SUMMER BREEZE 2001

DIE positive Überraschung der Festival-Saisson 2001..!

SUMMER BREEZE OPEN AIR 2001

23. – 25.08.2001 Abtsgmünd

 

 

 

 

 

So kommt ihr durch das Summer Breeze 2001:


Donnerstag, 23.08.2001

AETERNITAS | STONE THE CROW | LACUNA COIL | AMORPHIS | RAGE | PAUL DI´ANNO & KILLERS

Freitag, 24.08.2001

ADORNED BROOD | JACK FROST | CRACK UP | THE CROWN | FARMER BOYS | DIE HAPPY | KREATOR | HAGGARD

Samstag, 25.08.2001

| ASTERIUS | IN BLACKEST VELVET | END OF GREEN | FINNTROLL | MOONSPELL | PRIMAL FEAR | IN EXTREMO

Ausklang

 

 

Donnerstag, 23.08.2001

…nach Oben!

Schon im Vorfeld versprach das SUMMER BREEZE Open Air in Abtsgmünd der Geheimtipp in Sachen Metal Festival 2001 zu werden. Die Ankündigung immer neuer hochkarätiger Bands konnte einem regelrecht das Wasser im Munde zusammen laufen lassen und so fuhren wir mit hochgesteckten Erwartungen in den wilden Süden der Republik. Und was die Veranstalter in Abtsgmünd auf die Beine gestellt haben, ließ keine Wünsche offen. Eine professionelle Organisation und ein immer und überall freundliches Summer Breeze-Team machten das Festival zu dem, was es auch sein soll: Eine große Metal Party ohne Streß, Ärger und Reibereien. 42 Bands wurden während den drei Festival-Tagen verpflichtet, so dass eigentlich jeder Freund härterer Klänge befriedigt werden sollte. Und für uns begann das Festival am Donnerstag Nachmittag nach einer ersten Platz- und Fressbudenbesichtigung mit…

 

 

AETERNITAS

…nach Oben!

Als wir das Festivalgelände erstmals enterten, machten sich gerade AETERNITAS daran, die bereits recht zahlreiche Menge auf dem Festivalgelände mit ihrer Mischung aus Gothic- und Blackmetal zu beschallen. Das klang zwar ganz gefällig, angesichts der herrlichen frühen Abendstimmung konnten AETERNITAS jedoch lediglich einen Achtungserfolg verbuchen. Der blaue Himmel, das erste Festivalbierchen und die Vorfreude auf drei volle Festivaltage verhinderten, dass die Zuschauer sich wirklich auf die düstere Atmosphäre der Musik einlassen konnten. Dennoch ein gelungener Auftakt mit den üblichen female vs. male vocals-Spielchen, einer dicken Portion Pathos und gefälligem Stageacting. Ein wenig unsicher wirkte die Band lediglich bei den Ansagen, die trotz zweier Goldkehlchen in der Band der Gitarrist übernehmen musste. (Rachendrachen)

 

 

STONE THE CROW

…nach Oben!

Alles andere als leicht hatten es STONE THE CROW. Nach der kurzfristigen Absage von Vader wurden sie als Ersatz präsentiert – und man durfte skeptisch sein, wie die Meute vor der Bühne eine junge Alternativeband anstelle der polnischen Überschalldeathmetaller aufnehmen würde. Doch STONE THE CROW bewiesen mit einer äußerst professionellen Show, warum sie zu den großen Hoffnungen in Sachen moderner Rockmusik in Deutschland gezählt werden. Man hatte beinahe den Eindruck, daß die Jungs schon seit Jahren nix anderes als die großen Open Air-Bühnen kennen! Die exquisite Lichtshow kam auch erstmals zur Geltung, so daß STONE THE CROW letztlich zu den zahlreichen positiven Überraschungen des Summer Breeze gezählt werden durften. Manch ein Freund heftiger Klänge mag zwar grummelnd an den Bierständen das Fehlen von Vader beklagt haben, aber die meisten anderen Anwesenden zollten STONE THE CROW den hochverdienten Beifall für eine souveräne Leistung trotz der widrigen Ausgangslage. (Rachendrachen)

 

 

LACUNA COIL

…nach Oben!

