WOLFHEART: Winterborn

WOLFHEART: Winterborn

Tuomas Saukkonen hat den Hut auf seine Ex-Bands BEFORE THE DAWN und BLACK SUN AEON geworfen, um mit WOLFHEART ein ganz ähnlich orientiertes Projekt zu starten. Winterborn ist nun die Wiederveröffentlichung des Debütalbums, das im Oktober 2013 erschienen, nun aber als Re-Release mit zwei Bonustracks angereichert worden ist. Musikalisch kann sich WOLFHEART nicht seiner Quasi-Vorgängerbands erwehren: Hier wird Meldodic Death Metal mit kleinen Doom- und Dark-Einflüssen geboten. Tuomas Saukkonen selbst bezeichnet es gerne als Winter Metal – auch eine nette Umschreibung.

Grundsätzlich erfüllt Winterborn die Erwartungen, die man an Multiinstrumentalist Tuomas Saukkonen als Finnen stellt. Moll-Töne von der Rhythmus-Gitarre, während die Lead-Gitarre melancholische Melodien in höherer Tonlage singt. Das ansprechende Drumming vom zu diesem Zeitpunkt noch als Solo-Künstler agierenden Bandgründer zeigt dessen Vergangenheit und Leidenschaft als Schlagzeuger (u.a. THE FINAL HARVEST). Gesanglich bringt Tuomas Saukkonen seine Growls ansprechend zur Geltung und legt in diese einen Hauch von Verzweiflung. Der eine oder andere Ausflug in den Clean-Gesang bzw. etwas mehr Abwechslung bei den Vocals hätten dem Album aber sicherlich nicht geschadet.

Generell vermag das Album überzeugen – vor allem dank starker Songs wie The Hunt oder Routa Pt.2 mit seinem gelungenen, hymnischen Riffing und den Solo-Beiträgen von Mika Lammassaari (ETERNAL TEARS OF SORROW), der sich in mehreren Songs (beachtenswert auch in Whiteout) an der Gitarre austobt. Der Rest vom Material ist ebenso auf hohem Niveau (mitsamt Produktion), aber man hat zu oft das Gefühl, dass man die letzte Leidenschaft und Einzigartigkeit suchen müsste. Auch die etwas mangelnde Abwechslung ist so ein Thema, als dass die Songs zumeist in ähnlichem Tempo und gleicher Moll-Tonlage vor sich hin braten – da helfen dann auch kurze Blast-Beat-Attacken wie in Ghosts of Karelia, Akustik-Gitarren-Elemente wie in Chasm oder die markante Tempo-Drosselung in Breathe wenig.

Und was die Bonus-Tracks betrifft, so ist Isolation eine filigranes Instrumental, das sanft Streicher- und Gitarrenklänge anschlägt, während Into the Wild deutlich in die Spuren der vorherigen Tracks tritt und in sich all das vereint, was Winterborn zum einen hörenswert, aber zum anderen auch ein Stück weit vorhersehbar macht. Aber vielleicht legt sich ja dieses Gefühl, wenn auch die anderen Bandmitglieder, die Tuomas Saukkonen inzwischen um sich geschart hat, Einfluss auf den WOLFHEART-Sound nehmen können.

Veröffentlichungstermin: 30.01.2015

Spielzeit: 58:29 Min.

Line-Up:
Tuomas Saukkonen – Gesang, Gitarre, Bass & Schlagzeug

Gastmusiker:
Mika Lammassaari (ETERNAL TEARS OF SORROW) – Gitarre (Soli)

Produziert von Tuomas Saukkonen, Juho Räihä, Aleksanteri Kuosa
Label: Spinefarm Records

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/WolfheartRealm

Tracklist:
1. The Hunt
2. Strength and Valour
3. Routa Pt.2
4. Gale of Winter
5. Whiteout
6. Ghosts of Karelia
7. I
8. Chasm
9. Breathe
10. Isolation
11. Into the Wild

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.