CONCRETE WINDS: Nerve Butcherer

Der Titel ist Programm: CONCRETE WINDS’ ultraschmutziger, primitiver Death Metal ist bestens geeignet für diejenigen, die es räudig, wild und hochaggressiv mögen.

Das Cover deutet es bereits an und der Titel spricht dafür: CONCRETE WINDS sind mit ihrem zweiten Album nicht da, um Harmonie zu preisen oder Entspannung zu bringen. Viel mehr gibt es zum zweiten Mal von den beiden Finnen Death Metal zu hören, der so schmutzig, primitiv und tollwütig ist, wie man es von der Nachfolgeband von VORUM eben erwarten darf, wobei CONCRETE WINDS noch chaotischer und kompakter wirken. Nach dem Debütalbum „Primitive Force“ vor zwei Jahren schien es so, als hätten Drummer Mikko Josefsson und Sänger und Gitarrist Jonathan Johansson das Maximum an kakophonischem Hass heraus gelassen, das in einem Menschen stecken kann.

Ungenießbar für alle, die Melodien und eine wuchtig-moderne Produktion brauchen: „Nerve Butcherer“ von CONCRETE WINDS.

Und ja, „Nerve Butcherer“ mag ein klitzekleines Bisschen weniger brutal sein wie „Primitive Force“, aber es ist für diejenigen, die Melodien und eine wuchtig-moderne Produktion brauchen, ungenießbar. Aber egal, das Chaos, das CONCRETE WINDS über ihre Hörer bringen, hat seinen Reiz. Denn statt dem Beispiel gewisser War Metal-Bands zu folgen, die auf Strukturen scheißen, sind die Songs von CONCRETE WINDS immer irgendwie nachvollziehbar und haben die ein oder andere richtig gute Idee versteckt. So ist dieser Wirbelsturm an Aufruhr und Wut gespickt mit Songs, die trotz Furor nicht wie belangloser Lärm klingen, sondern sogar interessant zu hören sind.

Ob es die Erinnerungen an frühe VOIVOD sind („Noise Trepanation“), stampfende Rhythmen („Intravenous Doctrine“) oder doch den mit mörderischen Riffs ausgestatteten „Longtrack“ „Dissolvent Baptism“, der zwischen dem Lärm schwerst groovt, CONCRETE WINDS gehen cleverer vor, als man meinen möchte. Zumal auch die Performance dieser zehn Songs nichts für Ungeübte ist. Drummer Mikko wechselt mit scheinbarer Leichtigkeit von Blasts zu Uptempo-Parts zu Double-Bass-Grooves und Jonathan Johansson beherrscht das komplette Gebiet von Riffs in Höchstgeschwindigkeit bis zu quietschenden SLAYER-Soli.

CONCRETE WINDS verüben mit „Nerve Butcherer“ einen Brandanschlag auf den guten Geschmack – sowas tut manchmal verdammt gut.

Nur weil CONCRETE WINDS mit „Nerve Butcherer“ einen Brandanschlag auf den guten Geschmack verüben, heißt es nicht, dass dieses Album Müll ist. Im Gegenteil, eigentlich ist dies eine Lehrstunde, wie man primitiven Metal nicht nur mit der Energie aus dem Bauch darbietet, sondern auch mit Köpfchen anreichert. Freunden von wirklich ungenießbarem War Metal ist dieses Gemetzel vermutlich zu strukturiert, aber wer nicht ganz am äußersten Rand der Extremitätsskala oder jenseits davon liegt, bekommt hiervon sicherlich Herzrasen. „Nerve Butcherer“ eignet sich eher nicht für den Dauergebrauch, aber manchmal tut so eine knappe halbe Stunde komprimierten Hasses einfach gut.

Wertung: 7 von 10 Flammenwerfer

VÖ: 26. November 2021

Spielzeit: 26:57

Line-Up:
Jonathan Johansson – Vocals, Guitars, Bass
Mikko Josefsson – Drums

Label: Sepulchral Voice

CONCRETE WINDS „Nerve Butcherer“ Tracklist:

1. Nerve Butcherer
2. Chromium Jaws
3. Demonic Truculence (Official Audio bei Youtube)
4. Industrial Mutilation
5. Noise Trepanation (Official Audio bei Youtube)
6. Intravenous Doctrine
7. Flaying Internecine
8. Paroxystic Flagellator
9. Dissolvent Baptism
10. Astomatous Vomiting

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