Ich weiß nicht, was mich so an LACUNA COIL fasziniert aber die Italiener um die hübsche Fronterin Cristina Scabbia schaffen es jedes Mal, mich absolut in ihren Bann zu ziehen. Die zierliche Sängerin mit ihrer enormen Ausstrahlung ist es nicht alleine – es ist das gesamte Zusammenspiel der Band, das mich immer wieder aufs Neue begeistert. Der dunkle Rock, der als Gerüst für die Gesangsharmonien und -duelle von Sängerin Christina und Sänger Andrea dient, hat auch in Abtsgmünd wieder hervorragend gewirkt. Umrahmt von einer schönen Lightshow und einem guten Sound erklang eine ausgewogene Setlist quer durch die Discographie der Band aus der Anlage, wobei besonders die Zugaben „The Secret“ – der meiner Meinung nach absolute Übersong Lacuna Coils – und das in italienischer Sprache gesungene „Senzafine“ zu gefallen wussten. Ein einfach nur schöner Auftritt der eigentlich nur noch von den für viele heimlichen Headlinern des Abends getoppt werden konnte, und das waren… (boxhamster)

 

 

AMORPHIS

…nach Oben!

Eigentlich dachte ich, bei AMORPHIS sei zwischendurch gemütliches Entspannen angesagt, waren die beiden letzten Alben doch recht ruhig. Doch weit gefehlt, was in den vorderen Reihen abging, war angesichts der Songauswahl erstaunlich. Die Finnen konzentrierten sich überwiegend auf das Material der beiden letzten Alben Am Universum und Tuonela und verzauberten mit ihren Rocksongs, die live einen ganzen Zacken heftiger klingen als auf Konserve. Dennoch ist auch live die Magie von Titeln wie Divinity, Alone oder Goddess Of The Sadman ungebrochen. Sänger Pasi Koskinen überzeugte restlos, mittlerweile beherrscht dieser Mann alle Gesangsstile von derben Grunzer bis zum klaren, melancholischen Gesang perfekt und strahlt eine Hingabe aus, die man sich nur schwer entziehen kann. Wer eine große Show erwartet hatte, wurde wohl enttäuscht, aber das Songmaterial der Finnen bracht keine aufwändigen Special Effects, sondern wirkt auch alleine. Daher war es auch nicht weiter schlimm, dass die Band sich etwas zurückhielt und nur hier und da gepflegt vor sich hin rockte; die Zeiten des wilden Headbanging sind vorbei – doch genauso sind auch die Zeiten der Metal Songs vorbei. AMORPHIS stehen heute für emotionale Rockmusik, der man aber noch immer die Wurzeln der Band anmerkt. Deswegen haben sich auch die beiden älteren Stücke, nahtlos in das Set eingefügt. Der glasklare Sound und das unglaublich saubere Zusammenspiel sowie die wirklich guten Songs zeigten dann beim Publikum ihre Wirkung, AMORPHIS wurden vollkommen zu Recht eine Stunde lang von den Fans regelrecht abgefeiert. (vampiria)

 

RAGE

…nach Oben!

Lange Zeit konnte ich mit RAGE rein gar nix anfangen, zu belanglos und bieder waren ihre Alben und Liveshows, vor allem zu Zeiten des alten Saitenquälers Manni. Doch mittlerweile hat sich dies grundlegend geändert. Das aktuelle Line-up mit Mike Ich bin eine verdammte Maschine Terrana am Schlagzeug und Flitzefinger Victor Smolski sowie natürlich Peavey geht ungleich druckvoller und härter zu Werke. Besonders Mike Terranas Leistung dürfte auf dem Summer Breeze wohl einsame Spitze gewesen sein…Als Drummer der nachfolgenden Band hätte ich mich nach seinem Drumsolo wohl kaum mehr auf die Bühne getraut! Aber auch das, was der Herr Smolski da auf seinen sechs Saiten so alles abzog, sorgte für offene Münder an der Musikerfront. Dabei verloren RAGE aber nie den Blick für´s Wichtigste: Songs wie der Opener des neuen Albums oder auch Firestorm wurden extrem tight und aggressiv ins Publikum gepustet. Und selbst die olle Kamelle Dooon´t Juu Fierce See Winntaa *g* gewann an Energie. Das einzige Problem, das bei RAGE inzwischen immer deutlicher wird: Peavey hat mittlerweile an den Drums und an der Gitarre absolute Spitzenkönner an seiner Seite – umso mehr fällt auf, daß er selbst nunmal ein höchstens mittelmäßiger Sänger ist…nur kann er sich wohl schlecht selber rauswerfen…Sei´s drum: RAGE überzeugten mit einer Lehrstunde in Sachen Wie präsentiere ich meine Songs live so druckvoll wie möglich? und wurden somit der Headlinerposition am Donnerstag mehr als gerecht. (Rachendrachen)

 

PAUL DI`ANNO

…nach Oben!

