XIOM: Glorious Sin

XIOM: Glorious Sin

Wer etwas länger in der Szene zuhause ist, sprich, wie ich ein alter Sack ist, der kennt evtl. noch die damalige DDR-Band MOSHQUITO, die Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger durchaus kein unbeschriebenes Blatt war, nach der Wende aber auch nur schwer einen Fuß auf den Boden bekam. Aus MOSHQUITO wurden jedenfalls vor einigen Jahren XIOM und das Debüt, „Glorious Sin“ betitelt, liegt nun auch vor.

Wer beim Cover an Symphonic Metal denkt, liegt falsch, vielmehr kredenzen uns die alten Hasen eine Mischung aus proggigem Thrash und Death Metal, gepaart mit viel Technik und Melodie. Der mittlerweile ausgestiegene Ami-Sänger Jeff Summrell hat das dafür perfekte, räudige Organ, weiß mit heiserem aber verständlichem Geschreie zu punkten und passt zu der aggressiven, aber immer melodischen Musik. DEATH und frühe CYNIC werden im Info als Vergleiche gennant, und das darf man durchaus so stehen lassen. Die kurzen Blastparts haben immer wieder auch eine leicht schwarzmetallische Note, die XIOM ebenfalls gut zu Gesicht steht. Geschickt eingestreute Breaks und Akustikteile wie im abschließenden Instrumental „La Tranquilidad“ oder schleppende Parts wie in „Lord Of Disarray“ sorgen für kleine Ruhepausen, so dass „Glorious Sin“ kurzweilig ist, obwohl eine Gesamtspielzeit von über einer Stunde bei der Art Mucke natürlich dennoch enorm ist. Hervorheben muss man die tolle Gitarrenarbeit, die mit herrlichen Doppelleads begeistert und auch sonst weit mehr als das übliche Riffgeschiebe bietet. Technische Parts wurden außerdem nicht um der Komplexität Willen eingefügt, sondern um die einzelnen Stücke interessant zu gestalten. Hier möchte kein Musiker beweisen, was er kann, sondern jeder stellt sich in den Dienst der Sache – Songwriting geht eben über Prahlerei!

Soundlich ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Oldschoolig genug, um alle Details hören zu können, modern genug, damit es dennoch auch kracht. Zwar hat die Bassdrum bei schnellen Parts auch mal wieder einen kleinen Nähmschineneffekt, das hält sich aber im Rahmen und stört nicht weiter. „Glorious Sin“ ist ein beeindruckendes Debüt geworden und mit XIOM ist zu rechnen!

Veröffentlichungstermin: 09.12.2011

Spielzeit: 60:57 Min.

Line-Up:
Jeff Summrell – vocals
Maik Richter – guitar
Ingo Lohf – guitar
Patrick Roscher – bass
John Uhle – drums

Produziert von Ingo & Lutz Lohf
Label: Firefield Records

Homepage: http://www.xiom-metal.com

Tracklist:
01. Glorious Sin
02. The Need To Suffer
03. The Abyss
04. Eternal Dream
05. El Conquistador
06. Slave Of Desire
07. Forever Claimed
08. Ungodly Remain
09. Shunned From The Light
10. Lord Of Disarray
11. Kill Them
12. La Tranquilidad

Ulle