CRUACHAN: The Middle Kingdom

CRUACHAN: The Middle Kingdom

CRUACHAN werden einige von euch noch von ihrem Debüt, dem 1995 erschienen „Tuatha Na Gael“ kennen. Damals spielten die Iren noch Black Metal mit Folk-Einflüssen, was ihnen einige Anerkennung brachte. Laut Info waren sie sogar die ersten, die diese Mischung fabrizierten. Leider bekam man danach keinen weiteren Plattenvertrag, bis nun endlich Hammerheart Records sich der Band angenommen haben und dieser Tage das Zweitwerk „The Middle Kingdom“ veröffentlichen. Darauf zu hören ist genau das, was jeder Metaller, der auch gerne mal in irischen Pubs der dortigen Musik lauscht, hören will: Irische Folklore, sehr authentisch, vermischt mit simplen Metal-Riffs. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man von den magischen Klängen einer Tin Whistle oder des irischen Dudelsacks (Uillean Pipes) verzaubert wird. Wenn dann noch die Stimme der sehr guten Sängerin Karen Gilligan dazu kommt, ist es endgültig um den Hörer geschehen, und er fühlt sich in das magische Reich der irischen Märchen versetzt. Störend dabei ist nur das viel zu synthetisch klingende Keyboard, was aber nicht zu stark ins Gewicht fällt. Übrigens, Black Metal ist absolut nicht mehr zu hören auf diesem Album. Stattdessen gibt es eine Mischung aus fröhlichen, rockigen, teilweise richtig modernen Songs (das Riff in „Is Fuair an Chroi“ erinnert z.B. fatal an The Offsprings „Self Esteem“, und in „Unstabled“ überraschen dezente Ska-Einflüsse) und melancholischen, ur-irisch klingenden Songs der Marke Clannad. Sogar für eine Party ist die Platte geeignet – wer bei „Óró sé do Bheata Abhaile“ nicht vom Stuhl aufspringt und versucht, irisch zu tanzen, ist entweder taub oder tot. Schade nur, daß Sänger und Bandkopf Keith Fay nicht öfter so mitreißend singt. Denn was gibt es noch für eine Band, die Irish Folk mit Metal-Riffs spielt? Mir ist keine bekannt, zumindest nicht in derart authentischer Art und Weise, wie CRUACHAN es tun (wenn auch, wie angesprochen, das Keyboard die Authenzität ziemlich stört und dem Ganzen ein wenig den Tiefgang nimmt). Jetzt fehlt nur noch eine Geige, um das ganze noch etwas abwechslungsreicher zu machen. Aber auch ohne diese schaffen die Iren es, die beiden Komponenten Metal und Folklore so zu vermischen, daß sie meistens zueinander passen und nicht fehl am Platz klingen. Und so kann ich nur jedem Freund irischer Klänge raten, sich „The Middle Kingdom“ ins Regal zu stellen.

Line-Up:
Karen Gilligan – Vocals, Percussion

Keith Fay – Vocals, Guitars, Keyboard, Mandolin, Bouzouki, Bodhran, Spoons

John O´Fathaigh – Irish Flutes, Tin Whistle, Uillean Pipes, Low Whistle

John Clohessy – Bass

Joseph Farrell – Drums, Percussion
Label: Hammerheart Records
Email: cruachan@ireland.com

Tracklist:
1. A Celtic Mourning

2. Celtica (Voice Of The Morrigan

3. The Fianna

4. A Druids Passing

5. Is Fuair an Chroi

6. Cattle Raid Of Cooley (Táin bó Cuailgne)

7. The Middle Kingdom

8. Óró sé do Bheata Abhaile

9. Unstabled (Steeds Of Macha)

10. The Butterfly

Bonustrack (auf dem Digipak):

11. To Hell Or To Connaught

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Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.