BLOOD RED ANGEL: Abyssland [Eigenproduktion]

BLOOD RED ANGEL: Abyssland [Eigenproduktion]

Um ehrlich zu sein hatte ich nicht mehr daran geglaubt, von BLOOD RED ANGEL nochmal ein neues Lebenszeichen in Form eines Albums zu hören, zu lange war nichts mehr aus dem Lager der Ruhrpott-Thrasher zu hören. Um so erfreulicher ist es nun, dass sie sich nicht haben unterkriegen lassen und ihr neues Werk „Abyssland“ der Öffentlichkeit vorstellen, wenn auch nur als Eigenpressung.
Bereits der Opener „Ceremony Of The Condemned“ macht klar, dass die Jungs nichts verlernt haben und holzt ordentlich rein, das aggressive Bay Area-Riffing in Verbindung mit den angepissten Vocals von Klaus Spangenberg macht klar wo der Hammer hängt und auch wenn die Produktion für meine Ohren anfangs etwas ungewohnt klang, muss ich doch mittlerweile zugeben, dass dieser mittige, leicht maschinell wirkende Sound sehr gut zur kalten Atmosphäre des Albums passt, übrigens ebenso wie das gelungene Artwork.
Im Vergleich zu den Vorgängern klingt „Abyssland“ meiner Ansicht nach wesentlich variantenreicher, auch wenn die meisten Tracks im Uptempobereich angesiedelt sind, werden immer wieder kurze Midtempoparts, ja teilweise fast schon doomige Riffs wie in „Enforced“ eingeschoben, sodass sich die einzelnen Stücke deutlich voneinander unterscheiden. Der größte Fortschritt ist aber im Gesang auszumachen, der nun viel kraftvoller, vielfältiger und auch einfallsreicher klingt als in der Vergangenheit.
Ich wage mal zu behaupten, dass BLOOD RED ANGEL wie viele Bands mal wieder mit der „Prophet im eigenen Lande“-Problematik zu kämpfen haben, anders kann ich es mir nicht erklären, dass momentan jede durchschnittliche Boxhandschuh-Thrash Gurkentruppe die nach durchschnittlicher 85er Bay Area klingt über den grünen Klee gelobt wird, während Bands die sich in diesem Genre um Abwechslung bemühen, einfach mal so übersehen werden.
Sei es wie es sei. BLOOD RED ANGEL haben mit „Abyssland“ eindeutig ihr bisher bestes Album abgeliefert und überzeugen mit coolen Ideen, starkem Riffing und guten Melodien, lediglich einige ruhige Momente in der Halbballade „Dead End Corridors“ oder in „ITN“ klingen vielleicht noch leicht schräg. Das soll kein Grund sein dieses Album nicht anzutesten und ich hoffe mal, die richtigen Leute fühlen sich angesprochen.

Veröffentlichungstermin: 2008

Spielzeit: 45:39 Min.

Line-Up:
Klaus Spangenberg – vocals
Jens Pesch – guitar
Jens Sonntag – guitar
Bernd Groß – bass
Andreas Danner – drums

Produziert von Klaus Spangenberg
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.thrashmetal.de

Email: klaus@bloodredangel.de

Tracklist:
01. Ceremony Of The Condemned
02. Revelation
03. Demon Driven
04. New Born Virus
05. Abyssland
06. Enforced
07. Decline
08. Dead End Corridors
09. ITN
10. Independent
11. Hostile
12. Leaders In Disguise

Ulle