THE PROPHECY 23: …To The Pit

THE PROPHECY 23: …To The Pit

Eines muss man THE PROPHECY 23 gleich vorneweg lassen: Wer einen Song zum Trashfest „Surf Nazis Must Die“ schreibt, hat nicht nur einen guten Filmgeschmack, sondern ist schlicht ein Haufen cooler Säue. Das allein macht aber noch kein gutes Album. Bleibt man auf Songtitelebene, dann findet man mit „23 Thrash B.C.“ schnell ein Stück, dass die Essenz von „…To The Pit“ kurz und prägnant zusammenfasst. Die Sache ist: „…To The Pit“ klingt bisweilen nicht nur angestaubt, sondern geradezu prähistorisch. Obwohl sich die vier Comicfans gerade textlich für Kuriositäten nicht zu schade sind, ist der musikalische Teil geradezu brav, vorhersehbar und zu schablonenartig ausgefallen.

Irgendwo zwischen KREATOR, TESTAMENT und einer Extraportion Groove rumpeln die Gitarren vorbei und kombinieren schnelles Shredding mit groovenden Passagen, die zwar eingängig sein mögen, zugleich jedoch ob ihrer Berechenbarkeit ein leicht müdes Gähnen hervorlocken. Gerade „B.T.M. – Brutal Thrash Maniacs“, „Human Decay“, „Modification“ und „Mind Your Own Shit“ sind bezeichnend für dieses Dilemma und vermögen es nicht, „…To The Pit“ über solides Durchschnittsniveau zu heben.

THE PROPHECY 23 agieren mit angezogener Handbremse

Ausgerechnet im Thrash Metal-Sektor gab es dieses Jahr schlicht zu viel hochklassiges Material zu hören, und wenn einzig das coole „From The Basement To The Pit“ und „Surf Nazis Must Die“ mit seinem originellen „Pulp Fiction“-Mittelpart da mithalten können, dann müssen sich THE PROPHECY 23 eben wohl oder übel hinten anstellen. Einerseits bemüht sich die Band wie in „Immortal Attitude“ mit einem interessanten Wechselspiel aus Growls und Thrash-Gekeife immer wieder, das steife Thrash-Korsett aufzureißen, im Endeffekt können THE PROPHECY 23 allerdings den Eindruck nicht widerlegen, dass sie nur mit angezogener Handbremse agieren. Zusammen mit der soliden Standardproduktion markiert „…To The Pit“ somit einen eher mittelmäßigen Vertreter der großen Thrash-Flut 2010, dessen Mutlosigkeit aller C-Movie-Sympathie zum Trotz dem Quartett das Kreuz bricht.

Veröffentlichungstermin: 16.07.2010

Spielzeit: 46:12 Min.

Line-Up:

Hannes Klopprogge – Guitar, Vocals
Dennis Lidak – Gitarre
Tobias Scheid – Bass, Vocals
Florian Sanden – Drums

Produziert von THE PROPHECY 23
Label: Massacre Records

Homepage: http://theprophecy23.de

THE PROPHECY 23 „…To The Pit“ Tracklist

01. B.T.M. – Brutal Thrash Maniacs
02. From The Basement To The Pit (Video bei YouTube)
03. A Backpack Full Of Fleshsnacks
04. Immortal Attitude
05. Mind Your Own Shit
06. Damned Soul
07. 23 Thrash B.C.
08. Modification
09. Human Decay
10. Struggle To Survive
11. Avoid Dull People
12. Surf Nazis Must Die
13. Honor.Torture.War

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.