Eigentlich kann einem der alte Paule nur noch leid tun. In Wacken hat mir die Darbietung der alten Maiden Klassiker durch den Ur-Maiden-Sänger ja noch ganz gut gefallen (obwohl ich mit dieser Einschätzung wohl nicht unbedingt zur Mehrheit gehöre) aber was Paul Di´ Anno beim Summer Breeze zu sehr fortgeschrittener Stunde bot, ist nur noch als schwach zu bezeichnen. Mit nur einem statt zwei Gitarristen an seiner Seite quälte er sich durch Wrathchild, Murders in the Rue Morgue, Prowler, Killers, einer halbwegs passablen Version von Remember Tomorrow und Running Free, um seinen Set nach etwa einer guten halben Stunde Spielzeit vorzeitig zu beenden. Auch die Ansagen, dass er eigentlich sowieso keinen Bock auf die ganze Scheiße habe konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der gute körperlich einfach am Ende ist. Nein, das war überhaupt nichts, wirklich sehr schade um die lebende Legende… (boxhamster)

 

 

 

Freitag, 24.08.2001

…nach Oben!

 

Abkühlung!Nach einer recht kurzen Nacht ließen die strahlende Sonne und der klare Himmel bereits früh erahnen, dass der bevorstehende Tag sehr heiß werden würde. Es stand ziemlich schnell fest, dass man sich am besten erst mal abkühlen sollte, bevor man in den Festivaltag startete. Gesagt, getan – Abhilfe schaffte das gegenüber vom Festivalgelände liegende Hallenbad, dass für einen kleinen Unkostenbeitrag für die Festivalbesucher offen stand, kuule Sache! So gut vorbereitet, und mit der Gewissheit, auch im Laufe des Tages die ein oder andere Abkühlung auf dem Gelände zu erhalten, stand einem weiteren Festivaltag also nichts im Wege…

 

 

ADORNED BROOD

…nach Oben!

Trotz Gluthitze ließen es sich ADORNED BROOD nicht nehmen, in mittelalterlich anmutendem Outfit in den gleißenden Sonnenschein zu treten – optisch versprach der Auftritt schon einmal interessant zu werden. Die junge Band bewegte sich sicher auf der Bühne und ließ sich weder von den hohen Temperaturen noch vor leider nur kleinen Zahl an Zuhörern aus dem Konzept bringen und nutze die dreißig Minuten Spielzeit, um unter Beweis zu stellen, dass ihre Mischung aus Black Metal, Folk und Pagan durchaus livetauglich ist. Songs wie Asgard, Pride was my Desire oder der Abschlusstrack Die Widerkehr liesen dann auch etliche aufhorchen, und wer erst einmal auf die Band aufmerksam geworden war, dem wurde eine solide Show mit einer bezaubernden Frontdame, die sich nicht wie so viele andere nur im Elfenposing übte, sondern Ausstrahlung hatte, belohnt. Dennoch war Ingeborg Anna nicht der einzige Blickfang auf der Bühne, auch der Rest der Band wirkte trotz ungewöhnlichem Outfit natürlich und sympathisch – zusammen mit den sauber gespielten Songs eine rundum gelungene halbe Stunde. Bewegung und Spielfreude machten den Auftritt auch zu einem optischen Genuss, und der ein oder andere ruhige Zwischenteil in den Songs ließ mir einen Schauer den Rücken hinablaufen – und das war angesichts der Temperaturen wirklich verwunderlich! (vampiria)

 

JACK FROST

…nach Oben!

Der Gig von JACK FROST auf dem Summer Breeze Open Air sollte meine zweite livehaftige Begegnung mit den österreichischen Doom/Gothic Rockern JACK FROST werden und nachdem mich die Band beim Clubgig im Stuttgarter Limelight nicht so ganz mitreißen konnte, schafften sie es diesmal mit Leichtigkeit. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass die Band zum Großteil der anderen Bands als echtes Kontrastprogramm zu sehen war, vielleicht daran, dass JACK FROST bei glühender Sommerhitze mit ihren melancholischen Songs eher strange wirken, vielleicht aber auch nur daran, dass ich in diesem Moment einfach Bock auf JACK FROST hatte. Sicher ist jedoch, dass die Jungs aus Linz trotz ihrer eher langsameren Songs neben THE CROWN die größten Rock ´n´ Roller dieses Festivals waren (nein, da konnten auch CRACK UP nicht mithalten) und hört man die Musik der Band, so kann man fast nicht glauben wie rotzig die Band live rüberkommt. Die Gitarren fast an den Schienbeinen hängend, bangend und auf den Knien liegend leben JACK FROST den Grundgedanken unserer Musik mit jedem Gitarrenanschlag. Hinzu kommt, dass die Band sehr geschlossen, fast schon wie ein verschworener Haufen rüberkommt, der auf den Betrachter sympathisch und gleichzeitig unnahbar wirkt. Unterstrichen wird dieser Eindruck von den wenigen kurzen (in coolem österreichischen Dialekt gehaltenen) Ansagen, die sich im Grunde genommen auch nur auf die Nennung des nächsten Titels beschränken. Um es kurz zu machen: JACK FROST brachten an diesem Nachmittag mit ihrem doomigen Gothic Rock die Meute zum schwitzen, auch wenn anscheinend nicht zu viele Leute im Publikum bislang mit dem Material von JACK FROST vertraut gewesen zu sein scheinen. Die Spielzeit war natürlich auch bei den Österreichern viel zu kurz und so beschränkte sich die Setlist erwartungsgemäß hauptsächlich auf das neuere Material von Gloom Rock Asylum. Sober/You are the Cancer, In Gloom oder Sink kamen live aber auch um einiges bewegender rüber, als es für mich auf CD der Fall ist und zum Ende eines viel zu kurzen Set (Zitat Vampi: Das könnte jetzt noch ewig so weiter gehen) gab´s dann auch noch eine kleines Schmankerl in Form einer Coverversion. Und nein, die Band brachte nicht California Dreaming, sondern eine mindestens genauso coole Version des URIAH HEEP-Klassikers Lady in Black. JACK FROST haben auf dem Summer Breeze eine wirklich hervorragende Vorstellung geliefert und auch wenn mich die Band nach wie vor auf CD nicht hundertprozentig überzeugen kann steigt meine Begeisterung an dieser Band von mal zu mal. (Fierce)

