V.A.: Nocturnal Empire

V.A.: Nocturnal Empire

Mit dem vorliegenden Sampler V.A.: Nocturnal Empire liegt eine weitere Zusammenstellung mit Nachwuchsbands aus den düsteren Metalsektoren vor. Hat man Anfangs durch die Sichtung der Aufschrift Nocturnal Empire: Das thüringer Online-Portal für Extrem-Metal noch die Vorstellung, dass es sich um einen Sampler mit nur aus Thüringen stammenden Bands handelt, so wird man durch das Booklet direkt auf das Gegenteil eingestimmt. Viele sind tatsächlich im Osten der Republik (Jena, Gotha, Pössneck, … ) ansässig, aber auch Acts aus dem Westen (Osnabrück, Darmstadt, Köln, …) sind unter den sechzehn Bands zu finden. Der alleinige Erschaffer des Samplers, Frank Klein, hat sich also im ganzen Land umgesehen bzw. umgehört und ein recht vielfältiges Programm zusammengestellt. Die einzelnen Tracks sind mit unterschiedlichen Produktionsqualitäten ausgestattet, aber bis auf einen ist kein stumpfer mal schnell im Proberaum mitgeschnittener Song ausfindig zu machen.

Klasse ist bereits der Eröffnungstrack des Ein-Mann-Projekts WINDRIKJE, welcher durch seine ruhigen und atmosphärischen Keyboardklänge einen guten Einstieg für den Sampler bietet. Richtig überzeugen können im Weiteren fast alle Musikrichtungen. Zu den Highlights gehören MONDRAGON mit dem Stück Summersky, die mit ihrem eingängigen und melodischen Gothicmetal, der neben den im Vorgrund stehenden Frauengesang, speziell durch die härtere Männerstimme im Hintergrund, überzeugen kann. Fast schon chartverdächtig kommen AFTER DARK mit dem deutschen Song Die Seele brennt daher. Musikalisch und vom Gesang her erinnert vieles an HIM, aber recht eigenständig und mit deutschen Texten. Hammermäßiges kommt aus der Death Metal Ecke, denn der Song World Wide Wound von CARPE NOCTUM bietet eine feste und tiefsitzende Stimme, unterstützt durch schnelle und einschneidende Gitarrenriffs, teils an alte HYPOCRISY erinnernd. Weiteren korrekten Death Metal bieten MISANTHROPIC mit Fly. Obwohl das Stück recht holprig startet, fängt sich die Band schnell wieder und man hat wirklich Spaß der Knüppelei zu lauschen. Nicht ganz überzeugen kann Army Of Death von BLOODSTAINED COFFIN, die permanent am holpern sind und keinen interessanten Death Metal, außer ein paar schon mal gehörte Riffs, bieten. Ein professioneller Epic Power Metal Song ist mit Riders Of The Storm von den gar nicht mehr so unbekannten EDGE OF THORNS vertreten, der gegenüber dem restlichen Material auf dem Sampler eine aufheiternde Stimmung verbreitet – trotz einfachem Aufbau. Die Black Metal Ecke wird mit ANTHAROS Sturm in Szene gesetzt und kann mit einen heftigen Paganeinfluss überzeugen. Zwei Songs fallen stark aus der Reihe: Der erste kommt mit Tim Skold Gotta Die von der Truppe DRONE 24-7, die stark industriallastiges bieten und gar nicht in den ansonsten stark gitarrenlastigen Sampler passen wollen. Oder der deutschsprachige Song Sonnenlicht von der sozialkritischen Band MORGENROT, die zum Beispiel mit einfach arrangierten Texten wie Nimmt euch Freiheit und Reichtum und vor allem deren Illusion verständliche Aussagen machen, aber mit ihrer musikalischen Ausrichtung gar nicht in die Metalecke passen, schon gar nicht in die extreme. Bei der Abschlussposition des Samplers wurde die Wahl wiederum gut getroffen und irgendwie fragt man sich, ob man des MORGENROTs Stimme nicht schon mal Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger bei irgendeiner bekannten Punkband in identischer Tonlage gehört hat. Und zwei Songs gehen gar nicht klar: Ewigkeit von THE FINAL SIGN, die ihre Aufnahmegeräte mal überprüfen sollten, denn das Schlagzeug nervt mit dem aufdringlichen Humtata Humtata einfach nur, das Keyboard wirbelt zu stark im Vordergrund rum und der Sänger scheint sich während den Recordings zehn Kilometer vor dem Mikrofon aufgehalten zu haben. Bei FLAG OF HATEs Affections Of Death muss man annehmen, dass der Gesang in Monoqualität aufgenommen wurde.

Wer nicht nur in seiner Ecke rumkramt und sich auch mal für neue Bands aus dem Underground interessiert, entdeckt unter den fünfzehn Acts bestimmt auch sein Highlight. Und darauf sollte es immer hinauslaufen. Von den Qualitäten der restlichen Songs kann man sich ohne Bedenken überzeugen, in dem man sich der Einfachheit halber eine der auf 500 Einheiten limitierten Compilation zulegt. Diese erhält man zum kostengünstigen Preis von 5 Euro plus 1,60 Euro Versandkosten bei Nocturnal Empire, c/o Frank Klein, Wiebeckplatz 1, 99947 Bad Langensalza.

Veröffentlichungstermin: 2004

Spielzeit: 80:00 Min.

Produziert von Frank Klein
Label: Nocturnal Empire

Homepage: http://www.nocturnalempire.de

Email: info@nocturnalempire.de

Tracklist:
01. WINDRIKJE: Forever … (Dark, Nordic-Ambient)

02. THE FINAL SIGN: Ewigkeit (Dark-, Blackmetal)

03. MONDRAGON: Summersky (Melodic-, Gothicmetal)

04. BLOODSTAINED COFFIN: Army of Death (Deathmetal)

05. ANTHAROS: Sturm (Pagan-, Black-, Deathmetal)

06. AFTER DARK: Die Seele brennt (Gothicmetal)

07. EDGE OF THORNS: Riders of the storm (Epic-, Heavy-, Powermetal)

08. MISANTHROPIC: Fly (Deathmetal)

09. HUMAN NATUR: Back to the roots (Hardcore, Thrashmetal)

10. DRONE 24-7: Tim Skold gotta die (Industrial Rock)

11. FLAG OF DECAY: Affections of Death (Deathmetal)

12. IMMORTAL REMAINS: Declaration of War (Blackmetal)

13. CARPE NOCTUM: World Wide Wound (Deathmetal)

14. SAD: Forgotten Realm (Darkmetal)

15. CASTAWY: Adapted Fools (Epic-, Heavymetal )

16. MORGENROT: Sonnenlicht