ABSU, PANTHEON I, RAZOR OF OCCAM und ZOROASTER am 17.10.2009 im Turock, Essen

ABSU, PANTHEON I, RAZOR OF OCCAM und ZOROASTER am 17.10.2009 im Turock, Essen

Mit ihrem selbstbetitelten Album haben ABSU sich nach langer Pause zurück gemeldet. Nun gehen die Amis auf Europatour. Eigentlich sollten ja die Landsmänner NACHTMYSTIUM diese Tour mitfahren, mussten aber leider kurzfristig abspringen. Aber mit PANTHEON I konnte man einen sehr guten Ersatz verpflichten. Dazu ein solides Opener-Paket, dass las sich vielversprechend.

Den Anfang machten ZOROASTER welche musikalisch ein wenig die Außenseiter dieses Pakets waren. Mit ihrem dröhnenden, fiesen und ultraschwerem Doom-Sound machte das Trio zwar durchaus ordentlich Druck, konnte aber nur einige wenige der bisher nur knapp 50 Anwesenden vor der Bühne begeistern. Zur totalen Dröhnorgien-Glückseligkeit fehlte es bei ZOROASTER dann zwar noch ein gutes Stück, schlecht war der Auftritt aber nicht, auch wenn man nächstes Mal vielleicht mit einem etwas passenderen Tourtross auf Reise gehen sollte. Neugierig gemacht hat mich die Truppe allerdings, so dass ich mich demnächst mal näher mit ZOROASTER auseinandersetzen werde.

RAZOR
Auch live nur mäßig begeisternd – RAZOR OF OCCAM 

Als nächstes waren RAZOR OF OCCAM an der Reihe, die mit ihrem Black Thrash schon eher zum Headliner passten. Deren aktuelles Album Hommage To Martyrs fand ich ja nur mäßig begeisternd und leider konnte die Band auch live nicht viel an meiner Meinung ändern. Insbesondere Frontmann Matt Razor wirkte auf der Bühne arg zurückhaltend und etwas verpeilt, so sagte er zum Beispiel den Song Heat Of Battle gleich zwei mal an, einmal vor Altar Of Corruption und danach tatsächlich vor dem richtigen Song. Lediglich der Bassist bemühte sich zu ein wenig Bewegung auf der Bühne, ansonsten war nicht viel zu sehen. Vom rein musikalischen Standpunkt ging der Auftritt in Ordnung, aber in Sachen Black Thrash-Geknatter spielen DESTRÖYER 666 einfach in einer ganz anderen Liga.

PANTHEON
Coole Transformers-Tattoos – PANTHEON I-Frontmann Andrè Kvebek

Bislang war vor der Bühne immer noch nicht all zu viel los, was sicher auch daran lag, dass am selben Tag das DESASTER-Jubiläumskonzert stattfand. Da wird sicher der eine oder andere weg geblieben sein. Um zehn nach neun betraten PANTHEON I dann zum Intro die Bühne. Erstes optisches Highlight war die Cellistin im knappen Minirock, die sicher den einen oder anderen männlichen Zuschauer vom musikalischen Teil des Abend abgelenkt haben wird. Für die Damen gab es immerhin den speckigen Bassisten im Netz-Unterhemd. Man kann eben nicht alles haben. Bereits nach dem zweiten Song – The Last Stand – folgten lautstarke Rufe nach einem Cello-Solo. Ob da wirklich das Interesse an klassischem Instrumentarium Vaters des Gedanken war?

Und wo wir gerade bei optischen Oberflächlichkeiten waren: Die Transformers-Tattos von Frontmann Andrè Kvebek auf beiden Oberarmen sind ja wohl mal Ober-Kvlt. Dazu Ansagen wie fuck christ and fist allah vor Defile The Trinity. Na ja, sehen wir es von der humoristischen Seite und lassen die political correctness mal kurz im Schrank. Musik? Ja, gab es auch. Und zwar von höchster Qualität, auch wenn man es mit der Lautstärke der Kickdrum zeitweise etwas sehr gut meinte. Ansonsten war der Sound größtenteils in Ordnung. Die Norweger spielen viel vom aktuellen Album, namentlich Serpent Christ, Bannlyst und die schon erwähnten The Last Stand sowie Defile The Trinity. Vom Vorgänger The Wanderer And His Shadow gab es neben dem Titeltrack noch den Rausschmeißer Where Angels Burn zu hören.

PANTHEON I boten alles andere als die grimmige und hasserfüllte Black Metal-Show, hier wurde durchaus mit Humor gerockt und man war sich auch nicht zu schade, nach Enter The Pantheon mal kurz Symphony Of Destruction anzuspielen. Die Band hatte sichtlich Spaß auf der Bühne und heizte das Publikum ordentlich an und boten nebenbei noch anspruchsvollen Black Metal, der nicht selten an die göttlichen EMPEROR erinnert. Ja, so viel Spaß kann Christenhass machen. Schade nur, dass nach 42 Minuten schon wieder Schluss war.

ABSU
 Technisch brillant und spielfreudig ohne Ende – ABSU

ABSU ließen sich dann noch mal ordentlich Zeit bevor die Band um zwanzig nach zehn nacheinander die Bühne betrat. Inzwischen war es noch mal etwas voller geworden, mehr als halbvoll war es aber immer noch nicht. Schade, denn die Abwesenden verpassten heute großes Kino. ABSU legten tight wie Sau los und zumindest die vorderen Reihen rasteten kollektiv aus. Hier war heute ganz klar, wer Headliner ist. PANTHEON I hatten auch schon gute Publikumsreaktionen eingefahren aber ABSU wurden gnadenlos abgefeiert. Und das zu Recht, denn die Amis spielten hier auf absolut erstklassigem Niveau. Zwar waren Proscriptors Vocals zu Beginn kaum zu hören, das war aber bereits beim zweiten Song behoben. Nach einer Viertelstunde gab es mit Night Fire Canonization den ersten Song der aktuellen Scheibe zu hören.

An neuen Songs gab es ansonstenunter anderem noch In The Name Of Auebothiabathabaithobeuee sowie Magic(k) Square Cipher zu hören. Gigantisch war auch Swords And Leather bei dem die Meute so richtig steil ging. Besonder hervor tat sich in diesem Zusammenhang ZOROASTER-Bassist Brent Anderson der diverse Male beim Stagediving gesichtet wurde. Bei Proscriptors Ansagen komme ich so langsam nicht mehr mit, der Kerl redet und redet, kommt dabei sehr sympathisch rüber und trommelt so nebenbei um sein Leben. Weiter geht es mit Never Blow Out The Eastern Candle und The Coming Of War, dann ist im kurz nach halb zwölf Schluss. Aber so leicht kommen ABSU natürlich nicht davon. Nach einem Dudelsackintro gibt es einen weiteren Song bevor dann um viertel vor zwölf, nach beinahe anderthalb Stunden endgültig Feierabend ist. Wow! ABSU haben hier nach allen Regeln der Kunst die Hütte gerockt. Technisch brillant und spielfreudig ohne Ende, ein großer Auftritt einer fantastischen Band!


Bericht: agony&ecstasy
Fotos: Adrian / Nekrographie (http://www.myspace.com/embraceemptiness)
Titelbild: Tourflyer / Blastcorpse Promotion

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.