BULL ELEPHANT: Bull Elephant

BULL ELEPHANT: Bull Elephant

Ein nicht alltägliches Konzept liegt dem selbstbetitelten Album von BULL ELEPHANT zu Grunde. Schließlich greifen die Engländer ein Stück weit die okkult esoterischen Gedanken und Bemühungen der Ahnenerbe SS-Garde auf und bringen dies in Einklang mit einer von H. P. Lovecraft inspirierten Erzählwelt.

Grundsätzlich handelt die Geschichte, die im Booklet schön illustriert wurde, von einem toten Elefanten, der wiederbelebt werden soll, um von den Nazis als Kriegsmaschinerie eingesetzt zu werden. Doch ein mysteriöses Hexenwesen funkt dazischen und hat ganz andere Pläne für den nun untoten Elefanten.

BULL ELEPHANT sind ein anonymes Kollektiv, das man fortan kennen sollte

Musikalisch bewegen sich BULL ELEPHANT im Segment des Doom Metals, welcher von Ausflügen in den Progressive und Death Metal gekennzeichnet ist. Und manches Mal schleicht sich auch ein wenig Grunge („Reflections“) mit ein. Wer hinter dieser Stilmixtur steckt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden, als dass es sich bei der Band um ein „anonymes Kollektiv“ aus London handelt. Zu verstecken braucht sich dieses Kollektiv jedoch ncht, haben die sieben Songs auf „Bull Elephant“ doch Hand und Fuß.

Auf „Bull Elephant“ kommen mehrere Gesangsstile zum Tragen

Das Album beginnt mit Elefantentrompete, ehe der Titeltrack mit ordentlich Sludge-Druck ins Laufen kommt. In weiterer Folge wird der Song sachter und bringt den Hörer gut in Stimmung. Aufallend hierbei – und auf dem gesamten Album – ist die gesangliche Abwechslung. Hier gibt es cleane Gesangsstimmen, Growls und old-schoolig gepresstes Thrash-Geschrei. Dies alles hat durchaus Charme und gerade an den beiden Enden der Tonleiter weiß das Gesang zu überzeugen.

Das geheimnisvolle Dickhäuter-Konzeptalbum von BULL ELEPHANT überzeugt

Wärend der Großteil des Albums im moderaten Midtempo gehalten ist und das längere „Communion“ gar ohne Tempovariation auszukommen versucht, bricht es dann und wann einmal aus BULL ELEPHANT heraus. So werden im tighten „Corrupted Truth“ oder in „Dread Reactor“ die Bremsen gelöst. Insbesondere letzt genannter Track ist eines der Highlights auf der Scheibe. Zu erwähnen ist hier, der fließende Ton-in-Ton-Übergang von hohem Geschrei in ein Gitarren-Solo. Generell ist „Bull Elephant“ eines derjenigen Alben, das 2019 mit am meisten überrascht hat. Denn das geheimnisvolle Dickhäuter-Konzeptalbum kam aus dem Nichts und überzeugt ohne allzu große PR-Maschinerie auf ganzer Linie.

Veröffentlichungstermin: 29.11.2019

Spielzeit: 38:00 Min.

Line-Up:
unbekannt

Label: Eat Lead and Die Music

Produziert von Jaime Gomez Arellano @ Orgone Studios, Bedfordshire (UK)

Mehr im Netz: https://bullelephant.bandcamp.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/bullelephant

BULL ELEPHANT „Bull Elephant“ Tracklist

1 Bull Elephant (Lyric-Video bei YouTube)
2 Construct of Chaos (Audio bei YouTube)
3 Communion
4 Corrupted Truth
5 Reflections
6 Winterfist
7 Dread Reactor

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.