AS EVERYTHING UNFOLDS: Within Each Lies The Other

Auf ihrem kurzweiligen Debüt “Within Each Lies The Other” überzeugen AS EVERYTHING UNFOLDS mit großem Abwechslungsreichtum, dürfen in Zukunft aber die eigenen Konturen gerne nochmals nachziehen, um sich deutlicher von ähnlich gelagerten Künstlern abzuheben.

„Dieses Album repräsentiert gleichermaßen das Beste und Schlechteste in uns […]“, erklärte Sängerin Charlie Rolfe im Vorfeld der Veröffentlichung. Diese Dualität schlägt sich glücklicherweise aber nicht in der Qualität nieder, denn das Debütalbum der britischen Post Hardcore-Band AS EVERYTHING UNFOLDS bleibt in dieser Hinsicht erstaunlich konstant. Der großen Bandbreite an zur Schau gestellten Emotionen wird das Sextett vielmehr auf songschreiberischer Ebene gerecht, indem man den Genre-Rahmen selbst recht großzügig auslegt.

Catchy Synthesizer und eingängige Refrains spielen typischerweise nicht nur im Opener „On The Inside“ eine wichtige Rolle, darüber hinaus loten AS EVERYTHING UNFOLDS jedoch die Grenzen ihrer Komfortzone fast im Minutentakt neu aus. Das macht „Within Each Lies The Other“ selbstverständlich nicht sofort zum heiligen Gral des Post Hardcore, hält die Platte aber bis zum letzten Song kurzweilig. Wenn etwa auf die Laut-leise-Dynamik von „Take Me There“ der aufreibende Metalcore-Reißer „Wallow“ folgt, dann navigiert die Band so selbstbewusst durch ein Spannungsfeld, wie man es sonst eher von der alten Garde gewohnt ist.

Kleinere Ausbrüche ergänzen den recht glatten Sound von “Within Each Lies The Other”

Zum Teil ist dieses souveräne Auftreten sicherlich auch der wandelbaren Dame am Mikro zuzuschreiben: Charlie Rolfe nutzt die zugänglichen Strukturen im rockigen „Stay“ oder auch „Stranger In The Mirror“ erst, um uns mit Gefühl in der Stimme die poppige Seite Band schmackhaft zu machen und spuckt dann im nächsten Moment in bester Hardcore-Manier Gift und Galle. Diese Ausbrüche ergänzen den insgesamt recht glatten Sound hervorragend, könnten für unseren Geschmack allerdings gerne prominenter und nicht zuletzt häufiger eingebunden werden.

Nichtsdestotrotz funktioniert die relativ straighte Ausrichtung der elf Stücke sogar dann, wenn AS EVERYTHING UNFOLDS das Tempo reduzieren und in „Grayscale“ mit seinem großen Refrain ein nachdenkliches Element hinzuaddieren. Dabei sind es größtenteils simple und doch effektive Melodiebögen, die sich dank Rolfes beherzter Performance in unseren Gehörgängen festsetzen. Wenn dann noch zwischendurch in „Hiding From Myself“ gemosht werden darf, umso besser.

AS EVERYTHING UNFOLDS dürfen die Konturen gerne nochmals nachziehen

Diese kantig-rohe Seite der Band spielt auf „Within Each Lies The Other“ am Ende des Tages zwar nur die zweite Geige, verleiht den Kompositionen mancherorts aber die nötigen Konturen, die AS EVERYTHING UNFOLDS gegenwärtig nicht immer aufweisen können. Das tut der grundlegenden Qualität natürlich wenig Abbruch, darf jedoch gerne ausdifferenziert werden, um künftig nicht im Windschatten ähnlich gelagerter Kollegen wie DREAM STATE zu versauern – das wiederum würde dem Potenzial der Briten nämlich kaum gerecht.

Veröffentlichungstermin: 26.03.2021

Spielzeit: 40:16

Line-Up

Charlie Rolfe – Vocals
Adam Kerr – Gitarre
Owen Hill – Gitarre
Jon Cassidy – Keyboard
George Hunt – Bass
Jamie Gowers – Schlagzeug

Produziert von Oz Craggs, AS EVERYTHING UNFOLDS und Nick Burchall (Mastering)

Label: Long Branch Records / SPV

Facebook: https://www.facebook.com/AsEverythingUnfolds/

AS EVERYTHING UNFOLDS “Within Each Lies The Other” Tracklist

1 On The Inside (Video bei YouTube)
2 Take Me There (Audio bei YouTube)
3 Wallow
4 Stranger In The Mirror
5 I’m Not The Only One
6 Grayscale (Video bei YouTube)
7 Stay
8 Let Me Go
9 Hiding From Myself (Video bei YouTube)
10 One Last Time
11 Wither