AVATAR: Feathers & Flesh

AVATAR: Feathers & Flesh

Was fahren denn AVATAR denn nun wieder für Geschütze auf? War schon der Vorgänger zu Feathers & Flesh, Hail The Apocalypse, abenteuerlich und abwechslungsreich, so gehen die Schweden mit ihrem sechsten Album den nächsten Schritt in Sachen Profilierung und Unverwechselbarkeit. Dem nicht genug, packen sie ihr neues Album in ein konzeptionelles Korsett, welches das Album weder einschnürt noch aufgesetzt wirkt.

Feathers & Flesh liegt demnach ein von der Band verfasstes Gedicht zugrunde, das den Kampf einer Eule beschreibt, welche die Sonne am Aufgehen hindern will. Dabei wird sie mit allen möglichen anderen Tieren und Ideen konfrontiert und muss schlussendlich ihre Lektion lernen. Dies alles wird von AVATAR kreativ und gekonnt umgesetzt, wenngleich die Tracks (fast durchgängig) auch alleine für sich gut zu verwerten sind.

Musikalisch zeigen sich die Schweden erneut sehr vielseitig und man kann nur schwerlich einen primären Stil herausfiltern. Natürlich sind moderne Elemente in der Überzahl, aber der Melodic Death Metal (One More Hill) ist auch nicht ganz verloren gegangen, ebenso der progressive Anstrich, was einem insbesondere in den coolen Bass-Passagen (Pray the Sun Away) immer ganz besonders ins Auge respektive Ohr sticht.

Weiterhin gibt es vielleicht auch etwas zu ruhige Momente (Fiddler´s Farewell), die tatsächlich eher Story relevant sind, aber nicht zwingend Platz auf einem Metal-Album gefunden hätten. Aber bei näherer Betrachtung macht auch das nichts, weil auch die sachteren Passagen, die mitunter auch in bissigen Songs verarbeitet wurden (When The Snow Lies Red), qualitativ hochwertig sind und gar ein wenig an PINK FLOYD (Sky Burial) erinnern. Auch fühlt man sich an manchen Stellen an FAITH NO MORE erinnert oder hört einfach puren Power Metal à la TWILIGHT FORCE (House of Eternal Hunt)  heraus. Feathers & Flesh ist einfach bunt – so wie damals MECHANICAL POET.

Dazu kommt noch das abwechslungsreiche Schlagzeug-Spiel von John Alfredsson, der ebenso von Variantenreichtum strotzende Gesang von Johannes Eckerström, der sich nach wie vor sowohl im Clean-Gesang als auch bei den Growls wohl fühlt, und das präzise Gitarrenspiel. Die klare und druckvolle Produktion von Sylvia Massy,  die auch für SYSTEM OF A DOWN oder TOOL tätig gewesen ist, rundet das kreative und gelungene Werk AVATARs ab. Sehr gut.

Veröffentlichungstermin: 13.05.2016

Spielzeit: 67:51 Min.

Line-Up:
Johannes Eckerström – Gesang
Jonas Kungen Jarlsby – Gitarre
Tim Öhrström – Gitarre
Henrik Sandelin – Bass
John Alfredsson – Schlagzeug

Produziert von Sylvia Massy
Label: Another Century / Sony

Homepage: http://avatarmetal.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/avatarmetal

Tracklist:
01. Regret
02. House of Eternal Hunt
03. The Eagle has Landed
04. New Land
05. Tooth, Beak & Claw
06. For The Swarm
07. Fiddler´s Farewell
08. One More Hill
09. Black Waters
10. Night Never Ending
11. Pray the Sun Away
12. When The Snow Lies Red
13. Raven Wine
14. Sky Burial

Bonus-Tracks:
15. I´ve Got Something In My Front Pocket For You
16. Det Är Alldeles Försent

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.