COSMIC WHEELS: Cosmic Wheels

COSMIC WHEELS machen mit ihren rauen Songs in ihrem durch den Powerpsychedelicblaster gejagten spät 60er/früh 70er Rock durchaus Spaß, sodass sammelwütige Genre-Freaks bei den Amis zugreifen können.

COSMIC WHEELS ist das Baby der Marrone-Brüder, das Paul (auch RADIO MOSCOW, ASTRA, PSICOMAGIA) und Vincent nach gemeinsamen Zeiten bei THE MOONSHAKERS geründet haben. 2007 hat man einige Songs aufgenommen und auf Myspace gestellt, damals immerhin noch DAS Portal für Bands, sich zu präsentieren. Diese Songs, eher Demos, wurden vor zwei Jahren ausgegraben und auf ein Album gepackt, und nun sollen auch wir in den Genuss kommen, gut so!

Musikalisch ist bei den Brüdern aus dem mittleren Westen der USA alles beim Alten, wenn man z.B. mit RADIO MOSCOW vertraut ist. Alles klingt aber auch irgendwie typisch schwedisch oder könnte aus Bella Italia kommen, wo das Album entsprechend beim Heavy Psych Sounds-Label erscheint. Es wird in den frühen Zeiten des Rock gewühlt und hier – wie bei so vielen Kollegen – alles mit ordentlich Drive und Energie durch den Stoner Rock gerollt und mit frühem heavy Bluesrock verzerrt. Wer bei dem Bandnamen an Hippie-Kuschelmusik von DONOVAN denkt, der kriegt definitiv einen fetten Tritt in den Hintern, wer sich aber gern jenen bei Bands wie ungezügelten FU MANCHU und CRYSTAL CARAVAN abholt, der wird hier glücklich werden. Und auch hier machen COSMIC WHEELS wenig überraschend alles ziemlich richtig. Zum Auftakt gibt es instrumental mit ordentlichem Jam-Charakter vor die Mütze, live im verranzten Rockclub wäre da die Stimmung sicher bereits auf dem passenden Level. Eh klingt alles ein wenig nach treffen sich ein paar Musiker und nehmen eine Platte auf. Und beim blinden Verständnis füreinander beim Rocken versteht man schnell, dass hier Brüder am Werke sind, die schon ewig immer wieder zusammen rocken. Alles wirkt energisch und nach vorn gezockt, genaueres Hinhören lohnt sich aber durchaus, es gibt reichliche Feinheiten zu entdecken, die anfangs etwas untergehen. Der Sound ist rau und dreckig, klingt nach muffigem Proberaum oder vernebelter Bühne, ohne aber im Stonerstaub zu versinken, alles klingt nach Rock`n´Roll und tritt Popo. So klingen auch die drei folgenden, ebenfalls instrumentalen, krachigen Stücke. Einen echten Titel haben die meisten Aufnahmen eh nicht. Bei Nummer 4 haut man den Black Night-Lauf mit rein und mischt das Ganze mit einem wilden Drumsolo auf. Das klingt nicht nach ausgearbeiteten Bandsongs, sondern nach freien Jams von Musikern, die genau wissen, wie sowas geht. Erst bei No One Knows Where They Have Been fühlt man sich in einem echten Song mit reichlich späten 60ties-Vibes, aber wild und laut, die Beschreibung Heavy Psych Rock Orgasmic Brain Burner der charmanten Promo-Miezen trifft es echt passend. Danach wird wieder instrumental und überraschend locker rock`n´rollt, bevor es abermals wild zur Sache geht. Bei A8 Untiteled 8 glüht dann endgültig die Luftgitarre, hier wird fleißig HENDRIX zitiert, Foxy Lady kann ja wirklich jeder Luftgitarrenheld blind zocken. Dass COSMIC WHEELS danach geschickt BLACK SABBATH-Basslinien mit SANTANA-Drive zusammen schmeißen, wer mag kann auch ein wenig BACHMAN TURNER OVERDRIVE-Groove raushören, das ist schon schräg. Zum Schluss gibt es noch mal einen 60ties-getränkten echten Song mit Vocals und echtem Titel, 12 O Clock Groove Street groovt dabei gar nicht so heavy, kommt mit reichlich BEATLES-Singsang und krachig spinnig zulaufendem Ende. Ok, so manche Zitate der Vorbilder kommen etwas zu deutlich, aber letztendlich waren das hier Demoaufnahmen aus Tagen, wo die meisten heute angesagten Retro-Rocker ebenfalls erst noch am Anfang standen.

Was uns COSMIC WHEELS hier präsentieren, das hat so oder ähnlich jeder Retro-Rocker bereits reichlich stehen, allein die Zahl solcher Bands aus Schweden ist elefantös groß. Allerdings machen die Marrone-Brüder mit ihren rauen Songs in ihrem durch den Powerpsychedelicblaster gejagten spät 60er/früh 70er Rock durchaus Spaß, sodass sammelwütige Genre-Freaks bei den Amis zugreifen können. Natürlich bekommt man die Scheibe – bei diesem Genre unvermeidbar – auch auf Vinyl, alternativ auch als Download.

Veröffentlichungstermin: 29.05.2015

Spielzeit: ca. 44 Min.

Line-Up:
Paul Marrone – Guitars/Drums/Vocals/Organ/Sitar/Slide Guitar/Percussion
Vincent Marrone – Bass/Harmonica/Vocals

Label: Heavy Psych Sounds / Cargo

Mehr im Netz: https://cosmicwheels1.bandcamp.com

Tracklist:
1. A1 Untiteled 1
2. A2 Untiteled 2
3. A3 Untiteled 3
4. A4 Untiteled 4
5. A5 – No One Knows Where They Have Been
6. A6 Untiteled 6
7. A7 Untiteled 7
8. A8 Untiteled 8
9. A9 Untiteled 9
10. A10 – 12 O Clock Groove Street