 

CRACK UP

…nach Oben!

Nachdem CRACK UP auf dem With Full Force einen Auftritt hingelegt hatten, der die Sehnsucht nach Bettchen beziehungsweise Schlafsack um vier Uhr morgens (!!!) schnell vergessen macht und stattdessen sämtliche Lebensgeister und den Wunsch nach einem Bier weckten, war ich schon vorher sicher, dass die Jungs auch in Abtsgmünd alles in Grund und Boden rocken werden. So war es dann auch – obwohl die Band nicht mehr so ganz taufrisch wirkte, boten sie eine halbe Stunde schweißtreibenden, dreckigen Death n´ Roll. Von der Energie, die die Band ausstrahlte ließen sich schnell die ersten Reihen anstecken, so dass ein sich doch tatsächlich ein kleiner Moshpit entwickelte – der ständig von rechts nach links und wieder zurück hüpfte – immer in Richtung des Wasserschlauchs, mit dem die Security einem Hitzschlag vorbeugte. Die ein oder andere Timingschwierigkeit fiel so gut wie gar nicht in Gewicht, denn das, was da auf der Bühne passierte war, Rock n´ Roll in seiner dreckigsten Variante. Ohne Drumrum, ohne überflüsssige Ansagen (Sänger/Bassist Tim ließ sich lediglich zu einem Guten Morgen (!) hinreißen) holzten CRACK UP Songs wie Black Mongo, It´s Shit oder Stallknecht runter, zusätzlich stellen die Jungs noch einen neuen Track vor, der auf jeden Fall Apetitt auf das neue Album machte und genau in die Kerbe schlägt, die man von der Band erwartet. Die halbe Stunde war viel zu schnell vorüber, denn es gab sicher einige die gerne noch eine Weile weitergeschwitzt hätten – Anlaß dazu gab nicht nur die Sonne, sondern auch ein klasse Auftritt. (vampiria)

 

 

THE CROWN

…nach Oben!

Schon lange Zeit fieberte ich diesem Auftritt entgegen – schließlich war es der erste Auftritt der schwedisch/finnischen Band mit ihrem neuen Sänger Tompa in Deutschland. Und, um das Fazit mal vorweg zu nehmen: Herr Lindberg machte seine Sache mehr als ordentlich – alles andere wäre ja auch ein Unding gewesen, Erfahrung hat der Mann schließlich genug. Sieht man von mal wieder matschigen Sound, unter dem THE CROWN leider recht oft zu leiden scheinen, ab, versprühte der Auftritt der Brachialskandinavier trotz Gluthitze pure Energie. Allen voran schaffte es Basser Magnus, mittlerweile mit interessantem Kurzhaarschnitt, zu Death/Thrash Granaten wie The Poison ein eins a Rock n´ Roll Posing abzuliefern – sehr Rock n´ Roll-mäßig war auch seine Idee, die Bühne in einer Lederjacke zu betreten – das Ding dürfte nach maximal drei Minuten klatschnass gewesen sein. Die Setlist konzentrierte sich auf die beiden letzten Veröffentlichungen, einzige Ausnahme war Angels Die, wobei die Band beim neueren Material auf Hits wie Give You Hell, Vengeance oder Blitzkrieg Witchcraft verzichtete und stattdessen Executioner – Slayer Of The Light oder Pure fucking blasphemy-this is Total Satan ins Publikum prügelte. Überhaupt scheint Tompa die Band wieder zurück in Richtung Death Metal zu schieben, die Songs kamen alle noch einen Tick schneller und aggressiver rüber, doch Schnelligkeit ist für diese Band kein Problem und das Drumming von Janne Sarenpää ist immer wieder beeindruckend. Gegen fünf Uhr, als die Band loslegte, gähnte noch ein riesiges Loch zwischen den ersten drei Reihen und den Bierständen, die sich jedoch nach und nach schloss – so dass allmählich richtig gute Stimmung aufkam. Herzlichen Dank an die netten Securities, die uns vor einem Hitzschlag bewahrten, indem sie großzügig Wasser in die ersten Reihen spritzten – es war nötig! (vampiria)

