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ROLLING STONES: From The Vault – Hampton Coliseum (Live In 1981) [DVD]

ROLLING STONES: From The Vault – Hampton Coliseum (Live In 1981) [DVD]

Tja, die ROLLING STONES gingen mir immer irgendwie am A vorbei, auch wenn man unvermeidbar in der ein oder anderen Teenie-Band Honky Tonk Woman und natürlich Jumping Jack Flash spielen musste und sich permanent und erfolgreich vor Satisfaction drücken konnte. Die spielerisch ihres Ruhmes nie würdigen Musiker, das Drumherum mit den unzähligen Skandalen, das Brimborium um Medienstar und Sexsymbol Mick Jagger, nein danke, nicht mein Ding, dazu gab es zu viele richtig gute Bands! Und dann sowas, eine Live-DVD der STONES anschauen, kann man wohl so nebenbei machen. Oder auch nicht, From The Vault – Hampton Coliseum (Live In 1981) ist schon mehrfach willkommener Gast im Player gewesen. Vielleicht sollte man nicht immer Musikerpolizei spielen und einfach mal den Spaßregler bedienen, und das ist hier ganz einfach. Mit der From The Vault-Serie gibt es nun Live-Mitschnitte, die in Archiven auftauchten oder als mehr oder weniger offizielles Bootleg in Fankreisen gehandelt wurden. Als ersten Release gibt es eine Show, die am 18. Dezember 1981 auf der erfolgreichsten aller STONES-Touren in Hampton mitgeschnitten wurde.

Nun, warum Jagger schon im Vorspann mit gut sechs Minuten Backstage-Bildern vor der Show Rumzappelt und Stretchübungen macht, das erklärt sich, wenn er die Bühne betritt. Egal, wo er auf der Anfang der 80er top modernen Bühne mit reichlich Lauffläche unterwegs ist, er zappelt, wackelt mit den Hüften, tänzelt, zuckt hyperaktiv herum. Hier ist der wohl bekannteste Zappelphilipp der gesamten Rockgeschichte gar erstaunlich gut bei Stimme, das hat man schon ganz oft ganz anders gehört. Die ganze Band macht einen recht fitten Eindruck, auch wenn sie sicher auch in den frühen 80ern weit weg waren vom gesunden Lebensstil. Rein musikalisch ist dies wie erwartet eine reine Freakshow, warum Musiker auf diesem Level seit nunmehr 50 Jahren so einen Erfolg haben können bleibt zumindest aus Sicht eines Musikers ein Rätsel. Dabei ist das unfassbar platte Drumming von Charlie Watts fast schon wieder unterhaltsam, Basser Bill Wyman hält sehr solide die Songs zusammen. Die Gitarrenarbeit hingegen ist gewohnt grottig und wird immer dann am besten, wenn Sänger Mick Jagger zur dritten Gitarre greift. Der ist definitiv nicht nur der größte Star in der Band, sondern auch der beste Musiker, traut sich bei Let Me Go auch mal direkt ins Publikum. Er ist über die komplette Show der Blickfang und sorgt allein schon für einen hohen Unterhaltungswert.
 
Was aber ist denn nun das Geheimnis bei den ROLLING STONES, dass sie immer noch eine der größten Rock-Bands der Welt sind? Da müssen halt die Songs ran, und sowohl die damals neuen Songs vom 81er Album Tattoo You als auch die üblichen Klassiker gehen sofort ins Bein und verbreiten gute Laune. Vom Auftakt Under My Thumb, dem damals neuen Blues Black Limousine, der Schunkelballade Time On My Side, dem immer wieder coolen Beast Of Burden, dem groovigen Tumbling Dice bis zum Showdown mit den wohl nicht mehr zu nennenden Hits und dem Tophit Start Me Up vom aktuellen Album machen die Songs durchgehend Spaß und man wippt permanent mit. Das jeder Altrocker zur Luftgitarre greift ist klar, die Songs sind so einfach, da kann jeder sofort mitspielen. Das Geburtstagskind Keith Richards wird gefeiert, auch er war mal 38, darf heute auch nicht schön, aber laut den Song Little T & A singen. Dazu gibt es noch Frisch im Programm die Coversongs Going To A Go-Go (MIRACLES) und Twenty Flight Rock (EDDIE COCHRAN). Man ist permanent hin und her gerissen und fasziniert von der mangelnden Klasse der Musiker und der Größe der Songs, die sie zusammengebastelt haben. Einfach Klasse der Schluss von Honky Tonk Woman, jede Senioren-Coverrockband hätte so einen Drummer längst rausgeschmissen. Gute Musiker gibt es aber auch, ROLLING STONES-Semi-Mitglied Ian Stewart am Piano, Keyboarder Ian McLagan (THE FACES) sowie Ernie Watts und Bobby Keys am Saxophon überzeugen durchgehend.

Bei der From The Vault-Reihe geht es eindeutig nicht nur um die platte Verwertung irgendwelcher Schubladenfunde, die Qualität des Mitschnitts ist klasse, Bild und vor allem der von Bob Clearmountain überarbeitete Sound überzeugen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich mal eine ROLLING STONES-Show begeistert, Hampton Coliseum (Live in 1981) ist das gelungen. Irgendein Bonusmaterial gibt es nicht, im Booklet kann man kurz in den Linernotes stöbern. Ein Vergleich mit den sicher zahllosen Live-Mitschnitten ist mir mangels Background nicht möglich, aber jeder STONES-Fan und Altrocker kann hier sicher bedenkenlos zugreifen. Mag sein, dass die ROLLING STONES die musikalisch zweifellos schlechteste aller Superstarrockbands waren und sind, aber es steht genauso außer Frage die Tatsache, dass sie immer eine der unterhaltsamsten waren. Echte Stones-Freaks werden das mit den schlechten Musikern natürlich gaaaanz anders sehen, aber Vorsicht, wenn ich nicht aufpasse werde ich auch noch zum ROLLING STONES-Fan! From The Vault – Hampton Coliseum (Live In 1981) gibt es auch als Doppel-CD, Doppel-CD plus DVD sowie 3 Vinyl-LPs plus DVD. Eine Version mit DVD ist aber Pflichtprogramm.

Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DD Stereo), Englisch (DTS Surround)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Veröffentlichungstermin: 31.10.2014

Spielzeit: ca. 180 Min.

Line-Up:
Mick Jagger – Vocals, Guitar
Keith Richards – Guitar
Ron Wood – Guitar
Bill Wyman – Bass
Charlie Watts – Drums

Gäste:
Ian Stewart – Piano
Ian McLagan – Keyboards
Bobby Keys – Saxophon
Ernie Watts – Saxophon

Label: Eagle Vision

Homepage: http://www.rollingstones.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/therollingstones

Tracklist:
1. Under My Thumb
2. When The Whip Comes Down
3. Let´s Spend The Night Together
4. Shattered
5. Neighbours
6. Black Limousine
7. Just My Imagination
8. Twenty Flight Rock
9. Going To A Go Go
10. Let Me Go
11. Time Is On My Side
12. Beast Of Burden
13. Waiting On A Friend
14. Let It Bleed
15. You Can´t Always Get What You Want
16. Band Introductions
17. Happy Birthday Keith
18. Little T & A
19. Tumbling Dice
20. She´s So Cold
21. Hang Fire
22. Miss You
23. Honky Tonk Women
24. Brown Sugar
25. Start Me Up
26. Jumping Jack Flash
27. (I Can´t Get No) Satisfaction

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!