BRIQUEVILLE: Quelle

Mit “Quelle” liefern BRIQUEVILLE ein instrumentales Post / Doom Metal-Album zum Abtauchen und zum Isolieren ab.

In der Regel übe ich mich bei Instrumental-Alben in vornehemer Zurückhaltung. Kurz einmal reingehört, ein anerkennendes Nicken für die Leistungen an den Instrumenten und gut ist. Selten gebe ich diesen Alben die Chance, mich eingehender mit ihnen zu beschäftigen.

“Quelle” von BRIQUEVILLE hat mich nun aber auf dem falschen Fuß erwischt. Oder besser gesagt, haben mich erste Takte und Meldoien derart überzeugt, dass ich mehr vom Album hören wollte. So geschehen, konnte ich dann eintauchen in die knapp einstündige Reise durch den Post / Doom Metal der Belgier.

BRIQUEVILLE beschreiben mit Nazgûl-Masken die Isolation des Geistes

“Quelle” ist das dritte Album des anonymen Quintetts, welches sich hinter Nazgûl-Masken verbirgt. Der Titel des Album spielt mit den Sprachen, als dass “Quelle” nicht nur Bezug auf die deutsche Bedeutung des Wortes sondern auch auf die französische (“welche”) nimmt. Somit stellen sich BRIQUEVILLE der Frage nach dem Ursprung – dem Ursprung ihrer Musik, dem Ursprung der Menschheit und auch dem Ursprung für die gegenwärtige Situation. Dass sich “B R I Q U E V I L L E” offiziell mit Leerzeichen zwischen den Buchstaben schreiben, ist zudem Zeichen für die Isolation des Geistes. Eine gegenwärtig aktuelle Zuschreibung, als dass auch “Quelle” zum Schluss in der COVID 19-Isolation finalisiert worden ist.

“Quelle” leistet klangliche Überzeugungsarbeit

Trotz des individuellen und voneinander abgeschotteten Zuarbeitens klingt “Quelle” wie aus einem Guss. Die Songs fließen ineinander und dann und wann wird ein sich wiederholendes Motiv aufgegriffen. Dominant sind dabei die beherzt angeschlagenen Gitarren, die den Hörer dort abholen, wo BRIQUEVILLE ihre Stimmungsbilder verarbeiten wollen. Es ist aber auch der Sound als Ganzes, der viel Überzeugungsarbeit leistet. “Quelle” klingt weder überproduziert noch hat man das Gefühl, dass sich beim Mix irgendwelche Fehler eingeschlichen hätten. Teilweise – insbesondere bei den Drums (“Akte VIII”, “Axte XIII”) – fühlt man sich beim Sound gar an WINTER erinnert. Viellicht war es auch dieses “catchy” Momentum, das mich von den Belgiern überzeugt hat.

BRIQUEVILLE liefern ein Album zum Isolieren

Einzelne der seit dem Karrierebeginn durchnummerierten Tracks hervorzuheben, fällt schwer. Fakt ist, dass BRIQUEVILLE schon einmal richtig gut loslegen, wie das kraftvolle “Akte IX” beweist. Das überlange “Akte X” spielt dann vermehrt mit Drone-Elementen, umschifft die Gefahr des Einlullen-Lassens jedoch geschickt. Hinzu kommen leicht orientalisch anmutene Klangbögen sowie instrumentalisierte Laute, die in Ansätzen wie Vocals klingen (“Akte XII”). Das Tempo bleibt beinahe durchgehend in einem entschleunigten Midtempo, was aber nicht weiter strört, als dass “Quelle” die Eigenschaft hat, den Hörer mit der Musik zu ummanteln, um sich mit der innewohnenden Atmosphäre zu vereinen. Ein Album zum Abtauchen und zum Isolieren.

Veröffentlichungstermin: 02.10.2020

Spielzeit: 58:09 Min.

Line-Up:
unbekannt

Label: Pelagic Records

Homepage: http://www.briqueville.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/briqueville
Mehr im Netz: https://briqueville.bandcamp.com

BRIQUEVILLE „Quelle“ Tracklist

1. Akte VIII
2. Akte IX
3. Akte X
4. Akte XI
5. Akte XII (Audio bei YouTube)
6. Akte XIII (Audio bei YouTube)
7. Akte XIV
8. Akte XV