UNBOUND: Revenge for the Innocent

UNBOUND: Revenge for the Innocent

Na, Gott sei Dank! UNBOUNDhaben es doch noch geschafft. Nach dem fantastischen Debut „In Infinity“ aus dem Jahre 2000 hat man ja lange nichts gehört von der meiner Meinung nach besten und einzig wahren deutschen SloMoCore/Sludgecore-Metal Band. Jetzt gibt es endlich ein neues Album. Die Promoversion kommt in einem sehr schönem schwarzen Pappschuber, ich kann nur hoffen, dass das letzendliche Cover ähnlich genial minimalistisch ist, und vor allem mit der entsprechenden geilen Musik. Es gab mehrere Umbesetzungen und das übliche Blabla, aber was soll´s…Krasse, geniale Songs schreiben können sie immer noch.

UNBOUNDklingen ungefähr so, als würde man die langsamen Parts von PANTERA´s „Far beyond driven“ nehmen, etwas giftgrünen Hass hinzufügen und dann in Endlosschleifen packen. Jeder Song steht permanent unter Druck, quasi kurz vor der Explosion, die jedoch nie kommt. Dadurch entwickelt sich eine Dynamik und Härte, die ihresgleichen sucht. Ich war ja vom Debut schon begeistert, aber Songs wie „Sea of Flames“, „Rise“ oder „Internal War“ setzten die Messlatte locker 10 Meter höher. „Internal War“ beschreibt die Platte wohl auch am besten. Ein innerer Kampf tobt, das Blut dröhnt in den Ohren, die Augenlider zucken, doch nach Aussen bricht sich nur bleierne, schwere alles zermalmende Langsamkeit den Weg. Dennoch ist diese Platte kein Doom, vieles spielt sich sogar im Mid-tempo Bereich ab, aber es sind diese Atmosphäre des erzwungenen Stillstandes, der zum Bersten angespannte Muskel ohne Bewegung und die permanente Nicht-Erlösung, die die Energie und die Langsamkeit dieser Platte ausmachen. UNBOUNDsind wie der ganz dicke Bohrer beim Zahnarzt, natürlich ohne Betäubung. Langsam, unerbittlich schleifend, aber in der richtigen Verfassung ein Genuss. Der Blues der Beton-Moderne. Perfekt intoniert durch die extrem tighte Vorstellung der Band und gekrönt vom genialen Geröhre und Gegrunze, manchmal aber auch klar leidenden Gesang von Marcel Stefanec, der zwar hörbar von Phil Anselmo beeinflusst ist, diesen jedoch heutzutage locker unter den Tisch gröhlt. Verpackt in eine machtvolle, klinische und sehr druckvolle Produktion will diese CD garnicht mehr aus meiner Abspieleinrichtung. Packend, intensiv, schmerzhaft und sehr, sehr geil. Nochmal zum Mitschreiben: Diese Platte ist der Hammer!

Wer schon immer mal wollte, dass EYEHATEGOD so hart wie PANTERA klingen, oder TOTENMOND mal etwas straighter haben will, kann an diesem Meisterwerk nicht vorbei gehen!

Veröffentlichungstermin: 19.04.2004

Spielzeit: 45.17 Min.

Line-Up:
Marcel Stafanec – Vocals

Nick Zwanger – Guitar

Markus Fessele – Bass

Thomas Hering – Drums

Produziert von Stefan Köllner
Label: Premium Records

Homepage: http//:www.unbound.de

Tracklist:

1.Days of Supression

2.King Slave

3.Sea of Flames

4.Act under Pressure

5.Truth is on my Side

6.Internal War

7.Rise

8.Back to Start

9.Rock´n´Roll Outlaw

10.Wait

11.Godless