Nachdem die europäischen Fans von FROM ASHES TO NEW sich lange gedulden mussten, kehrte die Band aus Lancaster (Pennsylvania) nach knapp zehn Jahren Wartezeit auf die Bühnen Europas zurück, um ihr neues Album „Reflections“ zu auch live zu präsentieren. Die immense Vorfreude zeigte sich bereits im Ticket-Vorverkauf: Innerhalb weniger Minuten waren alle Tickets für die Deutschland-Shows restlos ausverkauft und selbst nach einem Upgrade auf größere Venues dauerte es nicht mal einen Tag, bis alle der heiß begehrten Karten vergriffen waren.
COMASTATIC

Für die Einstimmung in den Abend sorgte das Züricher Alternative-Duo COMASTATIC. Die Energie, die die Band auf die Bühne brachte, steckte an, denn direkt beim Opener „back4blood“ wurde bereits aus mancher Ecke im Publikum mitgesungen. So wurde auch die Ankündigung des wenige Tage nach der Show (16.04.2026) erschienenen Songs „American Nightmare“ bejubelt. Bereits nach dem zweiten Song hatte die Band dem Publikum in der Live Music Hall gut eingeheizt – sowohl stimmungstechnisch als auch wortwörtlich. So trennte sich Sänger Mattia Di Paolo von seiner Jacke, bevor er „Sway[ed]“ anstimmte.
Beim Song „24seven“ fand die Stimmung ihren bisherigen Höhepunkt des Abends: Das Publikum klatschte im Takt und sang laut mit. „Primitive“ wurde mit der Frage „Who here likes heavy music?“ eröffnet, die vom Kölner Publikum deutlich bejaht wurde. Das laute Dröhnen des Bass schallte in der Halle wider, bevor Sänger Mattia Di Paolo mit „Sabotage“ den letzten Song des Abends verkündete. Der eingängige Rhythmus des Songs verleitete auch die letzten Stillstehenden im Publikum zum Tanzen, Two Steppen oder zumindest zum Nicken des Kopfes im Takt. Alles in allem ein würdiger Auftakt!
COMASTATIC Setlist
- back4blood
- American Nightmare
- Sway[ed]
- Heavy Glow
- Halo
- ZORRO
- 24seven
- Primitive
- Self Sabotage
Fotogalerie: COMASTATIC

































FROM ASHES TO NEW

Um ca. 20:30 Uhr wurde in der Live Music Hall dann endlich das Licht gedimmt und über die Boxen ertönte „Everybody (Backstreet’s Back)“ von den Backstreet Boys. Wie man es von vielen Konzerten inzwischen gewohnt ist, sang das Publikum lauthals mitund es wurde nicht zum letzten Mal an diesem Abend deutlich, wie sehr das Kölner Publikum diesem Auftritt entgegengefiebert hatte.
Als Auftakt spielten FROM ASHES TO NEW den Song „New Disease“ vom neuen Album „Reflections“, der bereits im Juli 2025 als Single veröffentlicht wurde und brachten damit direkt einen großen Schwung Energie auf die Bühne. Diese Energie wurde von den Fans – getreu dem Titel des neuen Albums – widergespiegelt, und zwar mit lautem Jubel und Gesang.

Nach dem zweiten Song verließ die Band kurz die Bühne, Gitarrist Lance Dowdle betrat bereits wenige Augenblicke später mit einer neuen Maske die Bühne, während das Intro von „Heartache“ ertönte. Die textsicheren Fans stiegen beim eingängigen Refrain auch ohne weitere Aufforderung lautstark mit ein. Und die nach oben gehobenen Arme wurden nicht nur im Takt von links nach rechts bewegt, sondern auch bereits zur Unterstützung der ersten Crowdsurfer benötigt.
Nachdem der rap-lastigere Song „Monster in Me“ besonders viele Crowdsurfer animierte, nahm sich Sänger Matt Brandyberry einen Moment Zeit, um den Fans seinen Dank auszusprechen. Er habe lange Zeit darauf gewartet, nach Deutschland zu kommen und wurde nicht enttäuscht. Und auch wenn man normalerweise dazu geneigt ist, eine:n Sänger:in zu hinterfragen, wenn diese:r verkündet, das Land, in dem die Band gerade tourt, sei ihr Favorit, so wirkt das Statement, dass Deutschland sein Lieblingsort zum Touren sei von Brandyberry sehr glaubwürdig.

