IRON MONKEY: 9-13

iron monkey 913 Cover

„Hello shitheads“. Diese kurze sarkastische Fanbegrüßung via Facebook hat am 19. Januar 2017 die gesamte Sludge Community in helle Aufregung versetzt und das aus gutem Grund: Nach knapp zwanzig Jahren Abstinenz geht die englische Kultband IRON MONKEY ins Studio, um dort ihre erste Scheibe seit „Our Problem“ (1998) einzuspielen. Die wohl spektakulärste Reunion des Jahres hatte freilich einen leicht herben Beigeschmack, denn sie fand ohne den vor fünfzehn Jahren verstorbenen Originalsänger Johnny Morrow statt. Dieser Umstand stieß bei nicht wenigen MONKEY-Fans der ersten Tage auf Unverständnis und gar Ablehnung, denn in Fachkreisen gilt Morrow bis heute noch als einer der Besten seiner Zunft.

Die wohl spektakulärste Reunion des Jahres: IRON MONKEY!

Zum Zeitpunkt ihrer Auflösung galten IRON MONKEY innerhalb der Metalszene bereits als Legenden und von daher kann man sich schon sehr gut vorstellen, welcher Erwartungsdruck auf den Schultern der inzwischen auf ein Powertrio geschrumpften Band lastet. Um es vorwegzunehmen: Die Band hat auch nach ihrer mehrjährigen Schaffensspause nichts von ihrer Aggressivität und Gemeinheit eingebüßt, obgleich es schon schwer zu übersehende Unterschiede zu den IRON MONKEY der 90er gibt.

Abgesehen vom Personalkarussell wurde auf „9-13“ im Vergleich zum Referenzalbum „Our Problem“ merklich das Tempo angezogen, so dass sich das neue Songmaterial allgemein wesentlich punkiger anhört („Mortarhex“, „Destroyer“ oder „Crown Of Electrodes“). Das könnte durchaus an dem neuen Schlagzeuger S. Briggs liegen, der nebenbei auch bei CHAOS U.K. die Felle bearbeitet.

9-13 liefert durchgehend bärenstarke Qualität

Natürlich kann der absichtlich übersteuerter Gesang dem Original nicht das Wasser reichen, aber ernsthaft: Vor den Platzhirschen wie EYEHATEGOD, BUZZOV*EN, -(16)- oder SOURVEIN brauchen sich IRON MONKEY mit ihrem neuen Album nicht verstecken, oder noch besser gesagt: „9-13“ ist ein mächtiger Tritt ins Gesicht aller Zweifler, die bereits im Vorfeld fleißig ihren negativen Senf dazu gaben, allerdings ohne vorher einen einzigen Song gehört zu haben. Die Scheibe liefert durchgehend, aber wirklich durchgehend bärenstarke Qualität ab. Die Füller sind auf „9-13“ eine klare Fehlanzeige, denn egal welchen Song man hört, ob „OmegaMangler“, den Titelsong oder das großartige Finale „Moreland St. Hammervortex“, alles hier hat Hand und Fuß und die Gefahr ist groß, dass der Replayknopf an dieser Platte, die 48 Minuten lang ununterbrochen groovt, fetzt und sägt, glatt kaputtgehen könnte.

Obwohl sich IRON MONKEY dieses Jahr leider hinter PRIMITIVE MAN anstellen müssen, ist ihr Comeback-Album einfach nur erste Sahne und mit das Beste, was die Szene momentan zu bieten hat. Ich meinerseits bin fest davon überzeugt, dass Johnny Morrow auf seine Jungs verdammt stolz gewesen wäre.

Veröffentlichung: 20.10.2017

Spielzeit: 47:44 Min.

Label: Relapse Records

Produziert von: Johnny A. Carter, Andy R. Jones und Brad Boatright

Bandwebsite: ironmonkey.bandcamp.com
Facebook: facebook.com/IRONMONKEYBAND

Line-Up:
J – Vocals, Guitars
B – Drums
S – Bass

Tracklist IRON MONKEY „9-13“

 

1. Crown Of Electrodes (Video bei YouTube)
2. OmegaMangler (Video bei YouTube)
3. 9-13 (Video bei YouTube)
4. Toadcrucifier – R.I.P.P.E.R.
5. Destroyer
6. Mortarhex
7. The Rope
8. Doomsday Impulse Multiplier
9. Moreland St. Hammervortex

 

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BKa