Ein Montagabend in Berlin, der sich alles andere als nach Wochenstart anfühlt: Mit ORTHODOX, VARIALS und SILENT PLANET im Vorprogramm ist die Messlatte für THE AMITY AFFLICTION im Metropol bereits hoch gelegt. Vier Bands, die zwar allesamt im modernen Metalcore- und Hardcore-Spektrum zu Hause sind, dabei aber sehr unterschiedliche Akzente setzen.
Den Auftakt machen ORTHODOX mit einem progressiven und ausgesprochen hart gespielten Hardcore-Sound. Schon nach den ersten Songs fliegen im Pit Fäuste und Tritte durch die Luft, während sich die Menge im Takt der Musik bewegt, bangt und wild durcheinander tanzt.
Erste schweißnasse Gesichter feiern gemeinsam mit der Band, und die Energie vor der Bühne nimmt von Song zu Song zu.
Der rohe Sound von ORTHODOX liefert damit den perfekten Einstieg in einen Abend, der noch deutlich intensiver werden soll.
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Mit VARIALS steht eine Band auf der Bühne, die seit ihrer Gründung in Philadelphia für eine Mischung aus Hardcore und Metalcore steht und dabei immer wieder Elemente aus Nu Metal einfließen lässt. Nach Alben wie „Pain Again“, „In Darkness“ und „Scars for You to Remember“ präsentiert die Band mit „Where the Light Leaves“ ihre bislang schwerste und zugleich emotionalere Seite.
Im Pit bleibt entsprechend niemand lange ruhig.
Auch live steht die Härte im Vordergrund: Tiefe Gitarren, wuchtige Breakdowns und aggressive Vocals bestimmen das Set. Vor der Bühne bleibt es entsprechend nicht lange ruhig – im Pit wird gemosht, gesprungen und getanzt.
Ein besonderer Moment folgt, als der Sänger von ORTHODOX für einen Song die Bühne betritt und VARIALS unterstützt. Das Publikum nimmt den Gastauftritt mit viel Applaus auf.
VARIALS verzichten dabei auf große Inszenierungen und lassen vor allem ihre Musik sprechen. Gerade die Kombination aus ihrem schweren Sound und der unmittelbaren Reaktion des Publikums macht den Auftritt zu einem der härteren Momente des Abends.
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Mit SILENT PLANET verändert sich die Stimmung im Metropol. Die 2009 in Kalifornien gegründete Band hat sich über die Jahre einen eigenen Platz im modernen Metalcore erspielt und verbindet Hardcore und Metal mit atmosphärischen, elektronischen und teils progressiven Elementen.
Auch live wird schnell deutlich, was die Band von klassischem Metalcore unterscheidet. Melodische und atmosphärische Passagen treffen auf massive Riffs und harte Breakdowns, während Sänger Garrett Russell zwischen intensiven Shouts und emotionalen Momenten wechselt.
Trotz der musikalischen Komplexität bleibt die Crowd voll dabei. Schon bald rotiert der erste Circle Pit. Gleichzeitig schaffen die ruhigeren und melodischeren Passagen immer wieder Momente, in denen die Aufmerksamkeit ganz auf der Musik liegt.
SILENT PLANET zeigen damit eindrucksvoll, warum ihre Musik nicht allein von Härte lebt. Atmosphäre, Dynamik und emotionale Tiefe gehören ebenso zum Sound der Band und genau diese Mischung macht ihren Auftritt an diesem Abend besonders.
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Bereits beim Einstieg ins Set ist die Crowd voll bei der Sache und unterstützt die Band lautstark beim Mitsingen. Mit „Pittsburgh“ beginnt ein Set, das sich schnell zu einer einzigen großen gemeinschaftlichen Gesangseinlage entwickelt. Die Sänger wechseln dabei mühelos zwischen emotionalen cleanen Vocals von Jonny Reeves und aggressiven Shouts von Joel Birch und verleihen den Songs damit eine enorme Dynamik. Es folgen „Drag the Lake“, „Like Love“ und „Bleed“.
Stets begleitet vom unaufhörlich erklingenden Gesang aus dem Publikum prescht die Band durch ihr Set.
Atmosphärisch werden auf den LED-Paneelen links und rechts der Bühne Videosequenzen eingespielt, die dem gesamten Auftritt zeitweise etwas sehr Magisches verleihen.
Mit „It’s Hell Down Here“, „House of Cards“ und „All My Friends Are Dead“ geht es weiter durch eine Setlist, die verschiedene Facetten der Band miteinander verbindet. Die melodisch-orchestralen Arrangements stehen im krassen und doch harmonischen Kontrast zum hart dargebotenen Core und ergänzen diesen zu einem ungemein rund wirkenden Gesamtkonzept.
Auch bei „Open Letter“, „Afterlife“ und dem mittlerweile zehn Jahre alten „All Fucked Up“ bleibt die Intensität ungebrochen. Und auch im Publikum tut sich einiges: Die Crowdsurfer werden in Serie nach vorne geschmissen, während sich vor der Bühne immer wieder mehr Konzertbesucher dem Massen-Movement anschließen.

THE AMITY AFFLICTION schaffen es dabei, die unterschiedlichen Facetten ihrer Musik miteinander zu verbinden.
Auf die schweren und aggressiven Momente folgen emotionale Passagen, bevor der nächste Breakdown die Menge wieder komplett eskalieren lässt.
Das Metropol selbst erweist sich an diesem Abend als eine optisch beeindruckende Kulisse. Der prachtvolle Saal, die hohen Decken und die besondere Architektur verleihen dem Konzert eine Atmosphäre, die hervorragend zu einem solchen Abend passt. Ganz unproblematisch ist die Location bei dieser Auslastung allerdings nicht: Das Metropol ist schlicht zu vollgepackt. Vor allem weiter hinten im Saal wird es schnell eng, und die zahlreichen Säulen erweisen sich immer wieder als echte Sichtbarriere.
THE AMITY AFFLICTION – Setlist
- Pittsburgh
- Drag the Lake
- Like Love
- Bleed
- Heaven Sent
- It’s Hell Down Here
- House of Cards
- All My Friends Are Dead
- Open Letter
- Afterlife
- All Fucked Up
- Kickboxer
- All That I Remember
- Death’s Hands
- Soak Me in Bleach
THE AMITY AFFLICTION – Fotogalerie


















































