background-Geschichte schwieriger – an Dramatik. Ein diesbezüglicher Ausreißer ist „The Wolf and the Maiden“, wo das Duett zwischen Heidi Parviainen und vor allem Juha-Pekka Leppäluoto (RASKASTA JOULUA, Ex-CHARON) ein wenig nach „Das Phantom der Oper“ klingt. Noch mehr Dramatik ist in Ansätzen sogar in „Mörk“ erkennbar. Der beste, weil spannendste Song des Albums überrascht zudem mit Humppa-Rhythmen und ist generell unterhaltsam.

DARK SARAH bedienen ihr Genre nach dem aktuellen State of Art

Ansonsten hat man es mit allzu gewohnten Klängen zu tun. Der marginale Unterschied zwischen mauen Songs („The Devil’s Peak“), etwas abwechslungsreicheren, aber weiterhin nicht packenden Tracks („The Hex“) oder einer langweiligen Ballade („Iceheart“) ist zu wenig fordernd. Da helfen etwaige Soli ebenso nicht weiter wie die frischen Elektro-Spielereien. Und dennoch, DARK SARAH bedienen ihr Genre nach dem aktuellen State of Art – und das noch dazu mit Hilfe eines großen Labels. Unerfolgreich wird „Grim“ demnach nicht sein, selbst wenn aus einer Dark Sarah eine Dark Luna wurde.

Veröffentlichungstermin: 17.07.2020

Spielzeit: 55:41 Min.

Line-Up:
Heidi Parviainen – Gesang
Sami-Petri Salonen – Gitarre
Erkka Korhonen – Gitarre
Rude Rothstén – Bass
Thomas Tunkkari – Schlagzeug

Gastmusiker:
Jasse Jatala (JATALA) – Gesang („Mörk“)
Juha-Pekka Leppäluoto (RASKASTA JOULUA, Ex-CHARON) – Gesang („The Wolf and the Maiden“)

Label: Napalm Records

Homepage: http://www.darksarah.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/darksarahofficial

DARK SARAH „Grim“ Tracklist

01. My Name Is Luna
02. The Chosen One
03. Illuminate (Video bei YouTube)
04. Melancholia (Lyric-Video bei YouTube)
05. Iceheart
06. La Folie Verte
07. The Wolf and the Maiden (feat. JP Leppäluoto as Wolf)
08. The Hex
09. All Ears! (Video bei YouTube)
10. The Devil’s Peak
11. Mörk (feat. Jasse Jatala as Mörk)
12. The Dark Throne

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.