„Ich habe euch eben schon über meine In-Ears gehört, also bin ich gespannt, ob das beim nächsten Song auch funktioniert“, kündigte er an, bevor die ersten Takte zu „Scars That I’m Hiding“ erklangen. Und dann sorgen die knapp tausendvierhundert Stimmen aus dem Publikum, die das „Ohhh oh oh oh“-Intro des Songs begleiten, für den ersten Gänsehaut-Moment des Abends.
Im Anschluss bemerkte Danny Case, dass er dem Publikum noch gar keine Fragen gestellt hatte. Das ließ sich Band-Kollege Matt Brandyberry natürlich nicht zweimal sagen: „Hebt eure Hand hoch, wenn ihr ihm eure Kreditkarten-Infos geben wollt,“ scherzte er zunächst. Doch dann wurden die Fragen etwas tiefgründiger: „Hebt eure Hand hoch, wenn ihr schon mal in einer beschissenen Beziehung wart. Lasst eure Hand oben, wenn ihr zu lange geblieben seid.“ Es gingen einige Hände nach oben und so war es auch keine Überraschung, dass direkt alle Fans mit einstiegen, als Danny Case „Hate Me Too“ anstimmte.
Nachdem die letzten Takte des Songs verklangen waren, wendete sich Brandyberry erneut ans Publikum, um zu erzählen, wie er zu der Nachricht aufwachte, dass die Deutschland-Shows bereits innerhalb weniger Minuten ausverkauft waren und blickte zurück auf eine Zeit, in der das unvorstellbar für ihn gewesen wäre. Damals, erinnerte er sich, wurde ihm gesagt, dass der nachfolgende Song „My Name“ der Band keinen Erfolg bringen würde. Nun, 10 Jahre später, sei er sich sicher, dass ebendiese Leute den Namen „From Ashes To New“ mittlerweile sehr gut kennen dürften und blickte hoffnungsvoll auf die Zukunft: „Wenn wir wiederkommen, werden wir diese Venue dann innerhalb von fünf Minuten ausverkaufen?“
Das Publikum bejahte seine Frage mit lautstarkem Jubel, woraufhin sich Brandyberry bedankte: „Danke euch allen für euren Support. Ihr seid From Ashes To New. Für den Rest des Sets möchte ich, dass ihr nach links und nach rechts schaut und euch bewusst macht, dass wir alle eine große Familie sind.“

Und mit diesen Worten im Kopf und den Stimmen etlicher mitsingender Fans im Ohr fühlte man sich inmitten eines Meers aus hin- und herschwenkenden Handy-Taschenlampen tatsächlich wie ein Teil eines Ganzen, während die Band mit „Barely Breathing“ einen ihrer Hits zum Besten gab.
Auch wenn der nachfolgende Song „Villain“ zu diesem Zeitpunkt erst seit knapp drei Monaten draußen war, sangen die Fans mindestens genauso laut mit, wie bei den altbewährten Lieblingssongs.
Bei „Dead To Me“ baute sich zwischen Headbangern und Moshpits eine neue Energie im Raum auf, die ihren Höhepunkt fand, als mit dem Start des Songs „Nothing“ die Stimmung in der Halle explodierte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt stand keiner mehr still: Überall wurde mitgesungen, gehüpft und die Arme wurden mit einem lauten, sich wiederholenden „Hey“ nach oben gerissen. So blieb der sich öffnende Circle Pit bei weitem nicht der einzige Ort, an dem man die unglaubliche Energie im Raum spürte.

Auch wenn sich diese impulsive Energie mit dem Beginn von „Die For You“ wandelte, ging sie keinesfalls verloren. Man kann den Fans von FROM ASHES TO NEW zwar nicht nachsagen, dass sie im Laufe des Abends nicht mitgesungen hätten, aber die Lautstärke, mit der die Fans bei diesem Song nahezu die beiden Sänger Case und Brandyberry übertönten, stieg nochmal auf ein völlig neues Level. Stellenweise hörte Danny Case sogar gänzlich auf zu singen und ließ die textsicheren Fans übernehmen. Vor allem in diesen Momenten war der Band deutlich anzusehen, dass sie die Energie, die die Fans ihnen entgegen bringen, wertschätzen, aber nicht für selbstverständlich nehmen.
Früher als von den meisten gewünscht, kam die Ankündigung, dass der nächste Song der letzte des Abends sei und dass es auch keine Zugabe geben würde. Und damit auch der Aufruf ein letztes Mal alles zu geben und den größten Pit des Abends zu eröffnen. Matt Brandyberry äußerte hierzu den Wunsch „Wenn ich gleich ‚I’m losing my mind‘ schreie, dann will ich, dass hier die absolute Hölle losbricht.“ Und das tat sie. Trotz der sich immer weiter anstauenden Hitze zeigte das Kölner Publikum beim Klassiker „Panic“ nochmal, wie groß die Freude war, FROM ASHES TO NEW endlich (wieder) live zu erleben und verstärkte damit sicherlich nochmals den von Danny Case in unserem Interview mit ihm geäußerten Wunsch, so schnell es geht, wieder nach Deutschland zurückzukehren.
FROM ASHES TO NEW Setlist
- New Disease
- Nightmare
- Heartache
- Drag Me
- Monster In Me
- Scars That I’m Hiding
- Hate Me Too
- My Name
- Barely Breathing
- Villain
- Dead To Me
- Nothing
- Through It All
- Die For You
- Panic
Fotogalerie: FROM ASHES TO NEW
































