BIGDUMBFACE: Duke Lion Fights The Terror!!!

Wirre Kinder-Phantasien zwischen Plastik-Pop und Derb-Musik inklusive selten dämlicher Texte. Peinliche One-Man-Show des LIMP BIZKIT-Gitarristen Wes Borland…

Tja, werte Teenies, auch ein Held wie LIMP BIZKIT-Gitarrist und –Star Wes Borland ist nur ein Mensch. Und hatte – wie alle Menschen – eine Kindheit inklusive Sozialisation. Keine Ahnung, was er sonst noch so mit sich herumschleppt, aber sein Projekt BIGDUMBFACE läßt sich im wesentlichen auf zwei Komponenten reduzieren, die den (prä-)pubertierenden Wes offensichtlich mehr geprägt haben, als er bei LIMP BIZKIT und seinem Vorgesetzten Fred Durst ausleben darf.

Inspirationsquelle Nummer eins: Old School-Krach-Bands á la SLAYER und SEPULTURA. Damit das Image des hippen Neo Metal-Stars nicht allzu sehr leidet, hat Borland die Extrem Thrash-inspirierten Stücke wie `Burgalveist`, `Blood Red Head On Fire` oder `Organ Splitter` allerdings mit pseudo-modernem Industrial-Flair aufgepeppt. Was an der dilettantischen Gesamt-Umsetzung nichts ändert.

Prägendes Kindheitsdilemma Nummer zwei: Trashige Zeichentrickserien jeglicher Coleur. Stimmlich haben`s Klein Wez offensichtlich die Chipmunks (in puncto musikalischer Marktplazierung das amerikanische Äquivalent zu unseren kleinen blauweißen Freunden, den Schlümpfen) angetan. Und so infantilisiert sich der Gute – wenn die Gitarrenwand mal Auszeit hat (wie übrigens meistens) – mit höhergelegter Computer-Quäkstimme durch einen Haufen merkwürdiger, kleiner Plastik-Popsongs, die zwar hier und da dezent groovend durch die Gegend federn, aber weder melodisch zwingend noch sonst sehr spannend sind.

Die Texte geben sich kaum weniger substanzarm und berichten wahlweise vom blondmähnigen Schurkenmeuchler Duke Lion (ein Held, wie er im Comic-Buche steht, und dümmlichen Animations-Ikonen wie He-Man oder Bravestarr mindestens ebenbürtig), kindlichen Kriegsszenarien und kindischen Gesellschafts-Entwürfen, Amerika-spezifischen Geisteszuständen und solch` essentiellen Themen wie dem Mighty Penis Laser und anderen Phallus-Phantasien.

Vielleicht muß man in den USA aufgewachsen sein, um diesen halbgaren Low Budget-Unsinn zu verstehen, vielleicht muß man auch dem debil-infantilen Treiben seines ersten Lebensviertels etwas näher stehen als ich es tue, um Wes Borlands One Man Show genießen zu können. Vielleicht ist`s aber auch nur elender Mist, der seinem Taufnamen in jeder Hinsicht gerecht wird…

Line-Up:
Wes Borland – Vocals, Instruments, Lyrics, Artwork

Produziert von Wes Borland
Label: Interscope/Geffen

Hompage: http://www.bigdumbface.com

Tracklist:
Burgalveist

Duke Lion

Kali Is The Sweethog

Blood Red Head On Fire

Space Adventure

Fightin` Stance

Organ Splitter

Mighty Penis Laser

Robot

Rebel

Voices In The Wall

It`s Right Here