 

FARMER BOYS

…nach Oben!

Als sich die brennende Sonne so langsam über den Hügeln der Ostalb verabschiedete, stürmten passend zum ländlichen Ambiente von Abtsgmünd die FARMER BOYS die Bretter der Festivalbühne. Mit etlichen hundert Konzerten im Rücken fiel es den Schwaben bei diesem Quasiheimspiel leicht, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Besonders jüngere Semester kamen auf ihre Kosten bei der wie immer energiegeladenen Liveshow der Bauernlümmel. Die Security durfte so manchen Crowdsurfer in Empfang nehmen, während die vordere Hälfte des Geländes von hüpfenden Massen in Beschlag genommen wurde. Unangenehm fiel lediglich auf, daß die FARMER BOYS viel zu wenig alte Songs im Programm hatten, gerade Farm, Sweet Farm machte deutlich, wie stark das Songmaterial der Debütscheibe Countrified im Vergleich zu den neueren, gesichtsloseren Tracks ist. Und auch bei der Liveshow wirkte längst nicht mehr alles so spektakulär wie noch in den Anfangstagen der Band – was jedoch auch an der Flut von Nachkömmlingen und -äffern liegen mag, die der Band den Reiz des Speziellen genommen hat. Den meisten Anwesenden war das jedoch schnurz, sie machten Party, was nun endlich bei Temperaturen unter 30 Grad auch ohne Kollaps, Hitzschlag und Dehydration möglich wurde… (Rachendrachen)

 

 

DIE HAPPY

…nach Oben!

So ganz klar war mir bislang nicht, warum DIE HAPPY so erfolgreich sind. Ihre Debütscheibe klang in meinen Ohren jedenfalls nach schlechten Garbagedemos ohne Ecken und Kanten. Liegt der Schlüssel zum Erfolg dieser Band also in den Liveshows? Glaube ich kaum, boten die Herren sowie die extrem im Mittelpunkt stehende Dame doch eher eine biedere, konventionelle Show. Da geht bei den Guano Apes mehr auf der Bühne! Immerhin sorgte die Sängerin mit Ansagen wie Wir Frauen sind Blumen…und ihr Männer müßt uns beschützen… davon handelt der nächste Song! dafür, daß die Fragezeichen auf meiner Stirn nicht weniger wurden, ganz im Gegenteil, hehe! Bizarr…Bleibt zu vermuten, daß die optischen Reize der Sängerin inklusive oberkörperintensiven Rumhüpfens Hauptauslöser für die hervorragenden Publikumsreaktionen waren… (Rachendrachen)

 

KREATOR

…nach Oben!

Ein ordentlicher Auftritt auf dem Bang Your Head, ein fantastisches neues Album – mit diesem Vorwissen warten die Erwartungen an KREATOR natürlich hoch gesteckt. Und auf dem Summer Breeze konnten sie diese auch voll erfüllen. Mille schien sichtlich beeindruckt von der Menge, die sich eingefunden hatte und blickte doch recht ungläubig ins Publikum. Die Setlist ähnelte der Vom BYH Open Air, wurde allerdings wegen der längeren Spielzeit um einige neuere Stücke ergänzt. Dabei kamen auch die Songs neueren Datums gut an, wobei Sami Yli-Sirnös melodisches Gitarrenspiel auffiel, letztendlich waren aber doch de alten Klassiker der Höhepunkt des Auftrittes – so mancher etwas ältere Fan freute sich sichtlich (und auch hörbar) über Titel wie Pleassure To Kill. Auf dem Summer Breeze erfüllte sich ein heimlicher Wunsch: Under The Guillotine – als dieser Song abgefeuert wurde, stiegt die Stimmung noch einmal an – wie lange hat man diesen Titel nicht mehr live gehört? Von einer Band wie Kreator darf man eine gute Show, sauberes Zusammenspiel und Atmosphäre verlangen – und die Band enttäuschte nicht, sondern setzte noch einen drauf: Es passte einfach alles! Terror Zone, Phobia, Pleassure To Kill, Extreme Aggression, der neue Song Servant In Heaven/King In Hell vom aktuellen Album Violent Revolution – es war völlig egal, welchen Song aus welcher zeit das Urgestein spielte, eines wurde überdeutlich: Kreator sind wieder da. (vampiria)

 

 

HAGGARD

…nach Oben!

