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CENTRAL PARK: Reflected

CENTRAL PARK: Reflected

Dezent schrulliger, leicht verschrobener und doch lieblich anmutender Progressive Rock gefällig? Die seit ein paar Jahren wieder aktivierten CENTRAL PARK aus München dürften da genau das Richtige sein. Das zweite Scheibchen seit Gründung 1983 überhaupt und in Anbetracht der Tatsache, dass erst 2006 das Debüt (!) erschien, überraschen die Süddeutschen mit einem scheinbar inflationären Veröffentlichungstempo. Man könnte es sich einfach machen und statt einer Rezension einfach die auf der CD abgedruckten Fakten alleine für sich stehen lassen, den dort heißt es: “9 Tracks, 61 Minutes, 12 Notes, 24 Keys, 1543 Words, 7 Tom Guitar Strings 1 Broken Bass Drum Skin”, aber das ist nicht mehr als ein netter Gag, denn das Material auf “Reflected” besteht aus weit mehr als dieser einfachen, wenn auch zutreffenden Aneinanderreihung von Fakten. Wobei der Funke nicht sofort überspringen will, auch wenn mit “GunsRus” oder vor allem “White Princess” auch die eine oder andere melodiedurchtränkte Nummer an Bord ist. Neu-Sängerin Janine Pusch verhilft den teils schwerfälligen Kompositionen hier und da zu einer überraschenden und interessanten Klangfarbe, kann jedoch nicht immer überzeugen, da die teils raue, teils engelsgleiche Stimme nicht immer passgenau mit den vielschichtigen Kompositionen zu harmonieren scheint.

Zentraler Bestandteil von “Reflected” ist der in drei Teile aufgeteilte Longtrack “Vision Of Cassandra”, der inhaltlich auf dem gleichnamigen Gemälde von Aniela Adams basiert, jedoch inmitten des Albums eher suboptimal platziert ist und sich relativ stark vom übrigen Material unterscheidet. Es fehlt hier recht deutlich der berühmte rote Faden, der die verschachtelten Konstruktionen zusammenzuhalten vermag, auch wenn durchaus starke Momente vorhanden sind.

“Reflected” beansprucht Zeit und die Bereitschaft, sich auf eine Klangwelt einzulassen, die fernab von alledem rangiert, was heutzutage so alles als Progressive Rock vermarktet wird und eher in die Richtung früher GENESIS oder KING CRIMSON geht. Freunde progressiver Klänge der Sorte ELOY, MARILLION, YES oder IQ werden CENTRAL PARK also vermutlich lieben, für Otto-Normal-Hörer ist dieses ambitionierte Werk, das seine größte Wirkung wohl über Kopfhörer und mit einem guten Glas Wein in der Hand entfaltet, jedoch sicher weniger geeignet. Eine Chance hat es aber allemal verdient…

Martin Stark
Veröffentlichungstermin: 21.01.2011

Spielzeit: 63:32 Min.

Line-Up:
Janine Pusch – Vocals
Jochen Scheffter – Hammond B-3 Organ, Keyboards, Programming
Hans Ochs – Electric & Acoustic Guitars
York von Wittern – Bass
Artur Silber – Drums

Produziert von Jochen Schaffter und Artur Silber
Label: Rockville Music

Homepage: http://www.centralpark-band.de

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/centralparkband

Tracklist:
1. GunsRus
2. Free Fall
3. White Princess
4. Another Part
[Vision Of Cassandra (3 Parts, total 21:26)]
5.  5.1 Vision
6. 5.2 Doom (Winterstorm)
7. 5.3 Awakening
8. Path Of Mercy
9. The Last Tear