CATAMENIA: Winternight Tragedies

Tragisch ist das neue Werk von CATAMENIA keineswegs – eher ein kühler Luftzug, der einen die Frühjahrsmüdigkeit vergessen lässt.

Ein Wolf, eine Winterlandschaft – egal wie sonnig das Wochenende wird, bei den Finnen von CATAMENIA ist es ewig Winter. Wer jetzt allerdings Black Metal erwartet, bei dem die Stereoanlage schnellstens Erste Hilfe mit Frostschutzmittel benötigt, liegt falsch. Anders als ihr Cover-Tier fletschen CATAMENIA nicht mit den Zähnen, sondern versorgen ihre Hörerschaft auch auf Winternight Tragedies mit treibenden, melodiösen Songs, denen wenig Tragik anhaftet. So spiegelglatt wie die Songstrukturen ist auch die Produktion, niemand muß sich hier vor fiesen Gitarren oder rumpelnden Drums fürchten.

Anders als der Titel es vermuten lässt, kommen bei der dargebotenen Kost durchaus Frühlingsgefühle auf. Liebliche, angepaßte Keyboardklänge flutschen durch die Gehörgänge, als wären sie mit Massageöl durchtränkt – keine Solospielereien, keine Ecken und Kanten. Die Rhythmusfraktion unterstützt die treibenden Riffs der Gitarren optimal, Ton in Ton schreitet man durch das Werk und preist die Eingängigkeit. Neben dem heldenhaft-stampfenden Iced Over bietet das in Heavy Metal-Melodien-verankerte Verikansa bereits beim ersten Durchlauf die Möglichkeit zum flotten Mitsummen, fast wird man von der Angst ergriffen, ein HAMMERFALL-Album aus Versehen im CD-Schacht versenkt zu haben. My Blood Stained Path erinnert wenig später an eine kitschige Version von Mother North und ebnet so bereits den Weg für das SATYRICON-Cover Fuel For Hatred (vom herausragenden Volcano-Werk). Leider entpuppt sich die Interpretation von CATAMENIA als nettes Nachspielen, bei dem die Fiesheit der Gitarren und die Raffinesse von Frosts Drumming fehlen.

Insgesamt ist Winternight Tragedies ein hübsches Album für Schönwettertage. CATAMENIA haben ein Händchen für treibende, eingängige Songs wie man sie in anderer Art und Weise auch von ihren Landsmännern CHILDREN OF BODOM kennt. Wer eine Allergie gegen yau yau und Solospielereien hat, dürfte Winternight Tragedies durchaus mal antesten.

Veröffentlichungstermin: 25.04.2005

Spielzeit: 47:27 Min.

Line-Up:
O.J. Mustonen: Vocals

Riku Hopeakoski: Lead Gitarre

Ari Nissilä: Gitarre, Backing Vocals

Veikko Jumisko: Drums

Tero Nevala: Keyboards

Mikko Hepo-oja: Bass

Produziert von Kakke Vähäkuopus, Immu Ilmarinen, CATAMENIA
Label: Massacre Records / Soulfood

Homepage: http://www.catamenia.net

Email: band@catamenia.net

Tracklist:
1. The Heart of Darkness

2. Verikansa

3. Strength and Honor

4. The Crystal Stream

5. Kaamos Warrior

6. My Blood Stained Path

7. Perintö Pohjolan

8. Iced Over

9. The Ancient

10. Fuel For Hatred (SATYRICON Cover)