 

Frage an unsere Leser: Habt ihr es schon mal erlebt, daß HAGGARD bei einem Gig KEINE technischen Probleme beim Soundcheck hatten und weniger als eine satte Stunde Umbaupause benötigten? Auf dem Summer Breeze war dies zumindest mal wieder so. Als dann endlich alle knapp 20 Instrumente einsatzbereit waren, legte das Ensemble um Sänger und Gitarrist Asis los mit einem Querschnitt durch´s bisherige Schaffen. Doch mal davon abgesehen, daß der Sound trotz Endlos-Checkerei immer noch bescheiden war, konnten HAGGARD den Menschenstrom gen Shuttlebus nur bedingt aufhalten. Live gelingt es ihnen ebensowenig wie auf Platte, ihren zerfahrenen Kompositionen Leben einzuhauchen. Der Auftritt taugte am ehesten noch zur Widerlegung der These Viele Instrumente + viele aneinandergehängte Teile = Anspruch. Unter´m Strich kam bei HAGGARDs Show lediglich gepflegte Ödnis raus. So manch einer wird sich gefragt haben, warum er sich nicht früher ins Zelt geflackt hat, statt sich noch die letzte Band des Abends anzutun. Glücklicherweise hatte die Abtsgmünder Polizei ein Einsehen und machte der geradezu kriminellen Verbreitung von Langeweile ein verfrühtes Ende, vorgeblich wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit… (Rachendrachen)

 

 

Samstag, 25.08.2001

…nach Oben!

MYDer Samstag begann ähnlich wie der Freitag: Hitze, Abkühlung beim Hallenbad, erste Erfrischungsgetränke in Form von kühlem Bier… so passt das! Und da der Tag noch wärmer startete als der Vortag, ließen wir es entsprechend langsam angehen: Leute treffen, Verkaufsstände begutachten und nicht zu vergessen: Vor der Sonne flüchten 😉 Die erste Band, die uns wirklich aus dem Zelt lockte waren…

 

ASTERIUS

…nach Oben!

Der Auftritt war quasi ein Heimspiel für die mittlerweile zum Quintett geschrumpften ASTERIUS, waren doch zahlreiche Fans vor der Bühne anzutreffen. Den eigenständigen Sound der Band hatte ich mir vor diesem Auftritt ohne Keyboarder nicht vorstellen können – nun, die Band bewies, dass sie auch ohne Tasten auskommt und die Song von As Descendants of Stars auch so ihre Wirkung haben. Die Songs sind nun zwar um einiges heftiger und direkter, doch die spacige Atmosphäre kommt noch immer deutlich zum Ausdruck und unterscheidet ASTERIUS vom Großteil anderer junger Bands. Sänger Andrash ist nicht nur ein guter Frontman mit Charisma, sondern machte sich auch beim Publikum beliebt, der Gute sorgte sich wirklich um das Wohlergehen der Menschen auf der anderen Seite des Grabens, verteilte Wasserflaschen und geizte nicht mit Ratschlägen, man solle zum Beispiel viel trinken bei dieser Hitze, er als Weichei würde aber empfehlen, statt Bier Wasser zu trinken. ASTERIUS gaben allerdings nicht nur gute Tipps, sondern zeigten einmal mehr, dass sie zu den besten Nachwuchsbands gehören – Stageacting, Zusammenspiel und auch das Songmaterial überzeugten, diesen Eindruck hatten wohl auch die Fans vor der Bühne, denn die Stimmung war sehr gut – nicht nur bei den Leuten, die sich von den Ordnern eine Dusche aus dem Wasserschlauch gegen die große Hitze verpassen ließen. (vampiria)

 

 

IN BLACKEST VELVET

…nach Oben!

Bei dem Rundumprogramm quer durch alle Stile durfte auf dem Summerbreeze natürlich auch ein wenig schwedischen Death Metal nicht fehlen – doch dass der nicht immer von Schweden gespielt werden mus, dürfte auch klar sein. Deshalb gaben sich IN BLACKEST VELVET die Ehre und zeigen dem Abtsgmünder Publikum, dass man nicht aus Göteborg kommen muss, um wie IN FLAMES zu klingen. Songs wie Craving For The Dusk, Unleashed Powers oder Seeing is Believing vom Debütalbim Edenflow erinnern stellenweise nun mal sehr an diese Band – des einen Freud, des anderen leid. Einen Originalitätspreis konnten IN BLACKSET VELVET weder mit ihrem Songmaterial noch mit ihrer Show gewinnen – dennoch konnte man durchaus eine halbe Stunde Spaß haben. Als Vorgeschmack auf das neue Album spielte die Band einen neuen Song, der sich – dem ersten Eindruck nach – nicht großartig vom bisherigen Stil der Band entfernt hat. Insgesamt eine ordentliche, solide Show ohne Überraschungen – seinen sie positiv oder negativ. (vampiria)

 

 

END OF GREEN

…nach Oben!

