ATTACKER: Soul Taker

ATTACKER: Soul Taker

Man mag es kaum glauben dass es sich bei Soul Taker nicht um einen Re-Release handelt, aber es ist Fakt.

Iron Glory haben sich die Rechte für die Comebackscheibe der US-Metal-Legende ATTACKER gesichert und haben damit einen guten Griff getan. Denn Genre-Fans haben eigentlich keine Chance an diesem Album in irgend einer Form vorbei zu kommen – dazu klingt Soul Taker viel zu authentisch, echt und mitreißend.

Es ist erstaunlich, dass es doch immer wieder noch die ein oder andere Band schafft, den Spirit vergangener Zeiten auf einem neuen Album einzufangen und in das neue Jahrtausend herüberzuhieven. Soundtechnisch kommt Soul Taker also absolut altbacken daher und dennoch drückt der Sound ordentlich wie man es sich von aktuellen Produktionen wünscht. Altbacken sind da selbstverständlich auch die Kompositonen, genauso eben wie das der Altmetaller gerne hat – schön wenn es dennoch frisch und knackig mundet und einem der Genuss nicht durch erstickende Ideenlosigkeit im Hals stecken bleibt.

Zehn neue Stücke bekommt der Fan hier also um die Ohren geblasen und auch wenn im Mittelteil der CD die Güte etwas abflacht, ist Soul Taker durch die Bank hervorragend. Wie sagte unser Wings am Wochenende als er die Scheibe zu hören bekam: na also, er kanns doch noch – und meinte natürlich Bob Mitchell, der hier jeden Anhänger von hohen Sirenensängern begeistern wird. Wobei er es aber auch durchaus mal rauer und tiefer angeht oder bei Sleepy Hollow fast schon an den Reibeisenkreischgesang eines Udo Dirkschneider erinnert. Eine Mischung aus King Diamond und David Wayne trifft es wohl ziemlich gut, was aber vor allem begeistert sind diese mitreißenden Gesangsmelodien die weit weg sind von dem glattpolierten Einheitsbrei den man allmonatlich zu Gehör bekommt. Genau so wertet man eine klasse Instrumentalarbeit noch weiter auf – indem man eben nicht immer das singt was sich auf Grund der Akkordfolge als erstes anbieten würde. Das sind die Ecken und Kanten die man als Metalfan doch hören will! Das vermisst man natürlich beim tatsächlich etwas verzichtbaren aber dennoch guten Instrumental Return to Mordor, mit Raging Fist betritt man dafür gesanglich aber nochmals unglaubliche Höhenregionen, die Banausen Zahnschmerzen verursachen wird, den Kenner aber in wahre Verzückung versetzen wird). Die Ballade Until we meet again (so wie ich das heraus höre eine Verarbeitung der Gefühle zum Tod von Jim Mooney) beschließt dann noch mal mit interessanter und starker Instrumentalarbeit ein absolut gelungenes Reunion-Album, bei dem man sich zum Glück mal wieder nicht nach der Daseinsberechtigung fragen muss.

Veröffentlichungstermin: 26. Januar 2004

Line-Up:
Pat Martinelli – Guitar

Mike Benetatos – Guitar

Felix Torres – Bass

Mike Sabatini – Drums

Bob Mitchell – Vocals

Hompage: http://www.attacker.tv

Tracklist:
1. The End

2. Forgotten

3. Sleepy Hollow

4. Tortured

5. Soul Taker

6. Jack

7. The Conquerors

8. Return to Mordor

9. Raging Fist

10. Until we meet again

Fierce
.