WIZZARD: Black Heavy Metal

WIZZARD: Black Heavy Metal

Ich kann es mir noch so oft anhören, aber ich kann es einfach nicht glauben: „Black Heavy Metal“ soll das neue Album von WIZZARD sein – WIZZARD, die auf dem Vorgängeralbum Songs Of Sins And Decadence mit Songs wie „Nacht der verdammten Seele“ sogar mich überzeugen konnten. Filigrantechniker waren sie ja wohl nie, aber „Songs Of Sin and Decadence“ hatte Atmosphäre und Charme. Davon ist auf „Black Heavy Metal“ leider kaum etwas zu spüren.

Mal abgesehen von der rauen Stimme Teemu Kautonens, der zum Glück nicht auf die Idee kommt, diese in völlig unnatürliche Tonlagen zu schrauben und den stellenweise wirklich schönen, zweistimmigen Gitarrenleads bietet „Black Heavy Metal“ kaum Gründe, die den Kauf des Albums rechtfertigen könnten. Der gute Gesang geht leider völlig in den überwiegend einfallslosen Riffs und der langweiligen Schlagzeugarbeit unter. „The Tell-Tale Heart“ basiert sich auf der gleichnamige Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe. Nette Idee, allerdings kann die Wizzardsche Interpretation an keiner Stelle mit der Intensität des DECEASED Songs „Dark Chilling Heartbeat“ mithalten, wobei ich WIZZARD einfach mal unterstelle, dass sie eine ähnliche Stimmung schaffen wollten.

Am Song „The Tell-Tale Heart“ lässt sich auch die Kritik am gesamten Album festmachen: Nette Melodien und eine tiefe Stimme reichen einfach nicht aus, wenn der Rest der Songs zum einen unter einer Matsch-Produktion leidet und zum anderen das Schlagzeug mit einfach dermaßen simpel ist, dass wirklich jede gute Idee kaputt-getrommelt wird.

Die schiefe Backgroundvocals bei „Soul Of A Devil“ tun ihr übriges, um den Finger in Richtung Eject-Taste schnellen zu lassen. Musikalische Einfachheit mag durchaus ihren Reiz haben, siehe zum Beispiel GODESS OF DESIRE. WIZZARD aber haben mich mit ihrem neuen Album richtig enttäuscht. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass sich WIZZARD klassischen Heavy Metal spielen wollen und dabei verzweifelt versuchen, eine düstere Atmosphäre zu erzeugen. Beim Versuch bleibt es auch – denn mit dem Album dürfte sich die Band zwischen alle Stühle gesetzt haben. Stimmung kommt bei dem Album kaum auf, und was Traditionalisten zu den süßlich-klebrigen Keyboards in Song „The Grandmother`s Curse“ sagen werden, kann man sich ja so ungefähr vorstellen.

Tracklist:

Black Heavy Metal

Maleficium 1590

The Tell-Tale Heart

Red Eyes In The Night

Soul Of A Devil

Under The Eastern Sun

Friday The Thirteenth

54 Stakes

The Grandmother´s Curse

Spielzeit: 46:24

Besetzung:

Teemu Kautonen – Gesang

Daniel „Front“ Reiß – Gitarre, Bass

John Blöchinger – Gitarre

Cy – Schlagzeug

Label: Gutter Records

VÖ: 27. August 2001

Hompage: http://www.blackheavymetal.de

andrea
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