Nach Asterius wusste mit END OF GREEN auch der nächste schwäbische Act voll und ganz zu überzeugen. Gut, ihre Gitarren hätten die Herren vielleicht etwas präziser stimmen können, aber so genau nehmen es END OF GREEN eben nicht mit Äußerlichkeiten. Hauptsache, das Feeling stimmt. Und das tat es, immer wieder
gelang es dem Fünfer, die sengende Hitze vergessen zu machen. Auch die entspannte Festivallaune wurde von ihnen für eine starke halbe Stunde in wehmütige Melancholie verwandelt. Das Tolle an END OF GREEN ist, daß sie ihren ureigenen Stil zwischen Doom, Alternative und Type O-Klängen gefunden hat und diese Mixtur auch live mehr als überzeugend rüberbringen kann. Vor allem Sänger Huber wußte mit seiner unvergleichlichen, rauhen Stimme zu überzeugen und mit seltsamen Ansagen zu verwirren…so kündigte er an, nun gebe es was zum
Mitsingen, um dann mit seiner Hintermannschaft einen komplett von der CD-Version verschiedenen Song anzustimmen. Wirklich cool hingegen war die Aktion, noch eben einen letzten Song dem extrem auf den punktgenauen Ablauf der Running Order bedachten Stagemanager abzuringen und dann das seinem Titel entsprechend ausufernde Infinity anzustimmen. Auch Technikprobleme gegen Ende des Sets konnten die Herren nicht aus dem düsteren Konzept bringen…selten klangen Depressionen so schön! Checkt diese Band unbedingt auf ihrer Tour mit Mirror Of Deception an! (Rachendrachen)

 

 

FINNTROLL

…nach Oben!

Der Auftritt von FINNTROLL wurde leider etwas durch die angegriffene Stimme von Frontman Katla verdorben – die Gesangsleistung war alles andere als überzeugend, das heisere Gekrächze erinnerte nur entfernt an den Gesang der Alben Midnattens Widunder und Jaktens Tid. Wie auch immer, da Katlas Stimmprobleme nun auch zu der Tourabsage geführt haben, kann man es der Band anrechnen, dass sie trotzdem gespielt haben. Insgesamt gesehen, war der Gig dann auch eine vergnügliche Angelegenheit, Katla drohte denen, die nicht artig applaudierten, mehrfach damit ihnen die Kehle durchzuschneiden, während der Rest der Band erstaunlich aktiv – eine Ausnahme war lediglich Keyboarder Trollhorn, der es sich am linken, vorderen Bühnenrand komfortabel hinter seinem Tastenkasten einrichtete und sich mehr auf sein Instrument als auf geordnete Bewegungsabläufe konzentrierte. Da konnte sich die Band aber noch so viel Mühe geben und Posen, als Jonne auf der Bühne erschien und mit einer Art überdimensionalem Tamburin umhersprang, interessierte sich keiner mehr für Gitarrist Somnium, der völlig unbeeindruckt auch weiterhin seinen Fuß auf die Monitorbox stellte und versuchte möglichst evil dreinzuschauen. Jonne trommelte nicht nur, übernahm wie auch auf dem Album die Joik-Gesänge, und schnappte sich auch eine Akustik-Klampfe. Wenn es Trolle gibt, dann müssen sie ihm sehr ähnlich sein, jedenfalls machte der Leder- und Fellmensch einen völlig unbekümmerten und durchgeknallen Eindruck, bot eine merkwürdig-witzige Show, die meiner Meinung nach auch gut zu den Songs passte. Live entwickelt die Kombination aus rasendem Riffing und die Humppa-Polka übrigens einen sehr eigenen Reiz, so waren etliche Zuschauer zu beobachten die zwischen Propellerbanging und Ententanz das komplette Bewegungsrepertoire des menschlichen Körpers vorführten. (vampiria)

 

 

MOONSPELL

…nach Oben!

