STEEL PROPHET: The Goddess Principle [LP][Re-Release]

STEEL PROPHET: The Goddess Principle [LP][Re-Release]

Nach zehn Jahren Funkstille veröffentlichen STEEL PROPHET dieses Jahr mit Omniscient endlich ein neues Album. Da kann schon mal der Gaul mit mir durchgehen, wenn ich den Namen STEEL PROPHET in unserem Promo Pool lese und gierig zuschlage, nur um kurz danach feststellen zu müssen: Da steht The Goddess Principle, nicht Omniscient. Pure Steel bringen hier einen Re-Release des Debüt-Albums von STEEL PROPHET auf Vinyl auf den Markt. Im Vergleich zur CD Version wurde der Opener Reign Of Christ an Stelle Nummer sieben verschoben und eröffnet nun die zweite Seite der LP. Mein Erstkontakt mit den Frühwerken von STEEL PROPHET lief fast haargenau so ab, wie der von Fierce, den er in seiner Review zum Genesis-Album beschreibt. Auf einer Metalbörse hatte ich mir das Shadow Thief-Demo von JAG PANZER in der CD Version von Reborn Classics besorgt. Auf dieser CD war hinter Shadow Thief das legendäre Inner Ascendance-Demo von STEEL PROPHET geparkt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich diese Songs entdeckte, doch Sie hinterließen nachhaltigen Eindruck.

Nach diesem Demo dauerte es noch sechs Jahre, bis STEEL PROPHET 1995 The Goddess Principle veröffentlichten. Durch die leichte Veränderung der Tracklist eröffnet nun Souls Without Honor das Album, was sich durchaus natürlich anfühlt. Das Bass-Intro, das Einsetzen von Ricks Gesang nach einer halben Minuten – ein schöner Einstieg in ein grandioses Album. Der relativ vertrackte US Metal von STEEL PROPHET erinnert von der Atmosphäre am ehesten an die frühen FATES WARNING. Dabei gehen STEEL PROPHETaber deutlich härter zu Werke, scheuen sich nicht, ab und zu die Grenze zum Thrash zu streifen. Auch PSYCHOTIC WALTZ zu A Social Grace kommen mir ab und zu in den Sinn. Aber letztendlich klingen STEEL PROPHET bei allen Verwiesen auf andere Bands doch ziemlich eigenständig und eigenwillig. Das technische, vertrackte und präzise Gitarrenspiel von Steve Kachinsky Blakmoor und Horacio Colmenares sowie der geile, hohe Gesang von Rick Mythiasin sind die Grundpfeiler, auf denen dieses Album fußt. Allerdings muss man auch John Tarascio erwähnen, dessen Drumming ebenfalls ganz großer Sport ist. Er kann je nachdem, was der Song gerade erfordert, unerbittlich nach vorne peitschen oder filigran und verspielt agieren.

Leicht machen es STEEL PROPHET dem Neueinsteiger in Ihren Klangkosmos sicherlich nicht, denn bei jedem Song schlägt die Band einen Haken nach dem anderen, Break um Break, Tempowechsel um Tempowechsel. Wer aber genau auf diesen Stil steht, diesen bewusst vertrackten, oberflächlich betrachtet unzugänglichen Sound, den man so fast nur im US Metal findet, der bekommt hier genau das richtige Album. Auch die sehr eigene Produktion mit dem relativ dünnen Gitarrensound trägt viel zum Charme von The Goddess Principle bei, auch wenn das vielleicht von der Band damals nicht unbedingt so gewollt war. So oder so ist The Goddess Principle ein Juwel des vertrackten, leicht progressiven US Metal, welches man als Genre-Fan auf keinen Fall verpasst haben sollte. Songs wie Souls Without Honor, Reign Of Christ oder Penance of Guilt sind einfach nur geil und dieses Album wäre eigentlich einer dieser Kandidaten, die eine Aufführung komplett am Stück mehr als verdient hätten.

Veröffentlichungstermin: 31.01.2014

Spielzeit: 53:57 Min.

Line-Up:
Aktuell:
Rick Mythiasin – vocals
Steve Kachinsky Blakmoor – guitars
Chris Schleyer – guitars
Vince Du Juan Dennis – bass
James Schultz – drums

Auf The Goddess Principle:
Rick Mythiasin – vocals
Steve Kachinsky Blakmoor – guitars
Horacio Colmenares – guitars
Vince Du Juan Dennis – bass
John Tarascio – drums

Label: Pure Steel Records
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/SteelProphet

Tracklist:
Seite A
1. Souls Without Honor
2. Devoid of Logic
3. Ruby Dreams
4. Prophecy Upon Us
5. The Inner Voice Silenced
6. To Grasp Eternity
Seite B
1. Reign Of Christ
2. Fatal Euphoria
3. Penance of Guilt
4. Parthenogenesis

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.