ANATHEMA: A Natural Disaster

ANATHEMA: A Natural Disaster

Seit fast dreizehn Jahren sind die Briten von ANATHEMA schon ein mehr oder weniger fester Bestandteil der Metalszene und es ist erstaunlich, wie sich diese Band entwickelt hat. Als Death Metal-Band gestartet, dann deutlich langsamer (=doomiger) agiert und schließlich hörbar von PINK FLOYD beeinflusst worden. So kann man grob den Werdegang des Liverpool-Fünfers umschreiben. Auf ihrem siebten Studioalbum „A Natural Disaster“ (zehn Songs, 55:25 Min.) hat die Band keine neuen Wege beschritten oder halbgare Experimente gewagt. Nein, sie hat ihren ureigenen Stil verfeinert und gibt sich weiterhin schwermütig, melancholisch und atmosphärisch, erinnert dezent an TIAMAT (die im Vergleich zu ANATHEMA aber geradezu wie ’ne optimistische Partyband klingen) und ist glücklicherweise kilometerweit von dem aufgesetzten Kitsch der Gothic-Szene entfernt. Echte Gefühlsausbrüche wie bei “Pulled Under” (wo die Band mal richtig Gas gibt), sind eher selten und auch der beim (etwas an SAM BROWN’s Hit „Stop” aus dem Jahre 1988 erinnernden) Titelsong erklingende weibliche Gesang von Lee Douglas (die Schwester von Drummer John), hätte meinetwegen ruhig häufiger eingesetzt werden können. Ansonsten regiert die Depression, die besonders durch die vielen instrumentalen Passagen/Songs erzeugt und geschürt wird. Sicherlich nicht die Platte für lustige Grillabende, aber er wer sich zu einem mega-traurigen Song wie „Are you There?“ nicht umzubringen schafft, schafft es nie mehr!

Spielzeit: 55:25 Min.

Line-Up:
Danny Cavanagh – guitars
Vincent Cavanagh – vocals, guitars
Jamie Cavanagh – bass
John Douglas – drums
Les Smith – keyboards

Produziert von Dan Turner
Label: Music for Nations

Homepage: http://www.anathema.info
Email: anathema@goodkarma.co.uk

Tracklist:
01. Harmonium
02. Balance
03. Closer
04. Are You There?
05. Childhood Dream
06. Pulled Under
07. A Natural Disaster
08. Flying
09. Electricity
10. Violence