Das war ja endlich mal wieder eine Metalshow aus dem Hause MOONSPELL! Die Portugiesen überraschten mit einem recht harten Sound und einer astreinen Metal-Performance, wie man sie nach den eher zurückhaltenden letzten Auftritten nicht unbedingt erwarten konnte. Die Songs vom aktuellen Album „Darkness & Hope“ schienen den meisten Leuten noch nicht so geläufig gewesen zu sein, die Reaktionen des Publikums waren eher gemäßigt. Deutlich mehr Applaus gab es für die Klassiker, „Opium“ zum Beispiel, das als zweiter Song durch die PA erschallte, oder „Ruin And Misery“ aus der Mitte des Sets, das nach „2nd Skin“ gespielt wurde. Insgesamt war der Auftritt sehr tight, Fernando wusste das Publikum wieder voll in seinen Bann zu ziehen und Keyboarder Pedro hielt sich glücklicherweise die meiste Zeit dort auf, wo er hingehört, hinter sein Keyboard nämlich. Nur einmal unternahm er wie auf der letzten Tour einen Ausflug mit einer dritten Gitarre nach vorne, um ziemlich peinlich abzuposen… na ja, wenn er es braucht, bitte. Abgeschlossen wurde die nett anzusehende Show mit „Vampiria“ und „Full Moon Madness“ vom Irreligious-Album. (boxhamster)

 

PRIMAL FEAR

…nach Oben!

Auf die Gefahr hin, daß ich mich nicht mehr gefahrlos durch´s Filstal wagen kann: PRIMAL FEARs Show war mehr als abtörnend. Zwar legten sich die Mannen um Ralf Scheepers und den wohl lediglich dieses eine Flammenhemd besitzenden Mat Sinner mächtig ins Zeug. Pyros ballerten in die sternenklare Nacht, während PRIMAL FEAR Metalpose um Metalpose einnahmen. Vorangetrieben von Klaus Sperlings direktem Drumming ballerten sie Song um Song ihres bisherigen Backkatalogs runter. Doch gerade im Songmaterial ist das Problem verborgen: Zu simpel und vorhersehbar setzen die Herren zu Drei-Akkord-Riffs, spitzen Schreien
und Schrammelsoli an. Ich kann mir nicht helfen, aber in meinen Ohren klingen PRIMAL FEAR wie die Musik gewordenen Vorurteile Außenstehender gegenüber Heavy Metal: stumpf, eintönig und nervend…Mit You´ve Got Another Thing Comin´ von Ralf Scheepers´ Beinahe-Arbeitgebern Judas Priest verabschiedeten sich PRIMAL FEAR immerhin mit einem Song, bei dem sie nicht viel falsch machen konnten. (Rachendrachen)

 

IN EXTREMO

…nach Oben!

Noch gut konnte ich mich an meine erste Berührung mit IN EXTREMO live auf dem Wave/Gotik-Treffen vor einigen Jahren erinnern – und ebenso an die Enttäuschung, als ich nach dem spektakulären Auftritt in das damals gerade erschienene Debüt reingehört hab´. Auf Platte kann ich den Mittelaltermetallern nach wie vor nichts abgewinnen, live sind sie jedoch weiterhin ansprechend. Auf größere Feuerspuckspielereien verzichtete man und setzte dafür auf eine starke Liveperformance, bei der vor allem die drei Dudelsackspieler optische Akzente
zu setzen wußten. Zudem kamen die Songs in ihrer Livefassung schlichtweg mächtiger und härter rüber als auf den dünn produzierten Alben. IN EXTREMO sorgten also für einen schönen, gediegenen Festivalabschluß (zumindest für mich Vampsterling, da der danach noch mit seinen Saufliedern aufspielende Onkel Tom
meinetwegen auch in seiner Hütte hätte bleiben können…) mit ihrer routinierten Show. Lediglich bei den abschließenden Merseburger Zaubersprüchen II kam die ansonsten uhrwerkgleich agierende Band ein wenig ins Stolpern, was angesichts der Tatsache, dass es sich um die Livepremiere des Stücks handelte, jedoch entschuldigt ist. (Rachendrachen)

 

AUSKLANG

…nach Oben!

Luna,Das Summer Breeze hat all unsere Erwartungen übertroffen. In Sachen Professionalität steht es den „großen“ (Hard Union)-Festivals in nichts nach und es überzeugte durch gute Organisation, hervorragende Bandauswahl und eine lockere Atmosphäre, wie sie bei den im Süden der Republik gelegenen Festivals eigentlich typisch ist. Alles in allem war das Summer Breeze also eine rundum gelungene Sache. Da bleibt eigentlich nur noch zu sagen: Hut ab, alle Daumen nach oben und bis zum Summer Breeze 2002!

 

Bilder-Gallery zum SUMMER BREEZE 2001

 

Bericht: vampiria, Rachendrachen, Fierce, boxhamster

Rahmenbericht & Pics: boxhamster